Raubkatzen

Raubkatzen

Von der größten Art, dem Tiger, bis zur kleinsten, der Rostkatze mit rund einem Kilogramm: Raubkatzen faszinieren seit Jahrtausenden – vom Löwen der afrikanischen Savanne über den Schneeleoparden im Hochgebirge Asiens und den Jaguar im südamerikanischen Regenwald bis zum Luchs in Europas Wäldern. Zugleich stehen viele Arten unter Druck: Die Mehrzahl hat rückläufige Populationen. Pro Wildlife kämpft dafür, Jagd, Handel und die Haltung von Raubkatzen als Heim-, Zirkus- oder Tourismustiere zu beenden.

Was ist eine Raubkatze und welche Arten gibt es?

Kurz erklärt: Was ist eine Raubkatze?

„Raubkatze“ ist der volkstümliche Name für die wildlebenden Arten der Familie der Katzen (Felidae). Nach der aktuellen zoologischen Systematik (IUCN, 2017) umfasst diese Familie 41 Arten: 40 wildlebende Katzenarten – die „Raubkatzen“ – sowie die aus der Afrikanischen Wildkatze hervorgegangene Hauskatze.

Allen gemeinsam sind: reine Fleischfresser, einziehbare Krallen, ein hervorragender Seh- und Hörsinn und eine überwiegend einzelgängerische Lebensweise (die große Ausnahme ist der Löwe). Zoologisch teilt man die Familie zudem in zwei Unterfamilien – Großkatzen und Kleinkatzen.

Groß- oder Kleinkatze: Wer brüllt, wer schnurrt?

Die Einteilung in Groß- und Kleinkatzen richtet sich nicht nach der Körpergröße, sondern nach dem Körperbau – insbesondere nach dem Zungenbein. Zu den Großkatzen (Unterfamilie Pantherinae) zählen die fünf Arten der Gattung Panthera – Löwe, Tiger, Leopard, Jaguar und Schneeleopard – sowie die beiden Nebelparder. Brüllen können allerdings nur Löwe, Tiger, Leopard und Jaguar – der Schneeleopard nicht.

Alle übrigen Arten, vom Gepard über den Puma bis zur Hauskatze, sind Kleinkatzen (Unterfamilie Felinae). Dafür beherrschen die Kleinkatzen etwas, das den brüllenden Großkatzen verwehrt bleibt: Sie schnurren sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen. Die allermeisten Arten sind übrigens Kleinkatzen – und oft kaum bekannt. Mehrere von ihnen stellt Pro Wildlife im Kommentar „Die Little 5 – die vergessenen Raubkatzen“ vor.

Wer ist die schnellste, größte und stärkste Raubkatze?

Kaum eine Tiergruppe hält so viele Rekorde wie die Katzen. Die wichtigsten Bestmarken auf einen Blick:

RekordArtBestmarke
SchnellsteGepardbis zu rund 100 km/h im Sprint*
GrößteTigerMännchen bis ca. 3,15 m (mit Schwanz), über 250 kg
Stärkstes GebissJaguarknackt selbst Schildkrötenpanzer
Höchster SprungPumabis zu 7 m senkrecht aus dem Stand – Rekord unter allen Säugetieren
Weitester SprungSchneeleopardbis zu 15 m weit
Kraftprotz und KlettererLeopardzieht Beute, die schwerer ist als er selbst, auf Bäume
*Zuverlässig gemessener Spitzenwert; populäre Quellen nennen bis zu 120 km/h. Der Gepard bleibt in jedem Fall das schnellste Landtier der Welt.

Mythen über Raubkatzen

Sind weiße Tiger und Löwen eine eigene Art?

Nein. Weiße Tiger und Löwen sind keine eigene oder besonders seltene Art, sondern eine rezessiv vererbte Farbvariante – vereinfacht gesagt ein genetischer „Defekt“. Beide Elterntiere müssen die Veränderung tragen, damit sie beim Nachwuchs sichtbar wird. Alle heute lebenden weißen Tiger gehen auf ein einziges, 1951 in Indien gefangenes Tier zurück. Um die weiße Fellfarbe gezielt zu erzeugen, werden die Tiere in Zoos und Zirkussen eng ingezüchtet – mit der Folge von Totgeburten, Missbildungen und frühem Tod. Weißes Fell ist also kein Schutzargument, sondern ein Tierschutzproblem.

Raubkatze: Weißer Tiger

Was ist ein Panther?

„Panther“ ist keine eigene Art, sondern die Bezeichnung für einen schwarz gefärbten Jaguar oder Leoparden. Verantwortlich ist der sogenannte Melanismus, eine über ein Gen vererbte Dunkelfärbung. Auch bei schwarzen Tieren sind die typischen Flecken vorhanden – man erkennt sie nur, wenn das Licht im richtigen Winkel einfällt.

Panther

Warum sind Raubkatzen bedroht?

