Der größte Fisch der Welt
Der Walhai (Rhincodon typus) ist der größte Fisch der Welt und trotz seiner Größe ein völlig harmloser Planktonfiltrierer. Außergewöhnlich ist auch seine Fortpflanzung: Die Jungen wachsen in Eiern heran, schlüpfen aber noch im Mutterleib (ovovivipar). Ein einziges Weibchen kann mehr als 300 Embryonen gleichzeitig austragen und den Zeitpunkt der Geburt steuern.
Steckbrief Walhai
| Wissenschaftlicher Name | Rhincodon typus |
| Familie | Walhaie (Rhincodontidae) |
| Größe | bis 18–20 m Gesamtlänge (IUCN); größtes zuverlässig vermessenes Tier: 18,8 m (Weibchen). Durchschnittliche adulte Tiere 10–12 m, Geschlechtsreife ab ca. 9 m |
| Gewicht | selten direkt gewogen; für die größten Tiere bis zu rund 34 Tonnen geschätzt (schwerstes Tier mit gesicherter Längenmessung: ~21,5 t bei 12,65 m) |
| Lebenserwartung | vermutlich über 100 Jahre |
| Ernährung | Plankton, Krill, Algen, Kleinstlebewesen (Filtrierer) |
| Lebensraum | (sub)tropische Meere weltweit, bevorzugt 21–25 °C; bis in mind. 1.928 m Tiefe |
| Fortpflanzung | ovovivipar; bis über 300 Embryonen pro Weibchen |
| Bestand | geschätzt 103.000–238.000 geschlechtsreife Tiere (genetische Schätzung, vorläufig) |
| IUCN-Status | stark gefährdet (EN) – Rote Liste 2025 |
| CITES-Status | Anhang I (CoP20 2025, in Kraft seit 5. März 2026; zuvor Anhang II seit 2003) |
Ist der Walhai ein Wal oder ein Hai?
Der Walhai ist keine Mischung aus Wal und Hai, sondern ein echter Hai – von der Größe eines Wals. Erst 1828 wurde er wissenschaftlich beschrieben, und bis heute geben viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Rätsel über Herkunft, Verhalten und Wanderrouten auf. Auffällig ist sein Aussehen: ein blau-grauer Rücken, übersät mit weißen Punkten und Streifen, ein heller Bauch und ein bis zu 1,5 Meter breites, stumpfes Maul.
Wie ernährt sich der größte Fisch der Welt?
Durch sein riesiges Maul, das sich über die gesamte Kopfbreite erstreckt, lässt der Walhai rund 6.000 Liter Wasser pro Stunde strömen. Seine Kiemen filtern Plankton, Algen, Krill und andere Kleinstlebewesen. Nur zwei weitere Haiarten ernähren sich auf diese Weise: der Riesenhai (Cetorhinus maximus) und der Riesenmaulhai (Megachasma pelagios). Weil er filtert statt jagt, gleitet der Walhai gemächlich durchs Wasser – statt mit der Schwanzflosse zu schlagen, neigt er den ganzen Körper abwechselnd nach links und rechts. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei nur etwa fünf Stundenkilometern.
Wo lebt der Walhai?
Walhaie sind Wanderer: Anzutreffen sind sie weltweit in nahezu allen warmen, tropischen und subtropischen Gewässern, da sie Wassertemperaturen von 21 bis 25 Grad Celsius bevorzugen. Sie bleiben nicht an einem Ort, sondern ziehen von Küste zu Küste und legen dabei oft tausende Kilometer zurück. Zwei genetisch getrennte Teilpopulationen sind bekannt: rund 75 Prozent leben im Indo-Pazifik, etwa 25 Prozent im Atlantik.
Warum ist der Walhai bedroht?
Der Walhai ist auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet eingestuft (Neubewertung 2025). In der Indo-Pazifik-Teilpopulation wird über die letzten drei Generationen – rund 120 Jahre – ein Rückgang von mehr als 65 Prozent angenommen. Hauptursachen sind die gezielte Befischung, der Beifang in der Fischerei und Schiffskollisionen. In einigen asiatischen Ländern gilt Walhaifleisch als Delikatesse und wird auf Märkten verkauft. Erschwerend kommt hinzu: Walhaie werden erst mit 15 bis 30 Jahren geschlechtsreif – viele Tiere werden gefangen, bevor sie sich fortpflanzen konnten. Obwohl die gezielte Jagd vielerorts verboten ist, werden Walhaie wegen der hohen Gewinne bis heute gefischt.
Wie ist der Walhai geschützt?
