Fischkonsum in Deutschland und weltweit

Zahlen und Fakten

Fischkonsum in Deutschland und weltweit

Fisch ist längst keine Delikatesse für besondere Anlässe mehr, sondern selbstverständliche Zutat auf Pizza, im Salat oder als Sushi. Doch hinter dem hohen Konsum stehen leergefischte Meere, weite Transportwege und massive Importe. Diese Seite bündelt die wichtigsten Zahlen und Fakten dazu, wie viel Fisch in Deutschland und weltweit gegessen wird, woher er stammt und wie überfischt die Ozeane bereits sind.

Auf einen Blick

  • In Deutschland liegt der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch bei rund 15,2 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchten im Jahr (BMEL, 2025) – die Einfuhren stiegen zuletzt um 14 Prozent. Das ist weit mehr, als heimische Gewässer hergeben.
  • Der Selbstversorgungsgrad liegt bei nur rund 17 Prozent: Über 80 Prozent des in Deutschland gegessenen Fischs sind importiert (BMEL, 2025).
  • Der symbolische „End of Fish Day" fiel 2026 auf den 18. März – rechnerisch der Tag, an dem Deutschlands eigene Fischvorräte für das Jahr aufgebraucht sind.
  • Weltweit gelten rund 37,6 Prozent Meeresfischbestände als überfischt (FAO SOFIA 2026).
  • Pro Wildlife fordert einen deutlich geringeren Fischkonsum, einen Stopp schädlicher Fischereisubventionen und einen wirksamen Schutz der Meere – denn nachhaltiger Fischkonsum im großen Stil ist eine Illusion.

Fisch pro Kopf in Deutschland (2025)

(BMEL-Versorgungsbilanz)

des Fischs in Deutschland ist importiert

(BMEL, 2025)

End of Fish Day 2026

der Meeresfischbestände sind überfischt

FAO, SOFIA 2026

Wie viel Fisch essen wir in Deutschland?

Ob Lachs, Hering oder Garnele – Fisch bleibt fester Bestandteil auf deutschen Tellern. Nach der amtlichen Versorgungsbilanz des Bundeslandwirtschaftsministeriums stieg der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch 2025 auf 15,2 Kilogramm (Fanggewicht, vorläufig) – vor allem, weil die Fischeinfuhren um rund 14 Prozent zunahmen. Die stärker auf den tatsächlichen Verzehr abzielende Erhebung des Fisch-Informationszentrums weist dagegen 12,8 Kilogramm für 2024 aus, mit zuletzt sinkender Tendenz (2023: 13,4 kg; 2022: 14,4 kg). Beide Werte liegen deutlich über dem, was heimische Gewässer hergeben.

Fünf Arten machen zusammen fast 80 Prozent des deutschen Verzehrs aus. Bei vielen davon lohnt der zweite Blick auf Herkunft und Fangmethode.

ArtMarktanteilüberwiegende Herkunft
Lachs22,6 %Aquakultur (v. a. Norwegen)
Alaska-Seelachs19,8 %Wildfang (Nordpazifik)
Thunfisch / Boniten14,6 %Wildfang (u. a. tropischer Pazifik)
Hering11,0 %Wildfang (Nordostatlantik)
Garnelen10,1 %Wildfang & Aquakultur
Die beliebtesten Fische und Meeresfrüchte in Deutschland 2024. Quelle: FIZ-Fischreport

Woher kommt unser Fisch – und was ist der End of Fish Day?

Deutschland fängt und produziert selbst nur einen Bruchteil des Bedarfs: 2025 lag die Produktion der deutschen Fischerei bei rund 219.700 Tonnen (Fanggewicht), gut sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Den weitaus größten Teil davon landet die deutsche Flotte in ausländischen Häfen an; in deutschen Häfen kommt nur ein Bruchteil an. Aus der Binnenfischerei – dazu zählen Aquakultur sowie Fluss- und Seenfischerei – stammen rund 34.800 Tonnen, überwiegend aus der Aquakultur (Forellen, Karpfen und Miesmuscheln). Der große Rest kommt aus dem Ausland: Die Einfuhren stiegen 2025 auf knapp zwei Millionen Tonnen (+14 Prozent), und der Selbstversorgungsgrad lag bei nur rund 17 Prozent (BMEL).

