München, 03. August 2026. – Frankreich weitet sein Einfuhrverbot für Jagdtrophäen aus: Künftig sind nicht mehr nur Löwentrophäen von der Einfuhr ausgeschlossen, sondern auch die von Elefanten, Nashörnern, Leoparden und weiteren besonders bedrohten Arten. Die Bearbeitung sämtlicher Einfuhranträge wurde bereits mit sofortiger Wirkung ausgesetzt, das Verbot soll im Herbst per Erlass in Kraft treten. Pro Wildlife begrüßt den Schritt als europäisches Vorbild – und fordert die Bundesregierung auf, endlich nachzuziehen. „Frankreich beweist, dass ein nationales Importverbot rechtlich möglich und längst überfällig ist. Die Bundesregierung dagegen verschanzt sich hinter dem Verweis auf eine europäische Lösung – während Deutschland ungebremst der größte Trophäen-Importeur der EU bleibt“, kritisiert Dr. Mona Schweizer von Pro Wildlife.
Nationales Verbot ist möglich – Frankreich macht es vor
Mit dem Schritt reiht sich Frankreich in eine wachsende Zahl von EU-Staaten ein, die bereits nationale Einfuhrverbote beschlossen haben: die Niederlande (2016), Finnland (2023) und Belgien (2024). Das häufig vorgebrachte Argument, ein solches Verbot sei allein auf EU-Ebene möglich, ist damit widerlegt. Frankreich hatte die Einfuhr von Löwentrophäen bereits 2015 untersagt und dehnt den Schutz nun auf weitere streng geschützte Arten aus.
Deutschland: Rekordimporte gegen den Bürgerwillen
Deutschland geht den umgekehrten Weg. Allein 2025 registrierten die Behörden 679 Einfuhrvorgänge für Jagdtrophäen international geschützter Arten, über die vergangenen zehn Jahre summieren sie sich auf 6.422 – kein anderes EU-Land importiert mehr. Dabei ist die Haltung der Bevölkerung eindeutig: In einer repräsentativen Ipsos-Umfrage 2026 sprachen sich 85,6 Prozent der Befragten für ein Importverbot von Trophäen geschützter Arten aus.
Pro Wildlife fordert: Deutschland muss nachziehen
Pro Wildlife fordert die Bundesregierung auf, ein nationales Einfuhrverbot für Jagdtrophäen bedrohter und international geschützter Arten auf den Weg zu bringen: „Es fehlt nicht an rechtlichen Möglichkeiten, sondern am politischen Willen. Wer Artenschutz ernst nimmt, wartet nicht auf Brüssel, sondern handelt“, so Schweizer.