Ohne Haie keine gesunden Ozeane. Zum Glück steigt die Anzahl derer, die sich für den Schutz von Haien und Rochen einsetzen.

 

Haie und Rochen: Jäger und Akrobaten der Meere

Haie und Rochen sind Knorpelfische – mit mehr als 500 Hai- und gut 600 Rochen-Arten. Sie leben weltweit in allen Meeren, teils sogar in Brack- und Süßwasser. Jede vierte von ihnen ist inzwischen auf der Roten Liste bedrohter Arten, im Mittelmeer sind es gar mehr als die Hälfte.

In den vergangenen Jahren hat sich das Image der Haie stark gewandelt: Lange als blutrünstige Killermaschinen verschrien ist nun ihre zentrale Bedeutung für die Bewahrung der Meere deutlich: Denn ohne die geschickten Jäger gäbe es keine gesunden Ozeane.

Hai ist nicht gleich Hai…

Hammerhai © Tomas Kotouc

Hammerhai © Tomas Kotouc

Mit maximal 20 Zentimeter und 150 Gramm ist der Zwerg-Laternenhai (Etmopterus perryi) der kleinste Hai. Im Gegensatz zu den beiden größten Fischarten der Welt: dem Walhai (Rhincodon typus , 15 Meter lang, 12 Tonnen schwer) sowie dem Riesenhai (Cetorhinus maximus, bis zu 12 Meter lang und 4 Tonnen schwer). Trotz ihrer imposanten Größe sind diese beiden Giganten völlig harmlose Planktonfresser. Der berüchtigtste Hai ist der Große Weiße Hai (Carcharodon carcharias) – durch den gleichnamigen Horrorfilm unfreiwillig zur Killermaschine gebrandmarkt. In Wirklichkeit ist der Weiße Hai scheu, Übergriffe auf Menschen sind sehr selten. Markant sind auch die Hammerhaie mit ihrem stark verbreiterten Kopf, die rundlicheren Ammenhaie oder die flachen Teppichhaie (auch Wobbegongs genannt).

… und Rochen nicht gleich Rochen

Teufelsrochen, Manta im Meer

Mantarochen © Tomas Kotouc

Die bekanntesten Vertreter sind Teufelsrochen und Stachelrochen. Der prominenteste Teufelsrochen ist der Riesen-Manta (Mobula birostris) mit seiner unglaublichen Spannweite von sieben Metern, einer Länge von acht Metern und einem Gewicht von zwei Tonnen. Die Stechrochen, zu denen die Stachelrochen gehören, sind kleiner, aber ungleich wehrhafter: Ihr langer Giftstachel dient der Verteidigung und kann sehr schmerzhafte und schwere Verletzungen verursachen. Besonders bizarr sind die Geigenrochen, deren Körperbau noch die haiähnlichen Vorfahren der Rochen erkennen lässt: Ihr Körper ist bereits flach wie bei den Rochen, aber sie haben noch Rücken- und Schwanzflossen der Haie.

Eine gefährliche Fortpflanzungsstrategie

Die ersten haiähnlichen Fische bevölkerten die Weltmeere bereits vor 400 Millionen Jahren – eine echte Erfolgsgeschichte der Evolution. Wie erfolgreich Haie und Rochen bis zum Zeitalter der Industriefischerei waren, wird auch an ihrer Fortpflanzung deutlich: Haie und Rochen konnten es sich leisten, erst spät geschlechtsreif zu werden (manche erst mit 30 Jahren), einige Arten haben nur 1-2 Jungtiere – wobei man zwischen lebendgebärenden Arten (vivipar: z.B. Hammerhai, Schwarzpunkt-Stechrochen) und eierlegenden Arten (ovipar: z.B. Bambushai, Katzenhai) unterscheidet. Und es gibt noch eine dritte Variante, die ovoviviparen Arten, bei denen die Weibchen die Eier noch im Leib ausbrüten (z.B. Geigenrochen, Teppichhai).

Fischerei bringt viele Haie an den Rande der Ausrottung

Die niedrige Fortpflanzungsrate war über Jahrmillionen kein Problem – doch dem Raubbau einer globalen Industriefischerei, die jährlich geschätzte 100 Millionen Haie teilweise nur für ihre Flossen oder als Beifang fängt, sind die Knorpelfische damit längst nicht mehr gewachsen: Immer mehr Bestände sind in den letzten Jahrzehnten kollabiert. Erst in jüngster Zeit und gegen den Widerstand der Fischereinationen konnten einige Hai- und Rochenarten unter Schutz gestellt werden.

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Rochen Manta

Mantarochen © Guy Stevens

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Weißer Hai

Weißer Hai © Christian Vizl

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