Akrobaten der Meere
Auffälliger als Mantarochen können Meeresbewohner kaum sein: Mit einer Spannweite von sieben Metern scheinen die riesigen Tiere durchs Wasser zu fliegen. Den Namen „Manta“ (Spanisch: „Decke“) verdanken sie dann auch ihren charakteristischen, teppichartigen Flossen, mit denen sie wie mit Flügeln schlagen. Auch ihre Sprünge außerhalb des Wassers sind spektakulär: Sie können bis zu zwei Meter hoch springen und sich drehen, bis sie mit lautem Platscher wieder im Wasser landen.
- Status: Gefährdet
- Population: unbekannt
- Lebensraum: in Küstennähe
Mantarochen: Riesige Planktonfresser
Lange Zeit galten sie als eigene Gattung mit zwei Arten: Riffmanta (ehemals Mantula alfredi) und Riesenmanta (M. birostris). Erst im Sommer 2017 wurden die Mantas der Gattung der Teufelsrochen (Mobula spp.) zugeordnet, so dass nun die korrekten Artnamen Mobula alfredi und Mobula birostris heißen und sich die Zahl von Teufelsrochen-Arten auf insgesamt acht erhöht.
Mantarochen haben im Gegensatz zu den sonstigen Teufelsrochen nur im Unterkiefer Zähne. Diese sind in sechs bis acht Reihen angeordnet, mit bis zu 182 Zähnen nebeneinander. Damit kommt der Mantarochen – obwohl er vornehmlich ein Planktonfresser ist – auf die beeindruckende Höchstzahl von bis zu 1.400 Zähne. Gefährlich sind Mantas und Mobulas für den Menschen trotzdem grundsätzlich nicht. Im Gegensatz zu Stechrochen haben sie keinen Giftstachel. Falls ihnen jedoch Taucher zu sehr auf die Pelle rücken, wurden auch schon Angriffe beobachtet. Die riesigen Fische kommunizieren über Geräusche, die sie mit ihren Flügeln erzeugen.
Fischerei und Handel bedrohen die Mantas
Mantarochen leben in Küstennähe und sind ovovivipar. Sie produzieren also Eier, diese werden jedoch noch im Leib ausgebrütet, so dass die Jungtiere lebend geboren werden. Dabei gebärt jedes Manta-Weibchen nur alle zwei bis drei Jahre ein einzelnes Junges, nach einer Tragzeit von zehn bis vierzehn Monaten. Sie kommunizieren, indem sie Geräusche mit den „Flügeln“ erzeugen. Dafür brechen sie die Strömung oder schlagen auf das Wasser.
Manchmal springen sie vollständig aus dem Wasser und lassen sich laut klatschend auf die Wasseroberfläche fallen – vermutlich, um lästige Parasiten auf der Haut los zu werden. Sie sind bedroht durch Fischerei und den Fang für die Traditionelle Asiatische Medizin, in der die Kiemenreusen begehrt sind und für die bis zu 500 Euro pro Kilogramm bezahlt werden. Der internationale Handel mit den Kiemenreusen der Rochen („gill plates“) ist in den letzten beiden Jahrzehnten regelrecht explodiert.
Das tut Pro Wildlife
Pro Wildlife war daran beteiligt, Arten wie den Walhai unter den Schutz der Konvention zu Erhaltung wandernder Arten (engl. CMS) zu stellen. 2013 wurden auch auf Druck von Pro Wildlife auf der CITES-Konferenz für Mantarochen internationale Handelsbeschränkungen beschlossen, im Oktober 2016 folgten alle anderen Teufelsrochen, wodurch der Raubbau an diesen seltenen Fischen eingedämmt werden soll. Bei der kommenden CITES-Konferenz Ende 2025 soll der Schutzstatus verschärft werden. Wird der Antrag angenommen, gilt künftig gar ein globales Handelsverbot.
Zudem kämpft Pro Wildlife gegen Schauaquarien, in denen Haie und Rochen gezeigt werden, sowie gegen Speisen und Produkte, die Hai enthalten. Auf das Bestreben von Pro Wildlife hin wurde im US-Bundesstaat Maryland ein Wett-Töten von Kuhnasenrochen verboten.
FAQ Mantarochen
Der Mantarochen gehört zu den größten Rochenarten und ist eng mit Haien verwandt. Es gibt den Riesenmanta, den Riffmanta und den Atlantischen Manta. Seit 2017 gelten Mantas nicht mehr als eigene Gattung, sie gehören jetzt offiziell zu den Teufelsrochen (Mobula).
Bei den großen Arten beträgt die Spannweite 7 m oder mehr; Riffmantas erreichen hingegen „nur“ bis zu 5,5 m.
Bis zu 2 Tonnen, abhängig von Art und Größe.
Nein, sie sind harmlos und friedlich, da sie keine Stachel wie andere Rochen besitzen.
Sie ernähren sich von Plankton, kleinen Fischen und Krill, die sie aus dem Wasser filtern.
In tropischen und subtropischen Meeren weltweit, oft nahe Korallenriffen.
Sie gelten als sehr lernfähig und zeigen komplexes Verhalten.
Sie können Spitzengeschwindigkeiten von etwa 20–25 km/h erreichen.
Ja, sie gelten als gefährdet, vor allem durch gezielte Befischung und Beifang in der industriellen Fischerei. Aufgrund ihrer Größe, fehlender Scheu und bekannter Aufenthaltsgebiete sind sie ein leichtes Ziel für die Fischerei.
Hauptgrund: ihre Kiemenreusen, die in der traditionellen Medizin in Asien verwendet werden.
Ja, es gibt beliebte Tauchspots (z. B. Malediven, Australien, Costa Rica, Bali), wo man sie beobachten kann. Dabei ist zu beachten: Mantarochen sind empfindlich – Stress kann ihr Verhalten und ihre Fortpflanzung beeinflussen. Also Abstand halten!
- Plastik reduzieren und Meere sauber halten: Mantarochen filtern Nahrung aus dem Wasser und nehmen dabei Mikroplastik auf.
- Verantwortungsbewusster Tourismus: Beim Tauchen Mantarochen nicht stören, sondern Abstand halten, nicht anfassen oder füttern.
- Organisationen wie Pro Wildlife unterstützen, die für einen globalen strengen Schutz dieser Tiere und ihres Lebensraumes eintreten.
Was aktuell geschieht




