BraunbärEisbärKragenbär

Status Gefährdet
Population 26.000
Lebensraum Polarregion

Der Eisbär (Ursus maritimus) lebt überwiegend an den küstennahen Packeisgrenzen rund um den Nordpol (Arktis) im Norden Kanadas, in Alaska (USA), Grönland (Dänemark), Russland und Spitzbergen (Norwegen). Die Tiere leben in insgesamt 19 verschiedenen Beständen, von 200 bis knapp 3.000 Tieren. Die genaue Größe der meisten Bestände ist allerdings unbekannt, weil keine aktuellen Zahlen vorliegen.

Der Eisbär ist – nach dem Kodiakbär – das zweitgrößte lebende Landraubtier und kann bis zu zwei Meter groß werden. Er ist perfekt an seine Umgebung angepasst: Die behaarten Fußsohlen isolieren und haben eine Anti-Rutsch-Wirkung auf dem Eis. Die schwarze Haut unter den durchsichtigen, hohlen Haaren absorbiert perfekt die Sonnenstrahlen. An den paddelartigen Vordertatzen befinden sich kleine Schwimmhäute: Eisbären sind exzellente Schwimmer. Der Geruchssinn und das Gehör der Eisbären sind sehr gut ausgeprägt.

Im Gegensatz zu anderen Bären sind Eisbären fast ausschließlich Jäger. Im Winter und Frühjahr jagen sie vor allem Robben auf dem Packeis und fressen sich große Fettreserven an. Im Frühling und Sommer, wenn das Packeis im Süden schmilzt, folgen die Bären ihren Beutetieren nach Norden. Verschiedene Untersuchungen belegen, dass Eisbären infolge der Klimakrise und des immer früheren Abschmelzens des Packeises weniger Robben jagen und erheblich an Gewicht verlieren, bis hin zum Verhungern.  Besonders im südlichen Verbreitungsgebiet können die Eisbären dem immer früheren Abtauen des Eises oft nicht mehr folgen und „stranden“ auf dem Festland. Auch kommt es nahe menschlicher Siedlungen zunehmend zu Konflikten, da die ausgehungerten Bären auf der Suche nach Nahrung in Wohnsiedlungen kommen und dort teilweise den Müll durchwühlen.

Eisbären haben eine sehr geringe Fortpflanzungsrate: Sie bekommen erstmals mit vier bis sechs Jahren Nachwuchs und bringen dann bestenfalls alle drei Jahre in der Regel zwei Junge auf die Welt, die etwa 2,5 Jahre bei ihrer Mutter bleiben. Das bedeutet auch, dass die Art Bestandsrückgänge schwer ausgleichen kann und die Gefahr der Übernutzung sehr groß ist.

Die Weltnaturschutzunion IUCN schätzt, dass der Eisbärbestand bis etwa 2050 um mehr als 30 Prozent schrumpfen wird. Vor allem die Erderwärmung bedroht die Tiere: Weil das Packeis früher abschmilzt, verkürzt sich die Jagdzeit, die Jungtiersterblichkeit erhöht sich, auch erwachsene Tiere verhungern und die Fortpflanzungsrate ist verringert. Zudem werden jedes Jahr etwa 800-1.000 Eisbären von Menschen getötet, die meisten davon in Kanada. Zwischen 1970 und 2016 wurden in Kanada schätzungsweise 26,500 Eisbären getötet, im Durchschnitt 564 Tiere pro Jahr. Das Land erlaubt als einziges weltweit den kommerziellen Handel mit Fellen und die Trophäenjagd. Ein weiteres Problem sind die zunehmende Erschließung der Öl- und Gasvorkommen in der Arktis, zunehmende Industrialisierung, Schifffahrt und Tourismus sowie die Belastung der Tiere mit Schadstoffen.

Damit Eisbären ihren Lebensraum nicht verlieren, muss die Erderwärmung aufgehalten und der CO2-Ausstoß reduziert werden. Zudem darf die Arktis nicht dem Rohstoffabbau geopfert werden. Die unmittelbarste Auswirkung auf die Eisbärbestände hat derzeit und in den vergangenen 50 Jahren jedoch die Jagd. Pro Wildlife setzt sich dafür ein, den  Abschuss von hunderten Eisbären im Jahr für den kommerziellen Fellhandel und die Trophäenjagd zu beenden » Kampagnen.

Weitere Informationen

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» Jagd & Wilderei

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