München/Samarkand, 28. November 2025. Auf der 20. Konferenz der CITES-Weltartenschutzkonferenz wurden historische Maßnahmen für insgesamt 47 Haiarten und 27 Rochenarten beschlossen. Für 63 Arten wurde der internationale Handel eingeschränkt, für 11 Arten gilt künftig sogar erstmals ein globales Handelsverbot. „Der heutige Tag bei der Artenschutzkonferenz spiegelt die dramatische Situation von Haien und Rochen in den Ozeanen wider. Manche Arten wie der Weißspitzen-Hochseehai sind um weit über 90% zurückgegangen, in manchen Gebieten sogar um 98%“, betont Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologie und Haiexperte von Pro Wildlife.
„Handelsverbot für 11 Hai- und Rochenarten war überfällig“
Der Weißspitzen-Hochseehai galt in der Vergangenheit als der häufigste Hai. Er spielt eine wichtige Rolle in den Ökosystemen der Hochsee, deshalb ist es ein wichtiger Schritt, sie endlich unter absoluten Schutz zu stellen. Ähnlich ist die Situation bei den Teufelsrochen (neun Arten), die ebenfalls am Verschwinden sind. Rochen, wie auch der Walhai, spielen auch eine wichtige Rolle für den Tourismus in vielen Küstenländern. „Es ist ein überwältigendes Erlebnis, mit diesen Tieren zu schnorcheln“, betont Sonntag. Allein der Walhai-Tourismus erzielt jährlich weltweit schätzungsweise 140 Millionen USD.
Beide Haiarten und die neun Arten Teufelsrochen wurden auf CITES Anhang I gelistet, dies bedeutet ein striktes internationales Handelsverbot. „Dieser höchste Schutz war längst überfällig, denn alle bisherigen Versuche, den Handel nur zu regulieren, haben versagt“, so der Pro Wildlife Sprecher.
Weitere Premiere: Schutz für Tiefseehaie
Neben diesen großen charismatischen Arten wurden auch die kleinen Schlingerhaie (16 Arten), die in der Tiefsee leben, sowie Hundshaie (29 Arten) unter besseren Schutz auf Anhang II der CITES-Konvention gestellt. Für sie gelten künftig erstmals globale Handelsbeschränkungen.
Für 18 Arten Geigenrochen wurden die seit 2019 bereits bestehenden Handelsbeschränkungen verschärft: Für sie gilt künftig eine Nullquote für Exporte von Tieren, die aus den Meeren gefangen wurden – de facto kommt dies mangels Zucht von Geigenrochen einem globalen Handelsverbot gleich.
„Alle nun besser geschützten Haie und Rochen haben eine sehr geringe Fortpflanzungsrate, daher können die Bestände die massive Befischung nicht ausgleichen. Mit diesen wichtigen Ergebnissen hat CITES auf seiner 20. Tagung und 50 Jahre nach seiner Gründung Geschichte beim Schutz von Haien und Rochen geschrieben“, so Sonntag abschließend.