Elefantenreiten, Delfinshow oder Tiger-Selfie: Für die Urlauber ein kurzes Vergnügen, für die Tiere lebenslange Quälerei.

Auf einem Elefanten reiten, ein Foto mit einem Äffchen am Strand oder ein Besuch einer Delfinshow: Vieles, was Touristen aus vermeintlicher Tier- und Naturliebe heraus unternehmen, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen oft als das Gegenteil.

Auch im Urlaub und auf Reisen: Tierschutz für unterwegs

Im Delfinarium © Pixabay

Viele Urlaubsattraktionen verursachen großes Tierleid, z.B.

  • In Marokko werden junge Berberaffen eingefangen, um sie als lebendes Accessoire für Souvenir-Fotos einzusetzen.
  • In Thailand gibt es noch immer Tiger-Tempel, in denen Urlauber gegen Eintritt die (oft sedierten und angeketteten) Raubkatzen streicheln dürfen.
  • In Südafrika, Myanmar, Thailand und vielen anderen Ländern ist Elefantenreiten weiterhin fester Bestandteil des Touristen-Angebots. Hunderte Elefantenbabys werden hierzu noch aus ihren Familien gerissen und brutal eingebrochen.
  • Vor allem in Asien boomen Wasserparks, für die noch immer wilde Delfine, Haie und Robben eingefangen werden.
  • In Fernost müssen Waschbären, Eulen und andere Wildtiere herhalten, um Kunden in Cafés und Restaurants zu locken.
  • In Südamerika werden Faultiere und Papageien eingefangen, damit Touristen für Selfies mit Tier zahlen.

Bitte vermeiden: Tiershows und direkten Kontakt mit Wildtieren

Direkte Interaktionen mit Wildtieren wie Elefantenreiten, Delfinschwimmen oder Tigerstreicheln sollten Urlauber von ihrem Reiseplan streichen. Das gilt auch für Tiershows. Für Wildtiere bedeutet der Kontakt mit Menschen meistens Stress. Dressur- und Haltungsbedingungen in vielen Urlaubsländern sind schlichtweg Tierquälerei. Zudem sind viele der zur Schau gestellten Tiere Wildfänge.

Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen wird, gehen die Leiden, die es erduldet, uns alle an.

Albert Schweitzer

Gabel weg vom Walfleisch

In Island werden noch immer Wale gefangen. Islands Walfänger boykottieren weiterhin ein kommerzielles Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC), das seit 1986 weltweit gilt. Das Geschäft mit dem Fleisch der Zwergwale wäre eigentlich nicht mehr rentabel, wenn nicht Touristen diese vermeintliche „Delikatesse“ probieren wollen würden. Urlauber sollten dringend darauf verzichten, denn sie befeuern das Geschäft mit den Harpunen: Bis zu etwa 260 Zwergwale lassen jährlich ihr Leben und ein Großteil des Fleisches wird von Besuchern konsumiert. Etwa 100 Restaurants in Island haben Zwergwalfleisch (als „minke whale“ oder „hval“) auf der Speisekarte – und die Nachfrage durch Touristen steigt. Seit der Walfang in Island 2003 wieder aufgenommen wurde, hat die dortige Regierung Jagdgenehmigungen für mehr als 700 bedrohte Finnwale (deren Fleisch nach Japan exportiert wird) und 630 Zwergwale erteilt.

 

 

Tipps für Wildtierfans

Pro Wildlife rät, Wildtiere auch im Urlaub dort zu beobachten, wo sie hingehören: in freier Natur. Achten Sie auch hierbei auf verantwortungsvolle Führungen und gebührenden Abstand. Auch beim Besuch von Auffangstationen und Waisenhäusern sollten Touristen auf Etikettenschwindel achten und nur seriöse Einrichtungen besuchen, die hohe Tierschutzstandards erfüllen.