Es gibt 41 Arten von Raubkatzen. Auch das schnellste
Landsäugetier, der Gepard, gehört dazu.

Katzen: Faszination seit Jahrtausenden

Raubkatzen und Hauskatzen: Die Samtpfoten haben ihre Krallen schon vor fünf Jahrtausenden in unsere Herzen geschlagen. Ursprünglich in Asien angesiedelt, fand die domestizierte Form der Wildkatze ihren Weg in unsere Wohnzimmer. Und sie haben noch immer viel gemeinsam mit ihren wilden Verwandten: Weiches Fell, geschmeidiger Körper, grazile Bewegungen und immer auf der Hut. Denn Katzen gehören zur Ordnung der Raubtiere, die sich grob in Groß- und Kleinkatzen unterteilen lassen. Entscheidend ist dabei nicht die Körpergröße, sondern unter anderem die Fähigkeit zu Brüllen. Während Tiger und Löwe zu den Großkatzen gehören, zählen Gepard und Puma zu den Kleinkatzen.

Unterscheidungsmerkmale Schnurren und Flecken

Gepard, Raubkatzen

Gepard © Gabanyi

Alle Großkatzen besitzen eine Fleckenzeichnung, auch wenn es auf den ersten Blick gar nicht immer so scheint. Bei Leopard, Jaguar und Schneeleopard ist die Fleckenzeichnung offensichtlich, beim Löwen fällt sie hauptsächlich bei den Jungtieren auf und beim Tiger sind die Streifen nichts anderes als „verlängerte Flecken“. Alle Raubkatzen können schnurren – die Großkatzen jedoch nur beim Ausatmen, die Kleinkatzen beim Einatmen und beim Ausatmen. 

Wie viele andere Räuber besitzen Katzen einen ausgezeichneten Gehör- und guten Sehsinn. Auch bei Dämmerung oder Sternenlicht können sie noch sehr gut sehen, was sie zu perfekten Nachtjägern macht. Der Luchs zum Beispiel sieht etwa sechs Mal so gut wie ein Mensch. Er kann auf 75 Meter eine Maus erkennen, einen Hasen sogar auf 300 Meter. Alle Katzen besitzen einen langen Schwanz, der ihnen beim Halten des Gleichgewichts hilft und auch enorm wichtig für die innerartliche Kommunikation ist.

Höher, schneller, weiter – wer sind die Rekordhalter im Raubkatzen-Reich?

Tiger

Tiger © Roberto Isotti

Die größte aller Raubkatzenarten ist der Tiger. Adulte Männchen erreichen durchschnittlich eine Länge von 3,15 m (gemessen von der Nasen- bis zur Schwanzspitze). Ihre Schulterhöhe beträgt von 99 bis 107 cm und ihr Gewicht rund 265 kg. Das stärkste Gebiss besitzt der Jaguar, er ist in der Lage den Panzer einer Schildkröte zu knacken, um an ihr Fleisch zu kommen. Die längsten Eckzähne, im Vergleich zur Körpergröße, besitzt der Nebelparder. Er wiegt nur etwa 20 kg, seine Zähne sind aber bis zu 4,5 cm lang.

Der Gepard ist das schnellste Landsäugetier! Bereits nach zwei Sekunden erreicht er eine Geschwindigkeit von 60 km/h, in nur vier Sekunden Tempo Hundert. Beim Sprint beträgt seine Schrittlänge etwa 7 Meter. Der absolute Rekordhalter im Hochsprung ist der Puma, der aus dem Stand über 5 Meter hoch springen kann. Der Rekordhalter im Weitsprung ist, mit bis zu 15 Meter Weite, der Schneeleopard. Die stärkste Raubkatze ist der eher kleine Leopard. Leoparden sind extrem kraftvoll und können ihre Beute, die viel schwerer ist als sie selbst, auf einen Baum hochziehen.

Weiße Löwen und Tiger – eine aussterbende Art?

Weißer Tiger © Pixabay

Fälschlicherweise wird häufig angenommen, dass weiße Tiger oder Löwen eine besonders gefährdete Art sind. In Wahrheit aber ist es ein genetischer Defekt: Die genetische Veränderung, die zu dem weißen Fell führt, wird rezessiv vererbt. Sowohl Vater als auch Mutter müssen die Veränderung besitzen, damit sie beim Nachwuchs zum Tragen kommen kann. Weiße Tiere in Zoos und Zirkussen sind durch Inzucht gezüchtete Farbformen.

Alle heute lebenden weißen Tiger sind Nachkommen eines männlichen Tigers, der 1951 in Indien gefangen und zur Zucht eingesetzt wurde. Unter den Tieren kommt es häufig zu gesundheitlichen Problemen, wie Totgeburten, frühzeitigem Tod oder Missbildungen.

Jaguar in Amerika und Leopard in Afrika – doch wer ist dieser Panther?

Panther

Panther © Bruce McAdam

Der Panther ist keine eigene Art, sondern ein schwarzer Jaguar oder ein schwarzer Leopard! Die schwarze Fellfarbe wird über ein Gen vererbt. Auch wenn es schwer zu erkennen ist, haben Jaguar und Leopard trotz des schwarzen Fells die typischen Flecken. Sie sind aber nur zu sehen, wenn das Licht richtig fällt. Bei dem Jaguar kommt häufig ein Melanismus vor, der diese Tiere schwarz erscheinen lässt.

Raubkatzen: Weltweit akut vom Aussterben bedroht

Viele Raubkatzen-Arten sind vom Aussterben bedroht. Egal ob Regenwald oder Savanne, der Lebensraum der Raubkatzen wird immer kleiner: In Südamerika bedroht die Abholzung von Regenwälder den Jaguar, in Afrika schrumpft die Heimat von Löwen und Leoparden durch Landwirtschaft und Industrie. Auch die Beutetiere werden immer weniger, sodass Raubkatzen den Zorn der Menschen auf sich ziehen, wenn sie vor Hunger das Vieh reißen. Noch immer werden Raubkatzen illegal und legal gejagt. Die Trophäenjagd auf Löwen und Leoparden ist leider kein Relikt aus Kolonialzeiten sondern ein „Sport“ der Gegenwart. Mehr als 80 Prozent aller Raubkatzen-Arten sind mittlerweile auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten als gefährdet eingestuft. Obwohl der Mensch seit Jahrhunderten von den majestätischen Tieren fasziniert ist, ist er für die rasant schrumpfenden Bestände der Raubkatzen verantwortlich.

Das tut Pro Wildlife
Pro Wildlife kämpft für einen strengen Schutz der Raubkatzen, damit Jagd und Handel der Tiere verboten werden. Unter anderem setzt Pro Wildlife sich gegen den Handel mit Trophäen und anderen Körperteilen von Raubkatzen sowie gegen die Haltung als Zirkustiere, Touristenattraktion oder Heimtiere ein.

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