Welt-Wal-Tag: 40 Jahre Walfangverbot – doch die Jagd geht weiter

Internationale NGO-Koalition startet Petition für ein Ende des kommerziellen Walfangs

München/Hamburg, 15. Februar 2026. Zum 40. Jahrestag des weltweiten Walfangverbots startet eine internationale Koalition aus Tier- und Artenschutzorganisationen (die „End Commercial Whaling Coalition”) eine globale Petition für die endgültige Beendigung des kommerziellen Walfangs. Die Petition geht am „Welt-Wal-Tag“ (15. Februar) unter www.endcommercialwhaling.org live. Trotz des seit 1986 geltenden Moratoriums der Internationalen Walfangkommission (IWC) haben die Regierungen von Japan, Norwegen und Island seither mehr als 45.000 Wale getötet.

„Vierzig Jahre nachdem die Welt sich darauf geeinigt hat, Wale zu schützen, ist es an der Zeit, den Schutz konsequent umzusetzen“, erklärt die End Commercial Whaling Coalition. „Kommerzieller Walfang ist grausam und überflüssig. Wale sind lebendig sehr viel wertvoller als tot – sie tragen zum florierenden Ökotourismus bei und spielen eine zentrale Rolle im marinen Ökosystem sowie als unverzichtbare Verbündete im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise.“ In Deutschland wird die Koalition von den Gründungsmitgliedern Whale and Dolphin Conservation, Pro Wildlife und International Fund for Animal Welfare vertreten.

Drei Länder untergraben das Walfangverbot

Die drei Walfangländer nutzen Schlupflöcher im IWC-Moratorium und untergraben kontinuierlich dessen Anstrengungen, Wale zu schützen. Norwegen, das bereits 1986 Widerspruch gegen das Verbot einlegte, tötete seither über 15.000 Zwergwale. Island jagt vor allem bedrohte Finnwale – mehr als 1.000 seit 2006. Japan trat 2019 aus der IWC aus, um nicht mehr an das Verbot gebunden zu sein.

Qualvoller Tod mit Explosivharpunen

Die moderne Waljagd mit Explosivharpunen bedeutet für viele Individuen einen qualvollen Tod. Eine Untersuchung der isländischen Veterinärbehörden zeigte: Vier von zehn Finnwalen sterben nicht sofort, sondern leiden durchschnittlich 11,5 Minuten. Manche trugen bis zu vier Harpunen im Leib und einige kämpften bis zu zwei Stunden um ihr Leben.

Petition fordert konsequenten Schutz

Die End Commercial Whaling Coalition fordert die Regierungen von Japan, Norwegen und Island auf, kommerziellen Walfang ein für alle Mal zu beenden. Zudem appelliert sie an alle IWC-Vertragsstaaten, ihre Unterstützung für eine dauerhafte Beendigung bei der 70. IWC-Konferenz im September 2026 zu bekräftigen.

„Jede Unterschrift macht die weltweite öffentliche Unterstützung sichtbar und erinnert Entscheidungstragende daran, dass Wale keine Ressource für kommerzielle Ausbeutung sind“, so die Koalition. „Jede Stimme stärkt die Forderung nach der endgültigen Beendigung des kommerziellen Walfangs.“

Hintergrundinformationen:

  • Zur Petition: www.endcommercialwhaling.org
    Die Petition geht zum Welt-Walt-Tag am 15. Februar 2026 online – Unterschriften werden weltweit bis September 2026 gesammelt und anschließend bei der IWC-Konferenz vorgebracht.

Diese Pressemitteilung wird unterstützt von allen Mitgliedern der “End Commercial Whaling Coalition”:

Die End Commercial Whaling Coalition (Koalition zur Beendigung des kommerziellen Walfangs) wurde von einer Gruppe leidenschaftlicher Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus dem Tier- und Artenschutz gegründet, die sich seit Jahrzehnten für den Schutz von Walen und Delfinen einsetzen. Die Gründungsmitglieder verfügen über langjährige Erfahrung im Bereich des Schutzes von Walen und Delfinen und engagieren sich aktiv in der IWC und anderen nationalen, regionalen und internationalen Foren, die sich mit dem Schutz von Walen, Delfinen und Wildtieren weltweit befassen.

  • AWI (Animal Welfare Institute)
  • EIA (Environmental Investigation Agency)
  • ESPA (Endangered Species Protection Agency)
  • Fundación Cethus
  • Humane World for Animals
  • IFAW (International Fund for Animal Welfare)
  • Instituto Baleia Jubarte
  • OceanCare
  • Pro Wildlife
  • WDC (Whale and Dolphin Conservation)

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