Frösche: artenreiche Alleskönner

Von allen gut 7.770 Amphibien- beziehungsweise Lurcharten sind die Froschlurche (Anura, umgangssprachlich Frösche) mit ihren etwa 5.800 Arten die größte Gruppe. Die anderen Ordnungen sind Schwanzlurche und Schleichenlurche.
  • Status: viele Arten bedroht
  • Population: ca. 5.800 Arten
  • Lebensraum: gemäßigt bis tropisch

Von Fröschen und Kröten

Der Volksmund unterscheidet zwischen Fröschen und den plumperen, warzigen Kröten, zu denen die echten Kröten (Bufo spp.) gehören. Frösche haben einen rundlichen Körper mit kürzeren Vorderbeinen und den charakteristisch langen Hinterbeinen, mit denen sie sich meist hüpfend oder springend vorwärts bewegen. Sie schaffen damit einzelne Sprünge von bis zu zwei Metern.

Frösche: Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas)

Rotaugenlaubfrosch, Agalychnis callidryas © B. Gratwicke

Die allermeisten Frösche entstehen aus Laich im Wasser, wo sie zunächst als Kaulquappen über Kiemen atmen. Erst nach einer Metamorphose entwickeln sie sich zum Landtier, das über Haut und Lungen atmet. Bei Froscharten, die auch als erwachsene Tiere die meiste Zeit im Wasser leben, finden sich zwischen den Zehen Schwimmhäute. Insekten und andere Kleintiere fangen die Frösche mit der Zunge, die blitzschnell aus dem zahnlosen Maul schießt, sobald sich Beute in ihrer Nähe bewegt.

Frösche & Kröten: Erdkröte © Pixabay

Erdkröte

Frösche und Kröten beeindrucken mit einigen Rekorden: Erdkröten können bis zu 36 Jahre alt werden. Der größte Frosch ist der Goliathfrosch (Conraua goliath) mit bis zu 32 Zentimetern und mehr als drei Kilo. Der kleinste Frosch ist der kubanische Zwergfrosch (Eleutherodactylus iberia), ein wahrer Giftzwerg, denn er kann über die Haut ein Gift abgeben, das ihm Fressfeinde und Hautpilze vom Leib hält. Am lautesten quakt der Höhlen-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus coqui) mit bis zu 100 Dezibel – so laut wie eine Motorsäge.

Gestreift oder getupft, quietschgelb oder knallrot

Frösche bieten ein schier unbegrenztes Repertoire an Farben und Mustern; manche sehen aus wie vom Designer entworfen. So wie die Buntfrösche aus Madagaskar (Mantella spp.) oder der Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas) aus Mittelamerika mit seinem neongrünen Körper, gelb-blauen Flanken, roten Augen und orangen Zehnen.

Frösche: azurblaue Baumsteiger

Azurblauer Baumsteiger

Am buntesten sind die bekannten Pfeilgiftfrösche (Dendrobaten) Lateinamerikas, auch Baumsteigerfrösche genannt. Der Schreckliche Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis) ist quietschgelb, der azurblaue Baumsteiger (Dendrobates tinctorius) macht seinem Namen alle Ehre, das Erdbeerfröschchen (Dendrobates pumilio) ist knallrot mit schwarzen Punkten.
Frösche: Dreistreifen-Baumsteiger (c) H. Krisp

Dreistreifen-Baumsteiger © H. Krisp

Die größten Gefahren für Frösche sind Lebensraumzerstörung, Klimawandel sowie Pestizide und andere Umweltgifte. Vor allem in Indonesien werden außerdem abermillionen Tiere für den internationalen Handel mit Froschschenkeln eingefangen, in Lateinamerika, Asien und Afrika stehen Frösche auf der regionalen Speisekarte. Vor allem kleinere, leuchtend bunte Arten sind als exotische Haustiere begehrt.
Das tut Pro Wildlife
Pro Wildlife konnte bereits für zahlreiche Amphibienarten internationale Handelsbeschränkungen oder gar -verbote erwirken, zum Beispiel für Rotaugenlaubfrösche, Marmorkrötchen oder Zagrosmolche. Außerdem klären wir über die Gefahren des Handels mit Froschschenkeln und mit Fröschen für den Heimtiermarkt auf.

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