Fischproduktion in Deutschland 2023

Aus welchen Ländern und Meeren kommt der Importfisch?

Wichtigstes einzelnes Herkunftsland ist Norwegen – vor allem wegen des Zuchtlachses. Daneben zählen Polen, China, Vietnam, Dänemark und die Niederlande zu den größten Lieferländern. Entscheidend dabei: Das Lieferland ist oft nicht der Fangort. Alaska-Seelachs etwa wird im Nordpazifik gefangen, aber häufig in China oder Polen zu Filet verarbeitet und von dort nach Deutschland eingeführt. Der weitaus größte Teil des hier verzehrten Wildfischs stammt aus dem Nordostatlantik; hinzu kommen der Nordpazifik, der tropische Pazifik und der Indische Ozean sowie Aquakulturen in Norwegen und Asien.

Genau das macht der „End of Fish Day" anschaulich: der rechnerische Tag, an dem Deutschland seine eigenen Fischvorräte für das Jahr aufgebraucht hätte, würde es nur selbst gefangenen und gezüchteten Fisch essen. 2026 fiel er auf den 18. März. Zwar wandert dieser Tag zuletzt wieder nach hinten (2024: 29. Februar, 2025: 8. März) – von Entwarnung kann aber keine Rede sein: In der Ostsee sind die Dorsch- und Heringsbestände zusammengebrochen, in der Nordsee schrumpfen sie weiter. Wie angespannt die Lage ist, zeigt eine Entscheidung vom Dezember 2025: Der Bund stellt 20 Millionen Euro bereit, um Nordsee-Fischereibetrieben den Ausstieg aus dem Fanggeschäft zu finanzieren – rund 19 Betriebe geben ihre Kutter auf, die Krabbenkutter-Flotte soll um etwa 30 Prozent schrumpfen. Fangflotte und verbliebene Fangmöglichkeiten passen schlicht nicht mehr zusammen. So trägt der deutsche Fischhunger dazu bei, dass auch in anderen Weltregionen – bis in den Globalen Süden – Bestände überfischt werden.

Wie viel Fisch wird weltweit produziert und gegessen?

2024 erreichte die weltweite Produktion von Fisch, Meeresfrüchten und Algen mit 235 Millionen Tonnen einen neuen Rekord, davon 195 Millionen Tonnen Meerestiere (FAO SOFIA 2026). Erstmals stammt mehr als die Hälfte aus Aquakultur: Rund 103 Millionen Tonnen der Meerestiere kamen 2024 aus Zucht, etwa 92 Millionen Tonnen aus dem Wildfang. Der weltweite Pro-Kopf-Verbrauch von Meerestieren stieg auf rund 21 Kilogramm pro Jahr.

Rund 89 Prozent der erzeugten Meerestiere landen direkt auf dem Teller. Die übrigen rund 11 Prozent werden überwiegend zu Fischmehl und Fischöl verarbeitet – ein kleiner Anteil, in absoluten Zahlen aber immer noch rund 20 Millionen Tonnen Fisch, und Futter vor allem für Zuchtfische wie Lachs. Damit wird wild gefangener Fisch verfüttert, um andere Fische zu mästen; die Aquakultur entlastet die Meere also nicht, sondern erhöht den Druck zusätzlich. Hauptproduzenten wildgefangener Fische sind China, Indonesien, Peru, Russland und Indien; rund die Hälfte des weltweiten Meeresfangs stammt aus Asien.

Wie überfischt sind die Meere wirklich?

