Unsere Meere: überfischt, vermüllt, ausgeplündert
Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt – so scheinen die Ozeane und ihre Ressourcen unerschöpflich. Doch die seit Jahrzehnten andauernde Ausbeutung der Meere zeigt dramatische Folgen: überfischte Bestände, kollabierende Ökosysteme, Plastikmüll und die anhaltende Jagd auf Wale, Delfine und Haie. Pro Wildlife setzt sich mit wissenschaftlich fundierter Arbeit für einen verbesserten und konsequenten Meeresschutz ein – am Verhandlungstisch internationaler Abkommen, in der EU und mit Aufklärung.
Auf einen Blick
- Die Ozeane werden seit Jahrzehnten über ihre Grenzen ausgebeutet; marine Ökosysteme geraten vielerorts aus dem Gleichgewicht.
- Trotz weltweitem Fangverbot jagen weiterhin drei Länder – Norwegen, Island und Japan – kommerziell Wale.
- Jedes Jahr werden über 100.000 Delfine gejagt, bis zu 300.000 Wale und Delfine sterben als Beifang, und rund 100 Millionen Haie werden getötet – Tendenz steigend.
- Pro Wildlife fordert mehr Meeresschutzgebiete, ein Ende der Wal- und Delfinjagd, den Stopp schädlicher Fischereisubventionen und besseren Hai-Schutz
Warum ist Meeresschutz wichtig?
Die Weltmeere sind Lebensraum für einen Großteil aller Arten, sie liefern Sauerstoff, speichern CO₂ und regulieren das Klima. Doch der Raubbau geht ungebremst weiter: Rund 37,6 Prozent der Fischbestände sind überfischt, ganze Nahrungsnetze brechen zusammen, und in den Meeren lagern nach Schätzungen des Umweltbundesamts zwischen 100 und 142 Millionen Tonnen Müll – am Meeresboden bis zu 100-mal mehr als an der Oberfläche. Wale, Meeresschildkröten und Seevögel verenden qualvoll, weil ihr Magen mit Kunststoff verstopft ist. Zugleich versuchen einzelne Länder immer wieder, das kommerzielle Walfangverbot auszuhebeln – obwohl sich viele Walpopulationen bis heute nicht von der industriellen Jagd erholt haben. Hunderttausende Delfine und rund 100 Millionen Haie sterben Jahr für Jahr durch den Menschen. Das müssen wir ändern.
„Die Weiten des Ozeans – blau, wild und v.a. unreguliert: Rücksichtslose Ausbeutung ist an der Tagesordnung. Viele Fischbestände sind kurz vor dem Kollaps, die marinen Nahrungsnetze bekommen immer größere Löcher – doch was unter der Wasseroberfläche passiert, bleibt häufig unsichtbar. Wir machen sichtbar und geben Meerestieren eine Stimme, denn wir brauchen dringend MEER Schutz, nicht weniger.“
Dr. Mona Schweizer, Pro Wildlife
Was tut Pro Wildlife für den Meeresschutz?
- Ausbau mariner Schutzgebiete – im Einklang mit dem globalen Ziel, bis 2030 30 Prozent der Meeresflächen zu schützen.
- Ende der kommerziellen Wal- und Delfinjagd – unter anderem mit der Kampagne End Commercial Whaling.
- Besserer Schutz für Haie und Rochen, etwa ein lückenloses EU-Handelsverbot für Haiflossen.
- Stopp zerstörerischer Fangmethoden wie der Grundschleppnetz-Fischerei.
- Ende der schädlichen Fischereisubventionen und eine grundlegende Reform der Fischereipolitik.
- Exportstopp für Plastikmüll und Aufklärung über die Vermüllung der Meere.




