Palmöl tötet Orang-Utans

Ohne Palmöl (über)leben!

Palmöl tötet Orang-Utans

Wussten Sie, dass wir hier in Deutschland regelmäßig einen Beitrag dazu leisten, dass jährlich tausend Orang-Utans sterben, ihr Zuhause verlieren, verbrennen, gefangen und sogar als Haustiere verkauft werden? Dass Wildtiere wie der Sumatra-Tiger oder der Borneo-Zwergelefant aussterben? Dass für unsere Schokolade-Gaumenfreude vielleicht jemand sein Zuhause verloren hat? Der Grund für die Regenwald-Rodung und das Leid von Orang-Utan & Co. ist Palmöl. In vielen Nahrungsmitteln, Kerzen, Reinigungsmitteln und Kosmetik ist Palmöl enthalten. Die EU-27 importierte laut ufop von Juli 2024 bis Ende Juni 2025 rund 2,8 Mio. t Palmöl.

Wo kommt Palmöl eigentlich her und warum ist es in so vielen Lebensmitteln vorhanden?

Palmöl wird aus Kernen der Früchte der Ölpalme (lat. Elaeis guineensis) gewonnen. Die Palme stammt ursprünglich aus Afrika, wird aber heute vor allem in Südostasien kultiviert. Die wichtigsten Anbauländer sind Indonesien und Malaysia. Laut FAO baute Indonesien im Jahr 2024 auf mehr als 14 Mio. Hektar Palmöl an, Malaysia auf rund 5 Mio. Hektar (ha). Im Gegensatz zu Raps- und Sonnenblumen-Anbau ist der Ölpalmen-Anbau wesentlich ertragreicher, daher ist Palmöl auch das günstigste Pflanzenöl im Verkauf. Bei den herstellenden Firmen ist es auch deshalb so beliebt, weil es, wenn beigemengt, Produkte besonders streichfähig macht, geschmacklos ist und bei Zimmertemperatur besonders lange haltbar ist.

Steigende Nachfrage – abnehmende Artenvielfalt

Um mehr Platz für den Anbau der Ölpalmen zu schaffen, werden regelmäßig enorme Mengen an Regenwald gerodet, Anwohnende enteignet oder vertrieben. Die Austrocknung des Torfbodens durch das gezielte Abbrennen der Flächen führt zu klimaschädlichen Gasen – normalerweise speichert der Torfboden CO2 und Wasser, was Dürre, Feuer und CO2-Ausstoß natürlich entgegenwirkt. Auch benachbarte Reis-Anbaugebiete werden beeinträchtigt, da der Anbau durch den trockenen Boden erschwert wird. Darüber hinaus gefährden die Ölpalmen-Monokulturen und gezielte Beseitigung von ungewollten Pflanzen die Biodiversität. Die in den Gebieten lebenden Orang-Utans, Borneo-Zwergelefanten und Sumatra-Tiger sind zum Teil schon vom Aussterben bedroht und ihr Lebensraum schrumpft weiter. Auch der Malaienbär und der Nasenaffe verlieren ihr Zuhause durch Palmöl.

Rodung für Palmöl in Indonesien © International Animal Rescue, Palmöl Orang-Utans
Rodung für Palmöl in Indonesien © International Animal Rescue

Orang-Utans sterben für unser Palmöl

Palmöl hat für Orang-Utans schreckliche Folgen: Sie werden durch die Zerstörung des Regenwaldes verbrannt, verdrängt oder verhungern auf der Suche nach Futter. Muttertiere werden von Kriminellen getötet, die Jungtiere als Haustiere verkauft. 

Die Menschenaffen waren früher unter anderem auch in China stark verbreitet, heute beschränken sich die Arten nur noch auf Borneo und Sumatra. Auf Borneo leben etwa 47.000 Orang-Utans in freier Natur und sind stark gefährdet. 13.846 Tiere leben in Sumatra und selbst die bislang noch unbekannte Tapanuli-Art, die aus weniger als 800 Mitgliedern besteht, ist bereits vom Aussterben bedroht. Die Zukunft der Orang-Utans, deren Erbgut zu 97 Prozent dem Erbgut eines Menschen gleicht, ist zum Großteil wegen Regenwald-Rodung für Palmöl, aber auch durch Wilderei, Bergbau und Wasserkraftwerke unsicher.

Welche gesundheitlichen Folgen hat Palmöl für uns Menschen?