Die Ozeane werden weit über ihr Limit befischt. Laut FAO gelten weltweit nur noch 62,4 Prozent der bewerteten Meeresfischbestände als biologisch nachhaltig befischt – rund 37,6 Prozent sind überfischt (Daten 2023). Zwei Jahre zuvor lag der nachhaltige Anteil noch bei 64,5 Prozent; der Trend zeigt also nach unten. Besonders dramatisch ist die Lage laut FAO im Mittelmeer, im Schwarzen Meer und im gesamten Atlantik.

Manche Fachleute halten die tatsächliche Lage für noch ernster: Eine 2024 in Science veröffentlichte Studie legt nahe, dass viele Bestandsschätzungen – und damit auch die daraus abgeleiteten Fangquoten – zu optimistisch angesetzt waren (die Methodik ist allerdings in der Fachwelt umstritten). Klar ist: Wissenschaftliche Fangempfehlungen wurden von der Politik lange den kommerziellen Interessen untergeordnet, und schädliche Subventionen befeuern die weitere Aufrüstung der Fangflotten.

Was bedeutet unser Fischhunger für Wildtiere?

Überfischung reißt Löcher ins gesamte marine Nahrungsnetz: Werden mehr Fische entnommen, als nachwachsen können, brechen Nahrungsketten zusammen. Hinzu kommen die Kollateralschäden zerstörerischer Fangmethoden: Grundschleppnetze pflügen den Meeresboden um, „Geisternetze" werden noch Jahre später zu tödlichen Fallen, und als Beifang sterben Jahr für Jahr bis zu 300.000 Wale und Delfine sowie zahllose Haie, Schildkröten und Seevögel.

Auch für die eigene Gesundheit ist Fisch weniger unbedenklich als oft angenommen: In vielen Meerestieren reichern sich Schadstoffe wie Quecksilber, PCB und Mikroplastik an. Warum Meeresfrüchte weder nachhaltig noch gesund sind und wie gesund Fisch und Muscheln wirklich sind, lesen Sie in eigenen Hintergrundseiten.

Was kann ich tun, um die Überfischung zu verringern?

  • Weniger oder keinen Meeresfisch essen – das ist der wirksamste Hebel. Ein zehn Organisationen umfassendes Bündnis fordert, den Fischkonsum auf null bis maximal eine Portion pro Woche zu senken; eine gesunde Ernährung ist auch ohne regelmäßigen Fisch möglich.
  • Siegel kritisch sehen: Das MSC-Siegel garantiert keine Nachhaltigkeit. Wenn überhaupt Fisch, dann Arten weit unten in der Nahrungskette und aus der Region.
  • Die Petition gegen die Grundschleppnetz-Fischerei unterschreiben.
  • Die Meeresschutzarbeit von Pro Wildlife mit einer Spende unterstützen.

Häufige Fragen zum Fischkonsum

Nach der amtlichen Versorgungsbilanz des BMEL lag der rechnerische Pro-Kopf-Verbrauch 2025 bei vorläufig 15,2 Kilogramm (Fanggewicht), maßgeblich getrieben durch um 14 Prozent gestiegene Einfuhren.

Über 80 Prozent des in Deutschland verzehrten Fischs sind importiert. Die deutsche Fischerei produzierte 2025 selbst nur rund 219.700 Tonnen – den weitaus größten Teil davon landet die Flotte in ausländischen Häfen an. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei nur rund 17 Prozent.

Der „End of Fish Day" ist der rechnerische Tag, an dem Deutschland seine eigenen Fischvorräte für das Jahr aufgebraucht hätte, würde es nur selbst gefangenen und gezüchteten Fisch essen. 2026 fiel er auf den 18. März. Er wird auf Grundlage der Versorgungsbilanz der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung berechnet.

Nein. Zwar stammt weltweit inzwischen mehr als die Hälfte der Meerestiere aus Aquakultur, doch viele Zuchtfische sind Raubfische, deren Futter aus wild gefangenem Fisch und Krill gewonnen wird. Damit befeuert die Fischzucht die Überfischung zusätzlich – hinzu kommen Umwelt- und Tierschutzprobleme.

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