Mantarochen

Akrobaten der Meere.

Auffälliger als Mantarochen können Meeresbewohner kaum sein: Mit bis zu neun Metern Spannweite scheinen die riesigen Tiere durchs Wasser zu fliegen. Den Namen „Manta“ (Spanisch: „Decke“) verdanken sie dann auch ihren charakteristischen, teppichartigen Flossen, mit denen sie wie mit Flügeln schlagen. Auch ihre Sprünge außerhalb des Wassers sind spektakulär: Sie können bis zu zwei Meter  hoch springen und sich drehen, bis sie mit lautem Platscher wieder im Wasser landen.
  • Status: Gefährdet
  • Population: unbekannt
  • Lebensraum: in Küstennähe

Mantarochen: Riesige Planktonfresser

Mantarochen © Tomas Kotouc

Mantarochen © Tomas Kotouc

Lange Zeit galten Mantarochen als eigene Gattung mit zwei Arten: Riffmanta (Manta alfredi) und Riesenmanta (Manta birostris). Erst im Sommer 2017 wurden die Mantas der Gattung der Teufelsrochen (Mobula spp.) zugeordnet, so dass nun die korrekten Artnamen Mobula alfredi und Mobula birostris heißen und sich die Zahl von Teufelsrochen-Arten auf insgesamt acht erhöht.

Mantarochen haben im Gegensatz zu den sonstigen Teufelsrochen nur im Unterkiefer Zähne. Diese sind in sechs bis acht Reihen angeordnet, mit bis zu 182 Zähnen nebeneinander. Damit kommt der Mantarochen – obwohl er vornehmlich ein Planktonfresser ist – auf die beeindruckende Höchstzahl von bis zu 1.400 Zähne. Gefährlich sind Mantas und Mobulas für den Menschen trotzdem grundsätzlich nicht. Im Gegensatz zu Stechrochen haben sie keinen Giftstachel. Falls ihnen jedoch Taucher zu sehr auf die Pelle rücken, wurden auch schon Angriffe beobachtet. Die riesigen Fische kommunizieren über Geräusche, die sie mit ihren Flügeln erzeugen.

Fischerei und Handel bedrohen die Mantas

Mantarochen

Mantarochen leben in Küstennähe und sind ovovivipar. Sie produzieren also Eier, diese werden jedoch noch im Leib ausgebrütet, so dass die Jungtiere lebend geboren werden. Dabei gebärt jedes Manta-Weibchen nur alle zwei bis drei Jahre ein einzelnes Junges, nach einer Tragzeit von zehn bis vierzehn Monaten. Mantarochen kommunizieren, indem sie Geräusche mit den „Flügeln“ erzeugen. Dafür brechen sie die Strömung oder schlagen auf das Wasser.

Manchmal springen Mantarochen vollständig aus dem Wasser und lassen sich laut klatschend auf die Wasseroberfläche fallen – vermutlich, um lästige Parasiten auf der Haut los zu werden. Sie sind bedroht durch Fischerei und den Fang für die Traditionelle Asiatische Medizin, in der die Kiemenreusen begehrt sind und für die bis zu 500 Euro pro Kilogramm bezahlt werden. Der internationale Handel mit den Kiemenreusen der Rochen („gill plates“) ist in den letzten beiden Jahrzehnten regelrecht explodiert. 

Das tut Pro Wildlife

Pro Wildlife war daran beteiligt, Arten wie den Walhai unter den Schutz der Konvention zu Erhaltung wandernder Arten (engl. CMS) zu stellen. 2013 wurden auch auf Druck von Pro Wildlife auf der CITES-Konferenz für Mantarochen internationale Handelsbeschränkungen beschlossen, im Oktober 2016 folgten alle anderen Teufelsrochen, wodurch der Raubbau an diesen seltenen Fischen eingedämmt werden soll. Zudem kämpft Pro Wildlife gegen Schauaquarien, in denen Haie und Rochen gezeigt werden, sowie gegen Speisen und Produkte, die Hai enthalten. Auf das Bestreben von Pro Wildlife hin wurde im US-Bundesstaat Maryland ein Wett-Töten von Kuhnasenrochen verboten.

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