Breitmaulnashorn
Status
vom Aussterben bedroht
Population
4.880
Lebensraum
Savanne

Das Spitzmaulnashorn (wissenschatlich Diceros bicornis) ist vom Aussterben bedroht. Im 20. Jahrhundert gab es ursprünglich bis zu 850.000 Tiere dieser Art, heute leben jedoch nur noch etwa 4.800. Zunächst haben die Besiedelung von Land und die Ausbreitung der Landwirtschaft der Art zugesetzt, dann die rücksichtslose Jagd nach dem Horn, die bis heute anhält. 1960 gab es nur noch 100.000 Spitzmaulnashörner. Die Zahl sank dann bis 1995 weiter um 98 Prozent. Ursprünglich war das Spitzmaulnashorn in ganz Afrika südlich der Sahara zu finden, inzwischen ist seine Verbreitung auf einige wenige Länder beschränkt. Einmal ausgewachsen haben die Tiere keine natürlichen Feinde. Das Spitzmaulnashorn ist auch als schwarzes Nashorn bekannt, obwohl es gar nicht schwarz ist. Dieser Name stammt wahrscheinlich von einem Übersetzungsfehler. Das Breitmaulnashorn, der größere Vetter des Spitzmaulnashorns, ist im Englischen als White Rhino, also „Weißes Nashorn“ bekannt, obwohl es nicht weiß ist. In der Sprache Afrikaans bedeutet „wyd“ übersetzt „breit“, was dem englischen „white“ sehr ähnlich klingt. Englische Siedler haben daraus wohl „White Rhino“, Weißes Nashorn, gemacht. Und in Abgrenzung dazu ist das Spitzmaulnashorn zu seinem Namen „Black Rhino“ oder Schwarzes Nashorn gekommen.

Es gibt acht Unterarten, von denen fünf bereits komplett ausgestorben sind. Die drei noch bestehenden Unterarten sind alle vom Aussterben bedroht. Das ostafrikanische Spitzmaulnashorn kommt mit etwa 740 Individuen in Kenia und Tansania vor, das südzentralafrikanische von Südafrika bis Kenia umfasst noch 2.220 Tiere und in Namibia leben etwa 1.920 südwestliche Spitzmaulnashörner. Länder wie beispielsweise Sambia, Ruanda und Botswana konnten südzentralafrikanische Nashörner aus Südafrika einführen und wieder ansiedeln.

Das Spitzmaulnashorn ist ein mächtiges Tier und bringt bis zu 1,4 Tonnen auf die Waage. Es ist sehr bullig mit kräftigen, aber recht kurzen Beinen. Markant ist auch sein Hohlkreuz. Das Spitzmaulnashorn ist etwas zierlicher als das Breitmaulnashorn, das bis zu 3 Tonnen auf die Waage bringt. Dafür gilt es allgemein als aggressiverer Nashorn-Vertreter. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die spitze Oberlippe, der es seinen deutschen Namen verdankt. Mit ihr kann es optimal Blätter und Zweige von Büschen und Bäumen abreißen. Spitzmaulnashörner hören und riechen gut, können jedoch nicht besonders gut sehen. Obwohl sie durch das hohe Gewicht behäbig erscheinen, können sie bis zu 50 km/h schnell rennen. Spitzmaulnashörner haben zwei Hörner, von denen das vordere länger ist (im Durchschnitt bis 50 cm lang) als das hintere. Das Horn besteht wie die menschlichen Fingernägel aus Keratin und wächst ein Leben lang. Die Tiere setzen die Hörner unter anderem zum Abschaben von Baumrinde und für Revierkämpfe ein.

Hauptbedrohungsursache ist die Wilderei: Denn auf dem Schwarzmarkt erzielen die Hörner einen höheren Preis als Gold. Sie werden in der Traditionellen Asiatischen Medizin seit langem als vermeintliches Heilmittel eingesetzt, neuerdings allerdings auch als Anti-Kater-Mittel und Statussymbol, Dekoration und Schmuck verwendet.

Das Spitzmaulnashorn ist laut Weltnaturschutzunion (IUCN) vom Aussterben bedroht. Um den internationalen Handel zu verbieten, ist das Spitzmaulnashorn in Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Fauna and Flora) gelistet.

Pro Wildlife kämpft gegen den Handel mit Nashorn-Horn und setzt sich gegen große Widerstände dafür ein, dass internationale Handelsverbote bestehen bleiben. Zudem unterstützt Pro Wildlife das Anti-Wilderer-Netzwerk EAGLE im Kampf gegen Wilderei in Afrika.

» So hilft Pro Wildlife

Spitzmaulnashorn
 

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