Reptilien und Amphibien kommen bis auf
die Polkappen überall auf der Welt vor.

Faszination statt Kuschelfaktor

Reptilien und Amphibien werden in der öffentlichen Wahrnehmung leicht „übersehen“, da sie meist kleiner sind und mangels Fell und Kulleraugen weniger Kuschelfaktor haben. Doch je mehr man sich mit ihren Fähigkeiten, ihrer Diversität und ihrer Erfolgsgeschichte beschäftigt, desto faszinierender werden sie.

Mehr als 10.000 Reptilienarten gibt es – und auch die Amphibien mit mehr als 7.700 Arten stehen an Vielfalt nur wenig nach: 88 Prozent der Amphibienarten sind Frösche und Kröten, neun Prozent Salamander und Molche und knapp drei Prozent tragen die wenig bekannten und bizarren Blindwühlen bei. Angesichts der Tatsache, dass Reptilien und Amphibien als wechselwarme Tiere stark von der Außentemperatur abhängen, haben sie sich ein erstaunlich riesiges Verbreitungsgebiet erobert: Bis auf die Polkappen kommen sie fast weltweit vor; teils sogar in unwirtlichen Berg- und Wüstenregionen.

Reptilien: Kriechtiere in erstaunlicher Vielfalt

Chamäleon

Chamäleon © B. Dupont

Die allermeisten Reptilien sind eierlegend – und ihr Gelege setzen selbst die Meeresschildkröten an Land ab. Allen Reptilien gemeinsam sind die trockenen schleimlosen Hornschuppen, die den Körper überziehen. Echsen und Schlangen erneuern diese Hornschuppen regelmäßig per Häutung, Schildkröten und Krokodile hingegen nicht. An die Dinosaurier-Vorfahren erinnern vor allem die urtümlich anmutenden Warane mit ihrer langen, gespaltenen Zunge. Am bekanntesten ist der Komodowaran, der nicht nur die größte Echse ist, sondern auch berüchtigt für seinen bakterienhaltigen Speichel, mit dem er sogar Hirsche über kurz oder lang zur Strecke bringt.

Das kleinste Kriechtier ist der Kugelfingergecko, der mit Schwanz nur drei Zentimeter misst, das größte Reptil ist das Leistenkrokodil mit seinen beeindruckenden acht Meter Gesamtlänge. Es gibt sogar Reptilien, die über das Wasser laufen können: Die zu den Leguanen gehörenden Basilisken werden deshalb auch als „Jesus-Christus-Echse“ bezeichnet. Einige Reptilien können auch erstaunlich schnell werden: Zu Lande ist die sechsstreifige Rennechse mit 29 km/h, zu Wasser die Lederschildkröten (mit 35 km/h) der Rekordhalter – und die giftige schwarze Mamba bringt es auch ohne Beine auf beeindruckende 24 km/h. Es gibt sogar Flugdrachen (Draco spp.), Speikobras (z.B. Naja nigricollis) und Dornteufel (Moloch horridus) – um nur einige markante Reptilien zu nennen.

Von Fröschen und Molchen

Frosch, Ambhibien

Frosch © Rainforest Harley

Die allermeisten Amphibien, auch Lurche genannt, legen ihre Eier im Wasser ab, wo sich ihre Larven nach einer Metamorphose vom Kiemen- zum Lungenatmer entwickeln, die dann auch an Land leben können. Auch bei den Amphibien gibt es ein erstaunliches Spektrum an Größe und Fähigkeiten: Mit nur 2,8 cm (kleiner als ein Streichholz) sind die Pygmäensalamander (Thorius spp.) die kleinsten Salamander. Noch kleiner sind einige Engmaulfrösche der Gattung Paedophryne , die mit 8-9 Millimeter die kleinsten Landwirbeltiere der Welt sind. Einige Frösche, wie der Spurrell’s Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis spurrelli) oder der Wallace-Flugfrosch (Rhacophorus nigropalmatus), können dank Flughäuten zwischen Zehen und Fingern per Gleitflug bis zu 50 Meter vom Baumwipfel zu tieferen Ästen oder dem Boden „fliegen“.

Gefahren: Motorsägen, Gifte, Keime und Tierfänger

Schwindende Wälder und Sümpfe, ausufernde Agrarflächen, Pestizide und der Klimawandel sind auch für Reptilien und Amphibien die größte Überlebensgefahr. Seit den 1980er Jahren wüten zudem tödliche Pilzepidemien unter den Amphibien: Waren zunächst vor allem Frösche und Kröten vom Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis) betroffen, breitet sich in jüngster Zeit der „Salamanderfresser“ (Batrachochytrium salamandrivorans) aus – ebenfalls ein tödlicher Hautpilz, der vor allem durch den internationalen Tierhandel verbreitet wird. Überhaupt ist der Tierhandel eine lange unterschätzte Gefahr für viele Reptilien und Amphibien: Gerade seltene, optisch auffällige Arten oder solche mit besonderen biologischen Eigenschaften (wie lebendgebärende Reptilien) sind unter Sammlern in Europa, Asien und den USA sehr begehrt.

>> So hilft Pro Wildlife

Gecko, Reptilien

Gecko Auckland Green © Joao Inacio

Im Gegensatz zu Schlangen sind bei den meisten Echsen-Arten (Sauria) die Gliedmaßen voll entwickelt. Von den Schildkröten….

» Echsen

 

 

 

 

Rotaugenlaubfrosch © Brian Gratwicke

Rotaugenlaubfrosch © Brian Gratwicke

Mit ihren charakteristisch langen Hinterextremitäten bewegen sich Frösche meist hüpfend oder springend vorwärts….

» Frösche

 

 

 

 

Schildkröten

Rotwangenschildkröte © L. Garcia

Schildkröten (Testudines) können besser sehen als Menschen und dabei Farben besser differenzieren…

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Schlangen

Enhydris enhydris © Srikaanth Sekar

Bei den Schlangen (Serpentes) haben sich die Gliedmaßen vollkommen zurückgebildet. Sie sind oft bunt gefärbt oder gemustert…

» Schlangen