Hungernde Wale, steigende Fangzahlen: Norwegens Walfang auf Rekordkurs

Pro Wildlife warnt vor einem Ökosystem in Not und fordert ein Ende des Walfangs

München, 29. Juni 2026. – Norwegens Walfangflotte hat seit Saisonstart Anfang April bereits 303 Zwergwale getötet – mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (285 Tiere). Zugleich schlagen die Walfänger selbst Alarm: Viele der erlegten Tiere sind ungewöhnlich mager, die Speckschicht deutlich dünner als sonst, und das Durchschnittsgewicht liegt klar unter dem, was für diese Jahreszeit normal wäre. „Magere Wale sind ein Alarmsignal: Wenn selbst große Meeressäuger hungern, gerät ein ganzes Ökosystem aus den Fugen“, sagt Dr. Mona Schweizer, Meeresschutzexpertin bei Pro Wildlife. „Überfischung und Klimawandel gehen nicht spurlos an den Walen vorbei – eine ohnehin geschwächte Population dann auch noch zu bejagen, ist doppelt verantwortungslos.“

Besonders besorgniserregend: Die Bestände des kleinen Schwarmfischs Lodde (auch Kapelan), einer zentralen Nahrungsgrundlage für Wale, sind nahezu zusammengebrochen. Hält der Gewichtsverlust der Wale an, drohen dramatische Folgen für die gesamte Population: Untergewichtige Kühe können weniger Nachwuchs austragen und großziehen, was langfristig den Bestand schwächt. Bereits jetzt fällt auf: Nur ein kleiner Teil der weiblichen Tiere ist trächtig, wo normalerweise nahezu alle Weibchen ab einer bestimmten Körpergröße Nachwuchs erwarten. „Ein Ende des kommerziellen Walfangs ist überfällig. Doch abgemagerte Wale zeigen: Wir müssen nicht nur die Wale schützen, sondern den ganzen Ozean“, so Schweizer eindringlich.

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