Raubkatzen

Raubkatzen

Vom mächtigen Tiger bis zur winzigen Rostkatze: Raubkatzen leben in den unterschiedlichsten Lebensräumen – von Afrikas Savannen über die Hochgebirge Asiens bis zu den Regenwäldern Südamerikas. Doch viele Arten sind bedroht, ihre Lebensräume schrumpfen und ihre Bestände gehen zurück. Pro Wildlife setzt sich für den Schutz von Raubkatzen ein: gegen Trophäenjagd, Wilderei und illegalen Handel sowie gegen die Haltung der Wildtiere als exotische Haustiere und ihre Nutzung in Zirkussen und im Tourismus.

Was ist eine Raubkatze und welche Arten gibt es?

Kurz erklärt: Was ist eine Raubkatze?

„Raubkatze“ ist ein umgangssprachlicher Begriff für wildlebende Vertreter der Katzenfamilie (Felidae). Die zoologische Systematik der IUCN Cat Specialist Group unterscheidet in ihrer Klassifikation insgesamt 41 Arten der Katzenfamilie, darunter 40 wildlebende Katzenarten und die Hauskatze.

Katzen sind spezialisierte Fleischfresser. Sie verfügen über ausgeprägte Sinne, insbesondere einen guten Seh- und Hörsinn. Die meisten Arten leben einzelgängerisch; Löwen bilden eine wichtige Ausnahme. Auch die Krallen sind nicht bei allen Arten gleich: Während die meisten Katzen ihre Krallen einziehen können, sind sie beim Geparden nur teilweise einziehbar.

Die Katzenfamilie wird in zwei Unterfamilien gegliedert: Großkatzen (Pantherinae) und Kleinkatzen (Felinae).

Groß- oder Kleinkatze: Wer brüllt, wer schnurrt?

Die Einteilung in Groß- und Kleinkatzen richtet sich nicht einfach nach der Körpergröße. Entscheidend sind unter anderem anatomische Merkmale des Zungenbeins und des Kehlkopfs.

Zu den Großkatzen (Pantherinae) zählen fünf Arten der Gattung Panthera: Löwe, Tiger, Leopard, Jaguar und Schneeleopard. Auch die beiden Nebelparderarten gehören zu dieser Unterfamilie. Brüllen können Löwe, Tiger, Leopard und Jaguar – der Schneeleopard dagegen nicht.

Alle übrigen Katzenarten gehören zur Unterfamilie der Kleinkatzen (Felinae). Dazu zählen unter anderem der Gepard, der Puma und die Hauskatze. Viele Kleinkatzen können schnurren, sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen. Die meisten Katzenarten gehören zu dieser Unterfamilie; einige davon sind wenig bekannt. Pro Wildlife stellt fünf von ihnen im Beitrag „Die Little 5 – die vergessenen Raubkatzen“ vor.

Wer ist die schnellste, größte und stärkste Raubkatze?

Wichtige Bestmarken auf einen Blick:

RekordArtBestmarke
Schnellstes LandtierGepardbis zu rund 100 km/h im Sprint*
Größte RaubkatzeTigerGroße Männchen können (mit Schwanz) über 3 m lang und mehr als 250 kg schwer werden
Besonders kräftiges GebissJaguarknackt selbst Schildkrötenpanzer
Beeindruckende SprungkraftPumabis zu 7 m senkrecht aus dem Stand
Weite SprüngeSchneeleopardbis zu 15 m weit
Kraftprotz und KlettererLeopardkann Beute, die schwerer ist als er selbst, auf Bäume ziehen
*Zuverlässig gemessener Spitzenwert; populäre Quellen nennen bis zu 120 km/h. Der Gepard bleibt in jedem Fall das schnellste Landtier der Welt.

Mythen über Raubkatzen

Sind weiße Tiger und Löwen eine eigene Art?

Nein. Weiße Tiger und weiße Löwen sind keine eigenen Arten, sondern Tiere mit einer genetisch bedingten hellen Fellfarbe. Bei weißen Tigern ist die Färbung rezessiv vererbt: Beide Elterntiere müssen die entsprechende Genvariante tragen, damit sie beim Nachwuchs sichtbar wird.

Um weiße Tiger gezielt zu züchten, werden Tiere häufig eng miteinander verpaart. Das erhöht das Risiko für Erbkrankheiten, Fehlbildungen und eine geringere Überlebensfähigkeit. Weiße Tiere sind deshalb kein Zeichen für einen besonderen Artenschutzwert. Die gezielte Zucht für Zoos, Zirkusse und andere Unterhaltungsangebote kann vielmehr erhebliche Tierschutzprobleme verursachen.

Raubkatze: Weißer Tiger

Was ist ein Panther?

Ein Panther ist keine eigene Katzenart. Als schwarzer Panther bezeichnet man meist einen Leoparden oder Jaguar mit Melanismus – einer genetisch bedingten dunklen Fellfärbung. Die typischen Flecken bleiben auch bei schwarzen Panthern erhalten, sind aber oft nur bei entsprechendem Lichteinfall zu erkennen.

Panther

Warum sind Raubkatzen bedroht?