Wie stark eine Art bedroht ist, unterscheidet sich erheblich: Der Gefährdungsgrad reicht von nicht gefährdet bis vom Aussterben bedroht (etwa bei mehreren Tiger-Populationen). Die Mehrzahl der Arten hat jedoch rückläufige Populationen. Die wichtigsten Ursachen ziehen sich durch fast alle Arten:

  • Lebensraumverlust und -zerschneidung – die häufigste Ursache des Artensterbens. In Südamerika verdrängt die Abholzung der Regenwälder den Jaguar, in Afrika schrumpft durch Landwirtschaft und Industrie die Heimat von Löwe und Leopard.
  • Wilderei und illegaler Handel – mit Fellen, Knochen und anderen Körperteilen. Besonders der Tiger wird für die Traditionelle Chinesische Medizin gewildert.
  • Trophäenjagd – die Jagd auf Löwen und Leoparden ist kein Relikt der Kolonialzeit, sondern bis heute gängige Praxis.
  • Mensch-Tier-Konflikte – reißen Raubkatzen aus Beutemangel Nutztiere, werden sie von Menschen verfolgt und getötet, etwa Schneeleopard und Löwe.
  • Haltung als Heim-, Zirkus- und Tourismustiere – der wachsende Handel mit Raubkatzen als exotische „Haustiere“ und ihr Einsatz in der Unterhaltung setzen Wildtiere zusätzlich unter Druck.

Was tut Pro Wildlife für Raubkatzen?

Pro Wildlife setzt sich für einen strengen, artübergreifenden Schutz der Katzen ein. Ein Schwerpunkt ist der Kampf gegen die Trophäenjagd: Pro Wildlife deckt das Geschäft mit dem Abschuss von Löwen, Leoparden und anderen geschützten Arten auf und fordert ein Importverbot für Jagdtrophäen – Deutschland ist EU-weit der größte Importeur. Hintergründe und die aktuellen Importzahlen bietet die Seite Trophäenjagd auf bedrohte Arten.

Daneben kämpft Pro Wildlife gegen den Handel mit Fellen, Knochen und anderen Körperteilen – etwa gegen die Nachfrage nach Tigerprodukten in der Traditionellen Asiatischen Medizin – und gegen die Haltung von Raubkatzen als Zirkus- und Tourismustiere und als exotische Haustiere.

Vor Ort unterstützen wir ein Projekt zum Löwenschutz in Botsuana. Wer helfen möchte, kann die Arbeit mit einer Löwen-Patenschaft oder einer Spende unterstützen.

Raubkatzen im Porträt

Ausführliche Steckbriefe zu einzelnen Arten – mit Lebensraum, Lebensweise, Gefährdung und Schutz:

Gepard

Gepard

Das schnellste Landtier der Welt

Jaguar

Jaguar

Knackt einen Schildkrötenpanzer

Karakal

Karakal

Fängt Vögel im Sprung aus der Luft

Leopard

Leopard

Meister der Tarnung

Löwen

Löwe

Die sozialste aller Katzenarten

Schneeleopard

Schneeleopard

Riesige Pfoten als Schneeschuhe

Tiger

Tiger

Die größte Raubkatze der Welt

Häufige Fragen zu Raubkatzen

Es gibt Großkatzen wie Löwen, Tiger, Leoparden, aber auch Kleinkatzen wie Luchse oder Servale.

Raubkatzen sind Wildtiere, Hauskatzen sind domestiziert und an das Zusammenleben mit Menschen angepasst; ursprünglich stammen sie von der Afrikanischen Wildkatze ab.

Ja, besonders große Arten wie Löwen, Leoparden und Tiger können sehr gefährlich sein. Dennoch sind Katzen meist scheu und meiden Menschen eher. Ein respektvoller Abstand ist der beste Schutz.

  • Afrika (z. B. Löwen, Geparden, Leopard, Serval)
  • Asien (z.B. Tiger, Schneeleopard, Manul)
  • Amerika (z.B. Puma, Jaguar, Ozelot)
  • Europa (Eurasischer Luchs, Europäische Wildkatze)

Sie sind Fleischfresser und jagen je nach Größe verschiedene Beutetiere wie Antilopen, Hirsche, Nagetiere oder Vögel.

Geparden sind die schnellsten Landtiere mit bis zu 120 km/h.

Es gibt kein bundesweites Verbot für Privatpersonen in Deutschland, die Vorschriften variieren je nach Bundesland (siehe Liste >>).

Allerdings ist die Privathaltung von Wildkatzen nicht artgerecht. Dazu kommen Sicherheitsrisiken: Raubkatzen sind und bleiben Raubtiere.

Der Tiger ist die größte Raubkatze der Welt, insbesondere der Sibirische Tiger.

Mehr als 80 Prozent aller Raubkatzen-Arten sind auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten als gefährdet eingestuft. Dafür verantwortlich sind vor allem Lebensraumverlust und Jagd.

Die meisten sind Einzelgänger. Löwen hingegen leben in Rudeln aus verwandten Weibchen und einem oder mehreren Männchen.

  • Lebensräume schützen
  • Jagd, Wilderei und Handel stoppen
  • Mensch-Wildtier-Konflikte reduzieren
  • Organisationen wie Pro Wildlife unterstützen – z.B. mit einer Löwen-Patenschaft >>