München, 10. März 2026. – Der Zoo Zürich hat vergangene Woche zehn Affen (Dscheladas, auch Blutbrustpaviane genannt) aus angeblichem Platzmangel getötet. „Was wir in Nürnberg erlebt haben, wiederholt sich nun in Zürich“, kritisiert Laura Zodrow von der international tätigen Artenschutzorganisation Pro Wildlife. „Gesunde Tiere müssen sterben, weil Zoos weiter züchten, ohne Konzept, wohin mit den Tieren. Das steht in klarem Widerspruch zum Tierschutz und hat nichts mit Artenschutz zu tun.“
Tiertötung ist kein Artenschutz
Pro Wildlife hat bereits die Erschießung von gesunden Guinea-Pavianen im Tiergarten Nürnberg scharf kritisiert und gegen die Verantwortlichen Strafanzeige erstattet. Das deutsche Tierschutzgesetz verbietet die Tötung von gesunden Tieren ohne vernünftigen Grund. „Die Parallelen zum Fall Zürich sind offensichtlich: soziale Primaten, überfüllte Anlagen, kein nachhaltiges Zuchtkonzept. Das ist kein Einzelversagen, sondern ein systematisches Problem in der Zoobranche“, erklärt Zodrow. „Das Argument des Artenschutzes ist vorgeschoben. Reservepopulationen machen nur dann Sinn, wenn Wiederauswilderungs-Programme existieren – das ist nicht der Fall. Echter Artenschutz findet vor Ort statt – durch den Schutz von Lebensraum und die Arbeit mit lokalen Gemeinschaften, nicht durch die unkontrollierte Zucht in Zoos”, so Laura Zodrow abschließend.
Hintergrundinfos:
- Parallelen zur Paviantötung im Tiergarten Nürnberg: Eine Einordnung aus Sicht des Tier- und Artenschutzes


