MantarochenIcon TigerhaiIcon WalhaiIcon Weißer Hai
Status
potentiell gefährdet
Population
unbekannt
Lebensraum
offener Ozean, Küstennähe

Der Tigerhai (Galeocerdo cuvier) ist nach dem Walhai, dem Riesenhai und dem Weißen Hai der viertgrößte Hai der Welt. Er kann gut fünf Meter lang und mehr als 1.000 Kilogram schwer werden, wobei Weibchen meist größer sind als Männchen. Tigerhaie können vermutlich bis zu 50 Jahre alt werden und maximal 82 Jungtiere auf einmal gebären. Allerdings haben die Weibchen, nach einer Tragezeit von etwa 13-16 Monaten, nur alle zwei bis drei Jahre Nachwuchs. Tigerhaie sind ovovivipar, das heißt die Jungtiere schlüpfen noch im Mutterleib aus Eiern und werden dann geboren.

Seinen Namen hat der Tigerhai von den charakteristischen dunklen Streifen auf dem Körper, die aber mit zunehmendem Alter verblassen. Tigerhaie haben ein sehr großes Verbreitungsgebiet und können Strecken von mehreren tausend Kilometern zurücklegen. Sie sind Einzelgänger, die sich tagsüber meist im offenen Ozean aufhalten und nachts zum Jagen in flachere Küstengewässer kommen. Dabei helfen ihnen Elektrorezeptoren in der Schnauze, die elektrische Impulse von Beutetieren aufnehmen können, sowie die sogenannte Laterallinie. Dies ist ein spezielles Organ, das seitlich entlang des Haikörpers verläuft und winzige Schwingungen im Wasser erfasst.

Ihr Speiseplan ist der vielfältigste aller Haiarten. Sie fressen unter anderem Fisch, Rochen, Seehunde, Seevögel, Seeschlangen, Dugongs, Krabben, Hummer, Quallen, aber auch andere Haie. Der Tigerhai ist zudem die einzige Haiart, die Jagd auf Meeresschildkröten macht. Die extrem scharfen, gezackten Zähne mit seitlich wegfallenden Spitzen ermöglichen es dem Tigerhai Knochen und sogar Schildkrötenpanzer mühelos zu durchbeißen. Jegliche Form von Aas wird vom Tigerhai auch nicht verschmäht. Es wurde zum Beispiel schon beobachtet, wie sich Tigerhaie einen Walkadaver mit Weißen Haien oder Salzwasserkrokodilen teilen. Leider kann es dem Tigerhai auch zum Verhängnis werden nicht sehr wählerisch zu sein. So wurden in den Bäuchen von Tigerhaien schon sämtliche Arten von Abfall gefunden, den die Menschen ins Meer werfen: Plastik, Metall, Küchenabfälle, Autoreifen, Nummernschilder, Bälle, Flaschen, sowie Teile von Booten.

Allerdings ist der Tigerhai nicht immer der Jäger, sondern oft auch der Gejagte. Ihre Flossen, die Haut und das Öl der Leber gelten als sehr hochwertig und erzielen im Verkauf hohe Preise. Die Nachfrage und der Preis für Haifischflossen sind weiterhin hoch. In Gegenden, in denen Tigerhaie gezielt gejagt werden, haben ihre Bestände bereits stark abgenommen. Hinzu kommen Verluste durch Beifänge, Sportfischerei und Populationskontrollen, die die Haifischdichte in Gewässern, die zum Baden, Surfen und Tauchen benutzt werden, verringern sollen. Der Erfolg solcher Maßnahmen ist umstritten, da die meisten Haiattacken durch Touristen, die die Haie füttern, provoziert werden. Außerdem werden die freigewordenen Nischen meist direkt durch nachziehende Haien wieder besetzt. Pro Wildlife setzt sich deshalb seit Jahren gegen solche Populationskontrollen, zum Beispiel in Australien, ein. Aufgrund der genannten Bedrohung durch die Fischerei wird der Tigerhai als potenziell gefährdet bei IUCN eingestuft.

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Tigerhai © Tomas Kotouc

Tigerhai © Tomas Kotouc

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