Haie: Bedrohte Jäger der Meere

Von der Suppe bis zur Schillerlocke.

Beim Thema Gefährdung der Haie denken die meisten an die berüchtigte Haifischflossensuppe und die bis zu 75 Millionen Tiere, die hierfür jährlich für die asiatische Küche getötet werden. Besonders grausam ist dabei das „Finning“, bei dem den oft noch lebenden Haien die Flossen abgeschnitten und die hilflosen Tiere zurück ins Meer geworfen werden. Doch auch in Deutschland und anderen EU-Ländern werden heute noch große Mengen Hai verzehrt – unter Tarnnamen wie Schillerlocke, Fish & Chips oder Königsaal. Jede dritte Haiart ist inzwischen gefährdet – und nur wenige Arten stehen bislang unter Schutz.
Grauer Riffhai

Grauer Riffhai © NOAA

Einsatz gegen das Haifinning

Die brutale Praxis des Finnings wurde bereits 2003 in der EU verboten – auf dem Papier zumindest. Doch lange durften die EU-Fischer die Flossen getrennt vom Haikörper anlanden, so dass kaum jemand kontrollieren konnte, ob die bevorzugt an Land gebrachten großen Flossen wirklich zu den mitgebrachten (wegen Platzmangel auf dem Schiff) bevorzugt kleineren Haikörpern gehörten. Das Bündnis Shark Alliance, zu dem auch Pro Wildlife gehört, erreichte, dass die EU 2012 endlich ein Gesetz verabschiedete, wonach die Flossen am Körper bleiben müssen. Auch wenn damit die Haifischerei nicht per se verboten ist, passen doch nun viel weniger Tiere auf den Fischkutter – eine Regelung, die vielen Haien ein furchtbares Ende erspart.

Doch die Kontrollen auf hoher See sind schwierig und Schindluder mit den Flossen ist nicht ausgeschlossen. Dazu kommt, dass Flossen aus der Fischerei anderer Länder, die zum Teil noch Finning erlauben, weiterhin in die EU eingeführt und über die EU in Drittländer verkauft werden dürfen. 2020 unterstützt Pro Wildlife gemeinsam mit 18 Organisationen eine EU-Bürgerinitiative, die die EU auffordern, den Handel mit Haiflossen zu verbieten und die „Fins Naturally Attached“-Verordnung auch auf Export, Import und Transit auszuweiten.

Auf internationaler Ebene kämpft Pro Wildlife gemeinsam mit WildAid für ein Ende der Transporte von Haiflossen nach Asien. Über 30 Fluglinien und diverse Frachtunternehmen (darunter UPS) haben bereits einen entsprechenden Transportstopp beschlossen; die Versorgung der Märkte in Hongkong und China, aber auch die Nachfrage sind deutlich zurückgegangen.

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Walhai © Zac Wolf

Haikonsum in Europa

Der Dornhai (lat. Squalus acanthias) ist durch Überfischung bedroht und wird in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als gefährdet („vulnerable“) geführt. Größter Importeur für den Dornhai ist die EU. In Deutschland sind besonders die geräucherten Bauchlappen als Schillerlocken beliebt, und in Gelee mariniert kommt das Fleisch als Seeaal in den Handel. Im Vereinigten Königreich ist Dornhai als „rock salmon“ bekannt und wird teilweise für die bekannten „Fisch & Chips“ verwendet. Dornhai wird frisch, gefroren, getrocknet und gesalzen und geräuchert angeboten. Auch Heringshai findet sich regelmäßig in den europäischen Fischtheken, als „Haisteak“ oder „Seestör“. Seit 2011 hat die EU auf Druck der Umweltverbände und der Wissenschaftler die Fangquote für Dorn- und Heringshai auf Null gesetzt – doch die Importe aus Nordamerika  und Ozeanien gehen weiter. Seit 2013 gelten auf Initiative Deutschlands weltweite Handelsbeschränkungen für den Heringshai, für den Dornhai fand sich hingegen keine Mehrheit.

Das tut Pro Wildlife
Mit dem „Einkaufsführer für Haifreunde“ klärt Pro Wildlife auf, in welchen Produkten überall Hai steckt; von der Schillerlocke bis zum Boroso-Leder. Das Bündnis Shark Alliance, zu dem auch Pro Wildlife gehört, erreichte, dass die EU 2012 endlich ein Gesetz verabschiedete, wonach beim Haifang die Flossen am Körper bleiben müssen. Auf internationaler Ebene kämpft Pro Wildlife gemeinsam mit WildAid für ein Ende der Transporte von Haiflossen nach Asien. Seit Anfang 2020 unterstützt Pro Wildlife gemeinsam mit 18 Organisationen eine EU-Bürgerinitiative, die die EU auffordern, den Handel mit Haiflossen zu verbieten.

Pro Wildlife und das Species Survival Network haben bei der weltweiten Unterschutzstellung von mehreren Haiarten mitgewirkt, so gelten z.B. seit 2013 Handelsbeschränkungen für Heringshai, Weißspitzenhochseehai und drei Hammerhai-Arten; bereits seit 2010 für den Weißen Hai, den Riesen- und den Walhai. Bei der Weltartenschutzkonferenz (CITES) im September 2016 kamen Seiden- und Fuchshaie hinzu, im August 2019 der Makohai.

Mehr Informationen

EU Bürgerinitiative Stop Finning – Stop the Trade

Haie werden millionenfach getötet, die Schätzungen belaufen sich laut Weltnaturschutzunion IUCN auf 63 bis 273 Millionen Tiere jährlich.

» Europäische Bürgerinitiative gegen Finning und Handel

Schillerlocken©HZidowitz

Schillerlocken © HZidowitz

Haiprodukte wie die Schillerlocke landet auch auf deutschen Tellern.

» Einkaufshilfe für Haifreunde (pdf)

Einkaufshelfer für Haifreunde

Tierporträt: Haie

Imagewandel: Vom Menschenfresser zum bedrohten Hai.

» Haie: Von Jägern zu bedrohten Arten

Schwarzspitzenriffhai

Schwarzspitzenriffhai

Haie ins Meer, nicht in Glastanks – unter diesem Motto leisten wir Widerstand gegen ein geplantes Hai-Aquarium in Hessen.

» Widerstand gegen Shark City

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