Elfenbeinhandel

Kampf um das weiße Gold

Die Wilderei hat ein blutiges Comeback erlebt, seit der Elfenbeinhandel vor einigen Jahren liberalisiert wurde und die Nachfrage insbesondere in Asien stark angestiegen ist. Global organisierte kriminelle Banden heuern in Afrika Wilderer an, statten sie mit automatischen Waffen aus und bestechen Behörden und Frachtunternehmen.  In Container versteckt schaffen sie das weiße Gold in die Hauptabsatzmärkte China und Hongkong. Dort bieten staatlich lizenzierte Elfenbeingeschäfte und Schnitzfabriken einen perfekten Deckmantel, um gewilderte Stoßzähne in den legalen Handel einzuschleusen. Statistiken zeigen, dass der Elfenbeinschmuggel seit 2008 rasant zugenommen hat. In dem Jahr hatte die internationale Staatengemeinschaft vier afrikanischen Ländern genehmigt, 108 Tonnen Elfenbeinvorräte nach Japan und China zu verkaufen.

Elfenbeinverbrennung_Kenia_Apr_2016(c)Facebook

Blutige Geschichte

Der Elfenbeinhandel hat eine lange blutige Geschichte, in Teilen Afrikas hat er Elefanten längst ausgerottet. Erst im Jahr 1989, nach vergeblichen Versuchen, einen kontrollierten legalen Handel zu etablieren, verbot endlich das Washingtoner Artenschutzübereinkommen den internationalen Handel. Die damals bedeutendsten Absatzmärkte in Europa und den USA brachen zusammen, die Elfenbeinpreise sanken ins Bodenlose. Illegaler Handel und Wilderei kamen weitgehend zum Erliegen.

Was macht Pro Wildlife?

Pro Wildlife setzt sich dafür ein, dass Elefanten in Freiheit, in ihrem natürlichen Lebensraum eine Zukunft haben. Wir kämpfen gegen den Elfenbeinhandel und die Wilderei, der jedes Jahr Zehntausende Elefanten zum Opfer fallen. Pro Wildlife unterstützt in Afrika den Kampf gegen Korruption und kriminelle Elfenbeinhändler. In Sambia und auf Sri Lanka retten wir Elefantenwaisen, deren Herden Opfer der Wilderei wurden, und wildern sie in sicheren Gebieten wieder aus. Auf EU-Ebene drängt Pro Wildlife darauf, den Export von Elfenbein zu stoppen.

Elfenbeinhandel bleibt verboten

An der Seite afrikanischer Staaten setzt sich Pro Wildlife für ein dauerhaftes, weltweites Handelsverbot und einen strengen gesetzlichen Schutz aller Elefanten ein. Dies war auch einer unserer Schwerpunkte auf der Weltartenschutzkonferenz (CITES) im September 2016: Hier wurde das bestehende Handelsverbot für Elfenbein aufrecht erhalten, alle Anträge zur Freigabe des Handels wurden abgeschmettert. Zudem sind alle Regierungen zukünftig aufgefordert, ihre nationalen Elfenbeinmärkte zu schließen. Länder, die nicht konsequent gegen den illegalen Elfenbeinhandel vorgehen, müssen zukünftig Sanktionen fürchten. Allerdings blockierte die EU den Wunsch der großen Mehrheit afrikanischer Staaten, alle Elefanten in die höchste Schutzkategorie aufzunehmen.

>> Appell der Verbände an die EU: Elfenbeinmarkt schließen!