2025 war ein Schlüsseljahr für den Walhai. Auf der CITES-Weltartenschutzkonferenz CoP20 im usbekischen Samarkand beschlossen die Vertragsstaaten, den Walhai von Anhang II auf Anhang I hochzustufen – die höchste Schutzstufe der Konvention. Das bedeutet ein Verbot des internationalen kommerziellen Handels mit Walhaien und ihren Produkten. Die Regelung ist am 5. März 2026 in Kraft getreten (CITES-Notifikation Nr. 2026/005). Die Hochstufung wurde im Konsens angenommen, gemeinsam mit Manta- und Teufelsrochen. Insgesamt erhielten auf der CoP20 über 70 Hai- und Rochenarten neue Handelsschutzbestimmungen – das umfassendste Schutzpaket, das je unter CITES verabschiedet wurde.
Schutz-Meilensteine im Überblick
- 2025: CITES CoP20 (Samarkand): Hochstufung von Anhang II auf Anhang I – internationaler kommerzieller Handel verboten. In Kraft seit 5. März 2026 (CITES-Notifikation Nr. 2026/005).
- 2025: IUCN-Neubewertung der Roten Liste: Status stark gefährdet bestätigt.
- 2023: ICCAT-Fangverbot für atlantische Walhaie: Fangschiffe dürfen Walhaie nicht an Bord behalten, umladen oder anlanden (Rückhalte-, Verlade- und Anlandeverbot); zusätzlich Verbot, Ringwadennetze auf Walhai-begleitete Fischschwärme zu setzen.
- 2017: Aufnahme in Anhang I der Bonner Konvention (CMS, CoP12 Manila; zuvor Anhang II seit 1999).
- 2016: IUCN-Hochstufung von „gefährdet" auf „stark gefährdet".
- 2012: WCPFC (West- und Zentralpazifik): Ringwadenschiffe dürfen ihre Netze nicht auf Fischschwärme setzen, die mit Walhaien vergesellschaftet sind.
- 2002/2003: Aufnahme in CITES-Anhang II (Beschluss CoP12 November 2002, in Kraft 13. Februar 2003) – Walhai und Riesenhai als erste Haiarten auf Anhang II.
Was tut Pro Wildlife für den Walhai?
Pro Wildlife setzt sich seit vielen Jahren für den Schutz von Haien ein. Auf der Vertragsstaatenkonferenz der Bonner Konvention (CMS) half Pro Wildlife 2017, den Walhai auf Anhang I zu listen. Gemeinsam mit dem Species Survival Network hat Pro Wildlife an der Unterschutzstellung dutzender Haiarten bei CITES mitgewirkt – einschließlich der aktuellen Hochstufung des Walhais auf Anhang I 2025.
Als Teil des Bündnisses Shark Alliance erreichte Pro Wildlife, dass die EU 2012 ein Gesetz verabschiedete, wonach beim Haifang die Flossen am Körper bleiben müssen. Gemeinsam mit WildAid kämpft Pro Wildlife gegen den Transport von Haiflossen nach Asien, und seit 2020 unterstützt die Organisation eine EU-Bürgerinitiative für ein Handelsverbot mit Haiflossen. Mehr zu unserer Arbeit für die Meere finden Sie im Themenbereich Meeresschutz.
Häufige Fragen zum Walhai
Der Walhai ist ein echter Hai. Seinen Namen verdankt er seiner enormen Größe, die an Wale erinnert – biologisch ist er ein Fisch und mit Walen nicht näher verwandt.
Der Walhai ist der größte Fisch der Welt. Das IUCN-Assessment 2025 nennt ein Artmaximum von 18 bis 20 Metern; das größte zuverlässig vermessene Tier war ein Weibchen von 18,8 Metern. Durchschnittliche adulte Tiere messen 10 bis 12 Meter. Direkte Gewichtsmessungen sind selten – für die größten Individuen werden bis zu rund 34 Tonnen geschätzt.
Nein. Walhaie sind friedliche Planktonfiltrierer und für Menschen ungefährlich. Deshalb sind sie ein beliebtes Ziel für Taucherinnen, Taucher und Schnorchelnde.
Hauptursachen sind gezielte Befischung, Beifang und Schiffskollisionen. Weil Walhaie erst mit 15 bis 30 Jahren geschlechtsreif werden, erholen sich die Bestände nur langsam. Im Indo-Pazifik wird ein Rückgang von über 65 Prozent in drei Generationen angenommen.
Auf der CITES-Konferenz CoP20 in Samarkand wurde der Walhai Ende 2025 von Anhang II auf Anhang I hochgestuft. Damit ist der internationale kommerzielle Handel mit Walhaien und ihren Produkten grundsätzlich verboten – die höchste Schutzstufe der Konvention. Die Regelung ist am 5. März 2026 in Kraft getreten.
Genaue Zahlen sind schwer zu ermitteln. Eine genetische Schätzung geht von 103.000 bis 238.000 geschlechtsreifen Tieren weltweit aus.
Verzichten Sie auf Produkte aus Haien, achten Sie beim Tauchtourismus auf verantwortungsvolle Anbieter und unterstützen Sie den Meeresschutz von Pro Wildlife – zum Beispiel mit einer Spende oder als Fördermitglied.
Was aktuell geschieht