Der Gefährdungsgrad unterscheidet sich je nach Art erheblich: Während manche Katzenarten als nicht gefährdet gelten, sind andere vom Aussterben bedroht. Bei vielen Arten gehen die Bestände zurück. Zu den wichtigsten Gefahren zählen:

  • Verlust und Zerschneidung von Lebensräumen: Wälder werden gerodet, Siedlungen und Straßen breiten sich aus. Dadurch verlieren Raubkatzen Rückzugsorte und Jagdgebiete. In Südamerika bedroht die Zerstörung der Wälder unter anderem den Lebensraum des Jaguars.
  • Wilderei und illegaler Handel: Felle, Knochen und andere Körperteile werden gehandelt. Tiger werden beispielsweise wegen ihrer Körperteile gewildert, die in der Traditionellen Asiatischen Medizin Verwendung finden.
  • Trophäenjagd: Löwen und Leoparden werden in einigen Ländern weiterhin gezielt als Jagdtrophäen getötet. Der Handel mit diesen Trophäen kann den Schutz bedrohter Arten zusätzlich erschweren.
  • Konflikte mit Menschen: Wenn Raubkatzen Nutztiere reißen oder Menschen sich durch ihre Nähe bedroht fühlen, werden die Tiere häufig verfolgt und getötet. Solche Konflikte betreffen beispielsweise Löwen und Schneeleoparden.
  • Haltung und Nutzung durch Menschen: Der Handel mit Raubkatzen als exotischen Haustieren sowie ihre Nutzung in Zirkussen und im Tourismus gefährden das Wohl der Tiere und können die Nachfrage nach Wildfängen fördern.

Was tut Pro Wildlife für Raubkatzen?

Pro Wildlife setzt sich politisch für den Schutz wildlebender Katzen ein. Ziel ist es, die Bedrohung durch Jagd, Wilderei, illegalen Handel und die Haltung als exotische Haustiere einzudämmen.

Trophäenjagd begrenzen: Löwen, Leoparden und andere Wildtiere werden für Jagdtrophäen getötet. Pro Wildlife deckt die Hintergründe dieses Geschäfts auf und fordert ein Importverbot für Jagdtrophäen bedrohter Arten. Deutschland ist EU-weit der größte Importeur von Jagdtrophäen. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite zur Trophäenjagd auf bedrohte Arten.

Handel mit Körperteilen stoppen: Felle, Knochen und andere Körperteile von Raubkatzen gelangen in den Handel. Pro Wildlife arbeitet daran, die Nachfrage und den internationalen Handel einzudämmen – unter anderem bei Tigerprodukten in der Traditionellen Asiatischen Medizin.

Raubkatzen vor Ausbeutung schützen: Wildtiere gehören nicht in Privathaushalte und sollten nicht für Unterhaltung und touristische Angebote leiden müssen. Pro Wildlife setzt sich gegen die Haltung von Raubkatzen als exotische Haustiere sowie gegen ihre Nutzung in Zirkus und Tourismus ein. Mehr dazu auf unserer Seite Wildtieren als Haustieren.

Löwen vor Ort schützen: In Botsuana unterstützt Pro Wildlife ein Projekt, das den Schutz von Löwen stärkt und Konflikte zwischen Menschen und Wildtieren verringert. Mehr über die Arbeit erfahren Sie im Projekt zum Löwenschutz in Botsuana.

Sie möchten selbst helfen? Mit einer Löwen-Patenschaft oder einer Spende unterstützen Sie die Artenschutzarbeit von Pro Wildlife.

Raubkatzen im Porträt

Ausführliche Steckbriefe zu einzelnen Arten – mit Lebensraum, Lebensweise, Gefährdung und Schutz:

Gepard

Gepard

Das schnellste Landtier der Welt

Jaguar

Jaguar

Knackt einen Schildkrötenpanzer

Karakal

Karakal

Fängt Vögel im Sprung aus der Luft

Leopard

Leopard

Meister der Tarnung

Löwen

Löwe

Die sozialste aller Katzenarten

Schneeleopard

Schneeleopard

Riesige Pfoten als Schneeschuhe

Tiger

Tiger

Die größte Raubkatze der Welt

Häufige Fragen zu Raubkatzen

Es gibt Großkatzen wie Löwen, Tiger, Leoparden, aber auch Kleinkatzen wie Luchse oder Servale.

Raubkatzen sind Wildtiere, Hauskatzen sind domestiziert und an das Zusammenleben mit Menschen angepasst; ursprünglich stammen sie von der Afrikanischen Wildkatze ab.

Ja, besonders große Arten wie Löwen, Leoparden und Tiger können sehr gefährlich sein. Dennoch sind Katzen meist scheu und meiden Menschen eher. Ein respektvoller Abstand ist der beste Schutz.

  • Afrika (z. B. Löwen, Geparden, Leopard, Serval)
  • Asien (z.B. Tiger, Schneeleopard, Manul)
  • Amerika (z.B. Puma, Jaguar, Ozelot)
  • Europa (Eurasischer Luchs, Europäische Wildkatze)

Sie sind Fleischfresser und jagen je nach Größe verschiedene Beutetiere wie Antilopen, Hirsche, Nagetiere oder Vögel.

Geparden sind die schnellsten Landtiere mit bis zu 120 km/h.

Es gibt kein bundesweites Verbot für Privatpersonen in Deutschland, die Vorschriften variieren je nach Bundesland (siehe Liste >>).

Allerdings ist die Privathaltung von Wildkatzen nicht artgerecht. Dazu kommen Sicherheitsrisiken: Raubkatzen sind und bleiben Raubtiere.

Der Tiger ist die größte Raubkatze der Welt, insbesondere der Sibirische Tiger.

Mehr als 80 Prozent aller Raubkatzen-Arten sind auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten als gefährdet eingestuft. Dafür verantwortlich sind vor allem Lebensraumverlust und Jagd.

Die meisten sind Einzelgänger. Löwen hingegen leben in Rudeln aus verwandten Weibchen und einem oder mehreren Männchen.

  • Lebensräume schützen
  • Jagd, Wilderei und Handel stoppen
  • Mensch-Wildtier-Konflikte reduzieren
  • Organisationen wie Pro Wildlife unterstützen – z.B. mit einer Löwen-Patenschaft >>