Die billige Produktion, der vergleichsweise hohe Ertrag und die Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten sind Faktoren, die den Anbau der Ölpalme für den Menschen so attraktiv gemacht haben. Doch nicht nur die lokalen tierischen und menschlichen Bewohner zahlen für das Palmöl und dessen Produktion einen hohen Preis. Bereits mehrfach wurden die gesundheitlichen Folgen des Palmöl-Verzehrs untersucht. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft Palmöl nach einer durchgeführten Studie als wahrscheinlich krebserregend und erbgutschädigend ein. Die enthaltenen gesättigte Fettsäuren tragen zum Anstieg der Blutfettwerte bei, was zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes führen kann. Fettreiche Ernährung initiiert demnach auch das Wachstum von Metastasen.

Welche Alternativen gibt es zu Palmöl-haltigen Produkten?

Ganz auf den Gebrauch von Palmöl zu verzichten, ist für uns gar nicht so einfach – aber eine Senkung ist definitiv möglich. Leider können wir das Siegel RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil) nicht wirklich empfehlen, da es keine Garantie für Nachhaltigkeit bietet und weil es ein falsches Signal an den Markt sendet. Die Botschaft muss sein: Weniger ist mehr! Die Nachfrage nach Palmöl muss drastisch verringert werden, nur dann ist ein wirklich nachhaltiger Anbau möglich. Deshalb müssen wir alle achtsam sein. Sich beim Einkauf Zeit nehmen, auf die Inhaltsstoffe und das Kleingedruckte zu achten, hilft.

Wie jeder mithelfen kann

  • Bevorzugt Bio-Produkte und Produkte mit heimischen Ölen (z.B. Sonnenblumen- oder Rapsöl) kaufen. Stoffe wie zum Beispiel Palmitate, Glyceryl oder Pflanzenöl können Hinweise auf Palmöl sein. 
  • Schokolade in Maßen genießen – nicht in Massen.
  • Fertiggerichte meiden. Selbst mit Sonnenblumen- oder Leinöl zu kochen ist bereits ein kleiner Schritt in die richtige Richtung und trägt dazu bei, den Tieren ein friedlicheres Leben zu ermöglichen.

„Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht dieser Welt verändern.“

Sprichwort der Xhosa

Weitere Informationen:

FAQ Palmöl

Hauptgrund: Der Anbau von Palmöl boomt. Für Palmölplantagen werden Regenwälder abgeholzt – der Lebensraum von Orang-Utans geht dadurch verloren.

Schätzungen zeigen, dass tausende Tiere pro Jahr durch Lebensraumverlust und Konflikte betroffen sind.

Vor allem in Indonesien und Malaysia – genau dort, wo Orang-Utans leben.

Lebensmittel, Kosmetik, Waschmittel, Fertigprodukte – Palmöl steckt in vielen Alltagsprodukten.

Durch bewussten Konsum ist der Verbrauch von Palmöl definitiv reduzierbar – z.B. beim Essen regionale und einfache Lebensmittel bevorzugen.

Theoretisch ja, aber in der Praxis schwer zu überprüfen. Zertifiziertes Palmöl (z. B. RSPO) soll umweltfreundlicher produziert werden, aber immer wieder gerät auch zertifiziertes Palmöl in die Schlagzeilen, weil lästige Vorgaben umgangen werden.

Palmöl ist sehr günstig und ertragreich, deshalb werden große Flächen gerodet.

  • Auf Produkte mit heimischen Ölen setzen (wie Sonnenblumen oder Rapsöl)
  • Besser frisch kochen statt Fertiggerichte
  • Auf Fleisch, Milch und Eier aus konventioneller Landwirtschaft verzichten – denn Palmöl ist ein beliebter Zusatz in Futtermitteln
  • Beim Kauf von Waschmittel, Haarpflegeprodukten, Hautcremes etc. Produkte mit Palmöl vermeiden
  • Organisationen wie Pro Wildlife unterstützen, die sich für den Lebensraumschutz von Orang-Utans einsetzen (siehe Affenpatenschaft)

Ideal: Regionale Bio-Öle. Mindestens: heimische Pflanzenöle (Raps, Sonnenblume)

Die Listen ändern sich ständig, daher ist ein Label-Check wichtig. Dabei auf Begriffe wie Palmöl / Palmfett, Palmkernöl und Sodium Palmate (bei Kosmetik) achten. Immer mehr Produkte werben inzwischen auch mit “palmölfrei”.

Sie verlieren ihre Nahrungsgrundlage, werden durch Abholzung vertrieben oder sterben bei Brandrodungen in den Flammen. Auf der immer schwierigeren Suche nach Nahrung nähern sie sich immer häufiger menschlichen Siedlungen und es kommt oft zu Konflikten mit Menschen, die sie gewaltsam vertreiben wollen.

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