EchsenFröscheSchildkrötenSchlangen
Status
viele Arten bedroht
Population
6145 Arten
Lebensraum
gemäßigt bis tropisch

Im Gegensatz zu Schlangen sind bei den meisten Echsen (Sauria) die Gliedmaßen voll entwickelt – mit Ausnahme der Schleichen, die verkürzte oder gar keine Beine haben (z.B. Blindschleiche). Von den Schildkröten unterscheiden sich Echsen durch das Fehlen eines Panzers. Leguane, Agamen, Chamäleons, Geckos, Skinke – die Vielfalt an Echsen ist mit mehr als 6.000 Arten riesig. Die meisten von ihnen haben einen verhältnismäßig langen Schwanz, den sie bei Gefahr abwerfen und regenerieren können. Die kleinste Echse ist mit knapp drei Zentimeter der Kugelfinger-Gecko (Sphaerodactylus ariasae), die größte der Komodo-Waran mit 3 Metern.

Echsen bewegen sich auf unterschiedlichste Weise fort: Geckos können haftklettern, Flugdrachen (Draco spp.) bis zu 60 Meter gleitfliegen und Chamäleons greifklettern – die Jesus-Christus-Echse läuft gar über Wasser.

Die meisten Echsen sind Räuber, einige Arten fressen aber auch Pflanzen. Beeindruckend ist die Jagdmethode der Chamäleons, bei dem sie ihre Zunge mit einer Geschwindigkeit von bis zu 22 km/h der Beute entgegenschleudern. Dabei erzeugt ein Muskel auf der Zungenspitze einen Hohlraum mit Unterdruck, der die Beute regelrecht ansaugt und blitzschnell in das Maul befördert. Mit dieser Methode können Chamäleons nicht nur Insekten, sondern sogar kleinere Vögel oder junge Mäuse fangen.

Überhaupt gehören Chamäleons mit ihren mehr als 200 Arten zu den faszinierendsten Reptilien: Sie können ihre Farbe wechseln, um besser die Sonnenwärme einzufangen, aber auch bei Gefahr, um ihre Angreifer zu irritieren. Einzigartig auch ihre einzeln beweglichen Augen, mit denen sie mit 342 Grad nahezu einen Rundumblick haben.

Eine spannende Echse ist auch der Dornteufel (Moloch horridus), der mit seinem stachelbedeckten Körper aussieht wie ein Wesen vom anderen Stern. Der Dornteufel ist bestens für ein Leben in den Wüsten Australiens vorbereitet: In seiner Haut gibt es mikroskopisch kleine Rillen, mit denen jegliches Wasser aus Regen oder Morgentau aufgefangen und mittels Kapillarkräften zum Maul transportiert wird.

Echsen sind weltweit durch die Zerstörung ihres Lebensraums bedroht, einige Arten (z.B. diverse Leguane oder Tejus) werden auch wegen ihres Fleisches gejagt, Geckos in Asien landen zu hunderttausenden in der Traditionellen Medizin. Zu all diesen Gefahren kommt der Fang für den internationalen Heimtierhandel noch hinzu, der gerade Arten mit kleinem Verbreitungsgebiet wie Alligator-Baumschleichen aus Lateinamerika (Abronia spp.), himmelblau Zwerggeckos (Lygodactylus williamsi) oder Hornagamen aus Sri Lanka (Ceratophora spp.) an den Rand der Ausrottung bringen kann.

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Gecko Auckland Green © Joao Inacio