Akut bedrohte Mini-Primaten

Koboldmakis (wissenschaftlich Tarsiidae) sind kleine, nachtaktive, baumbewohnende Primaten, die auf einigen Inseln Südostasiens leben. Koboldmakis kommen auf Indonesien und den Philippinen vor, wobei das Verbreitungsgebiet sehr beschränkt ist. Sie leben in Wäldern, aber auch Sumpfgebieten mit Pflanzendickichten.
  • Status: gefährdet bis stark gefährdet
  • Population: k.A.
  • Lebensraum: Wälder, Sumpfgebiete
  • Verbreitung: Südostasien

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Koboldmaki

Koboldmaki

Sie verdanken ihren Namen ihrem einzigartigen Aussehen: Koboldmakis haben einen überdimensional großen, kugelrunden Schädel (den sie bis zu 360 Grad in beide Richtungen drehen und nutzen können) und riesige Augen, die nicht beweglich sind. Proportional zur Körpergröße hat der Koboldmaki die größten Augen aller Säugetiere: Jedes einzelne davon ist größer als sein Gehirn.

Aber nicht nur die großen Augen sind skurril. Alles am Koboldmaki wirkt irgendwie zu groß für seinen 13 Zentimeter großen, zierlichen Körper. Große, spitze Ohren, knöchrige, lange Finger und Füße sowie ein Schwanz, der doppelt so lang ist wie der Körper. All diese Besonderheiten haben eine spezielle, wichtige Funktion, damit Koboldmakis überleben können.

Die winzigen Primaten – mit nur 50 bis 130 g wahre Leichtgewichte – sind hervorragende Jäger und fangen in der Nacht Heuschrecken, Termiten, Käfer, Reptilien, Vögel oder Frösche. Als einzige Affen sind sie ausschließlich Fleischfresser. Die dünnen, langen Ohren können die Tiere zusammenfalten und drehen. So können die Äffchen das leiseste Geräusch orten. Dies ist nützlich, um Beute aufzuspüren, aber auch, um vor Fressfeinden gewarnt zu sein. Ihre kräftigen, langen Hinterbeine sind die optimale Voraussetzung für weite Sprünge. Die Winzlinge können bis zu sechs Meter weit springen, fangen dabei Insekten aus der Luft und landen präzise im nächsten Baum.

Koboldmakis sind keine Haustiere

Koboldmaki © Geoff Deehan

Koboldmaki © Geoff Deehan

Tagsüber ziehen sich Koboldmakis in ihre Verstecke zurück, die sie im dichten Blattwerk, anderthalb Meter über dem Boden, finden. Am liebsten klammern sie sich schlafend an senkrecht stehende Zweige. Ihre dünnen Fingerchen sind dafür perfekt geeignet. An den Fingerspitzen befinden sich geriffelte Haftballen, die dem Tier einen guten Halt geben.

Aktuell sind 14 verschiedene Koboldmaki-Arten bekannt, die sich in drei Gruppen einsortieren: Sunda-, Philippinen- und Sulawesi-Koboldmaki. Jedoch werden weitere Unterarten auf verschiedenen Inseln vermutet. Koboldmakis gelten als bedroht, da ihre Lebensräume immer kleiner werden. Pestizide, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, haben der Population ebenso stark zugesetzt. Da die Tiere nachtaktiv sind und sich im Dickicht aufhalten, sind Sichtungen zum Teil sehr selten. Es gibt Arten, die Jahrzehnte lang nicht gesehen wurden und dann plötzlich wieder auftauchten.

Ein weiteres, großes Problem ist die Haltung als Haustier, die insbesondere den Sunda- und den Philippinen-Koboldmaki betreffen. Die Tiere werden aus der Wildnis gefangen, sind äußerst schwierig zu halten und überleben kaum in Gefangenschaft; Berichte zu Nachzuchterfolgen gibt es nur aus einer Auffangstation in den Philippinen, also unter natürlichen Klimabedingungen.

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