Weltartenschutz-Konferenz CITES 2025: Ein kritisches Jahr für den Artenschutz

Verhandlungen über Zukunft von 234 Arten

Weltartenschutz-Konferenz CITES 2025: Ein kritisches Jahr für den Artenschutz

Vom 24. November bis 5. Dezember 2025 findet in Samarkand, Usbekistan, die 20. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES CoP20) statt. Dank weltweit geltender verbindlicher Beschlüsse ist CITES, das dieses Jahr 50-jähriges Jubiläum feiert, das wichtigste Instrument, um bedrohte Arten vor Plünderung für den internationalen Handel zu schützen. Diesmal liegen 51 Anträge (Liste, PDF) auf dem Tisch, die über das Schicksal von 217 Tier- und 17 Pflanzenarten entscheiden.

Pro Wildlife Prioritäten für die CITES CoP20:

1. Afrikanischer Elefant

CoP20: Afrikanische Elefanten
AntragsstellerNr. 13
von Namibia
Nr. 14
von Botswana, Kamerun, Elfenbeinküste, Namibia, Simbabwe
AntragErlaubnis für den Abverkauf von Namibias Elfenbein-LagerbeständenErlaubnis für Handel mit Elefantenleder und Elfenbeinschnitzereien aus Simbabwe;
Lockerung der Handelsbeschränkungen für lebende Elefanten
Pro Wildlife PositionABLEHNENABLEHNEN

2. Spitzmaul- & Breitmaulnashorn

CITES 2025: Spitzmaulnashorn
Spitzmaulnashörner © Martin Harvey
AntragsstellerNr. 9
von Namibia
Nr. 10
von Namibia
AntragAusweitung des Handels mit Namibias Breitmaulnashörnern auf Horn aus Lagerbeständen und JagdtrophäenAufhebung des Handelsverbotes für Spitzmaulnashorn in Namibia (>> Handel mit Horn aus Lagerbeständen) 
Pro Wildlife PositionABLEHNENABLEHNEN

3. Haie & Rochen

Walhai
Walhai © richcarey
Antragsstellerdiverse Bündnisse aus Europa (EU), Südamerika, Afrika und Asien
Antrag(7 Anträge für insgesamt 48 Arten)
Handelsverbote für Walhai, Weißspitzen-Hochseehai & 9 Arten Teufelsrochen

Handelsbeschränkungen für Hundshai, 3 Arten Glatthaie &  
16 Arten Schlingerhaie

„Nullquote für Wildfänge“ für 18 Arten Geigen- & Gitarrenroche
Pro Wildlife PositionUNTERSTÜTZEN

4. Wasserfrösche

4 Arten aus Südosteuropa

Wasserfrosch CITES
Wasserfrösche © Viridiflavus CC 3.0
AntragsstellerEuropäische Union, Israel, Nordmazedonien
AntragAufnahme in App. II (= erstmals internationale Handelsbeschränkungen)
Pro Wildlife PositionUNTERSTÜTZEN

5. Zweifinger-Faultiere

2 Arten

CITES 2025: Zweifinger-Faultier
Zweifinger-Faultier © Freder
AntragsstellerBrasilien, Costa Rica, Panama
AntragAufnahme in App. II (erstmals internationale Handelsbeschränkungen)
Pro Wildlife PositionUNTERSTÜTZEN

6. Goldbauchmangabe

Goldbauchmangabe
Goldbauchmangabe © vitfoto
AntragsstellerDemokratische Republik Kongo
AntragHandelsverbot
Pro Wildlife PositionUNTERSTÜTZEN
  • Handel als Gefährdung: Regional: Wilderei für „Buschfleisch“märkte / International: Lebendtierhandel für Zoos und als „Haustier“

7. Reptilien: Galapagos-Leguane, Puffottern & Blattschwanzgeckos

Insgesamt 8 Arten

galapagos leguan
AntragsstellerEcuador / Äthiopien / Australien
AntragHandelsverbote für Galapagos-Leguane & Äthiopische Puffottern 

Handelsbeschränkungen für Blattschwanzgeckos aus Australien 
Pro Wildlife PositionUNTERSTÜTZEN

8. Giraffe

Giraffe
AntragsstellerNamibia, Südafrika, Tansania, Simbabwe
AntragStreichen der Giraffen-Populationen von 8 Ländern aus CITES (= Aufheben der internationalen Handelsbeschränkungen) 
Pro Wildlife PositionABLEHNEN

9. Afrikanische Geier (Weißrückengeier & Sperbergeier)

Geier
Sperbergeier © Rod Waddington CC 2.0
AntragsstellerBenin, Burkina Faso, Burundi, Kamerun, Tschad, Gambia, Guinea, Niger, Nigeria, Republik Kongo, Senegal, Sierra Leone, Togo
AntragHandelsverbot
Pro Wildlife PositionUNTERSTÜTZEN
  • Handel als Gefährdung: Aberglaube, Fetisch, Traditionelle Medizin, Lebendtierhandel

10. Aale

(Anguilla spp.), 17 Arten

CITES Cop20 Aal
Aal © Clinton & Charles Robertson CC 2.0
AntragsstellerEuropäische Union, Honduras, Panama
AntragAufnahme in App. II (= internationale Handelsbeschränkungen)
Pro Wildlife PositionUNTERSTÜTZEN
  • Handel als Gefährdung: legale und illegale Fischerei, Handel als Delikatesse

Das tut Pro Wildlife

Pro Wildlife hat sich bereits im Vorfeld der Konferenz für viele Schutzinitiativen eingesetzt. Vor Ort werden wir bis zur letzten Minute Überzeugungsarbeit bei den Delegierten der 185 CITES-Vertragsstaaten leisten, um die erforderlichen Mehrheiten für viele wichtige Schutzvorhaben sicherzustellen.

Gleichzeitig gilt es, den Schutzstatus für Elefant, Nashorn, Giraffe & Co. zu verteidigen. Denn trotz beispiellosem Artensterben zielen gleich 14 der 51 Anträge auf eine Aufhebung bzw. Lockerung des Schutzstatus dieser und anderer Arten ab. Wir stellen uns den Interessen einflussreicher Industriezweige entgegen, deren Geschäftsmodell auf der Ausbeutung der Natur basiert: u.a. die kommerzielle Fischerei, die Trophäenjagd und der Tierhandel.

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