Affen sind unsere nächsten Verwandten – vom Schimpansen unterscheidet uns Menschen nur 1,7 Prozent unserer Gene.

Affen: Unsere bedrohten Verwandten

Gorilla © Christy White

Affen sind unsere nächsten Verwandten. Mit Ausnahme des Menschen sind die allermeisten Primaten auf die Tropen und Subtropen Afrikas, Amerikas und Asiens begrenzt. Es gibt unzählige Arten, die höchst unterschiedlich sind. Der kleinste Primat ist der Berthe-Mausmaki mit weniger als zehn Zentimeter Länge (ohne Schwanz) und maximal 38 Gramm Körpergewicht – am anderen Ende der Größenskala ist der östliche Gorilla, der bis zu 275 Kilogramm schwer und 1,8 Meter hoch wird.

Umgangssprachlich werden Affen und Primaten als Synonyme verwendet, der biologischen Systematik zufolge sind Affen jedoch nur eine Untergruppe der Primaten. Streng genommen gehören Plumploris und Koboldmakis nicht zu den „Affen“, sondern sind den „Halbaffen“ zugeordnet. Mehr als 300 Primatenarten gibt es derzeit – und immer wieder wird eine neue in abgelegenen Wäldern entdeckt.

Der breite Speiseplan der Affen

Schimpanse © Limbe Wildlife Centre

Die meisten derzeit lebenden Primaten sind vornehmlich Pflanzenfresser – meist mit einem Mix aus Früchten und Blättern. Als Proteinquelle dienen häufig auch Insekten – gerade kleinere, sehr agile Äffchen brauchen besonders viel Energie. Von Schimpansen und Gorillas ist zudem bekannt, dass sie Naturmedizin nutzen: Wildingwer (Aframomum) ist ein wesentlicher Teil ihres Speiseplans. Er stärkt das Immunsystem und tötet Krankheitserreger ab.

Von Hölzchen und Stöckchen

Immer wieder überrascht die Vielfalt des Werkzeuggebrauchs bei Primaten: Orang-Utans nutzen große Blätter als Regenschutz oder schätzen mit langen Stöcken die Tiefe eines Flusses ab, bevor sie ihn überqueren. Schimpansen nehmen Steine als Nussknacker, Gorillas angeln mit dünnen Zweigen Ameisen. Diesen Werkzeuggebrauch lernen schon die Kleinen durch Nachahmen von der Mutter oder anderen Mitgliedern ihres Clans. Interessanterweise gibt es regionale Kulturunterschiede: So wurde bisher nur bei Schimpansen in der Elfenbeinküste beobachtet, dass sie das Ende von Zweigen stark zerkauen, um sie dann wie einen Schwamm zum Trinken zu nutzen. Makaken in Japan waschen schmutzige Früchte, bevor sie sie verzehren.

Motorsägen und Fallen: Viele Affen sind bedroht

Primaten sind vor allem durch Lebensraumzerstörung und Jagd („Buschfleisch“) bedroht – Abholzung, Brandrodung und Rohstoffabbau öffnen den Zugang zu einst entlegenen Waldgebieten, was wiederum Wilderer anlockt. Aber noch immer werden Primaten auch zu zehntausenden eingefangen, um sie in Tierversuchen einzusetzen oder als Haustiere zu verkaufen. In der aktuellen Liste der meistbedrohten 25 Primatenarten finden sich der Grauer-Gorilla, der Java-Plumplori, die Tonkin-Stumpfnase und der Sumatra-Orang-Utan. » Das tut Pro Wildlife für den Affenschutz.

 

Berberaffe

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