Die letzten ihrer Art

Heute leben nur noch 30 bis 80 Tiere dieser akut vom Aussterben bedrohten Art, die zu den seltensten Großsäugetieren gehört. Ursprünglich war das Sumatra-Nashorn (Dicerorhinus sumatrensis) von Assam in Nordostindien über Indochina bis auf die Malaiische Halbinsel und die Großen Sundainseln verbreitet. Heute leben die Tiere in wenigen, sehr kleinen, voneinander isolierten Gebieten auf Sumatra – sehr wenige auch auf Borneo. Zudem gehören die Tiere auf diesen beiden Inseln zwei verschiedenen Unterarten an. Eine dritte Unterart, die ursprünglich in Indien, Myanmar und Bangladesch lebte, gilt seit 1996 als ausgestorben. In Malaysia starben 2019 die beiden letzten dort lebenden Sumatra-Nashörner in Gefangenschaft, die letzten überlebenden Tiere gibt es in Indonesien.
  • Status: vom Aussterben bedroht
  • Population: 30 bis 80
  • Lebensraum: Regenwälder

Das Sumatra-Nashorn ist das Kleinste

Das Sumatra-Nashorn ist mit einer Körperhöhe von nur 100 bis 150 Zentimetern die kleinste und urtümlichste der fünf heute lebenden Arten. Als einzige Nashornart besitzt das Sumatra-Nashorn eine mehr oder weniger dichte Behaarung. Es trägt zwei Hörner. Die Kälber haben lange, dichte rotbraune Haare am ganzen Körper. Ihre verlängerte, greiffähige Oberlippe nutzen die Tiere, um Zweige, Blätter, Früchte und andere Pflanzenteile zu pflücken.

Sumatra Nashorn © International Rhino Foundation

Sumatra Nashorn © International Rhino Foundation

In seinem Lebensraum, dem dichten Regenwald, ist das Sumatra-Nashorn vor allem nachts unterwegs, um Futter zu suchen. Tagsüber suhlt es sich zur Abkühlung gerne im Schlamm. Ab einem Alter von sechs bis acht Jahren bringen die weiblichen Tiere nach einer Tragzeit von etwa 15 Monaten ein Kalb zur Welt. Dieses bleibt drei bis vier Jahre bei der Mutter. Dass nur noch kleine, verstreute Restbestände vorhanden sind, ist heute das größte Problem für den Fortbestand dieser Art, denn das Finden eines Partners und der genetische Austausch sind extrem erschwert.

Ein Schutzprojekt verschiedener Organisationen zielt darauf ab, die letzten Tiere aus der Natur zu fangen, um sie in Gefangenschaft mithilfe künstlicher Befruchtung zu züchten. Zum Teil sind die Tiere allerdings bereits unfruchtbar. Malaysia hatte zwischen 1987 und 2014 mehr als ein Dutzend Sumatra-Nashörner eingefangen. Zuchtbemühungen des Landes scheiterten, die letzten beiden Tiere starben 2019. In Indonesien lebten 2019 insgesamt acht Tiere in Gefangenschaft, zwei davon sind Nachzuchten.

Lebensraumverlust und Wilderei

Der Lebensraum der Tiere schrumpft rapide durch Rodung für Palmölplantagen, Papierproduktion und Bergbau. Ursprünglich wurden die Tiere, wie andere Nashornarten auch, für den illegalen Handel mit ihrem Horn gewildert, das in der traditionellen asiatischen Medizin als vermeintliches Heilmittel begehrt ist und hohe Preise erzielt. Die Art ist seit 1977 durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) geschützt, der internationale Handel ist seither verboten.

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