EchsenFröscheSchildkrötenSchlangen
Status
viele Arten bedroht
Population
ca. 5.800 Arten
Lebensraum
gemäßigt bis tropisch

Von allen gut 7.770 Amphibienarten sind die Froschlurche (Anura) – umgangssprachlich als Frösche bezeichnet – mit ihren etwa 5.800 Arten die größte Gruppe. Der Volksmund unterscheidet zwischen Fröschen und den plumperen, warzigen Kröten, zu denen die echten Kröten (Bufo spp.) gehören. Frösche haben einen rundlichen Körper mit kürzeren Vorderbeinen und den charakteristisch langen Hinterbeinen, mit denen sie sich meist hüpfend oder springend vorwärts bewegen. Sie schaffen damit einzelne Sprünge von bis zu zwei Metern.

Die allermeisten Frösche entstehen aus Laich im Wasser, wo sie zunächst als Kaulquappen über Kiemen atmen. Erst nach einer Metamorphose entwickeln sie sich zum Landtier, das über Haut und Lungen atmet. Bei Froscharten, die auch als erwachsene Tiere die meiste Zeit im Wasser leben, finden sich zwischen den Zehen Schwimmhäute. Insekten und andere Kleintiere fangen die Frösche mit der Zunge, die blitzschnell aus dem zahnlosen Maul schießt, sobald sich Beute in ihrer Nähe bewegt.

Frösche und Kröten beeindrucken mit einigen Rekorden: Erdkröten können bis zu 36 Jahre alt werden. Der größte Frosch ist der Goliathfrosch (Conraua goliath) mit bis zu 32 cm und mehr als drei Kilo. Am lautesten quakt der Höhlen-Pfeiffrosch (Eleutherodactylus coqui) mit bis zu 100 Dezibel – so laut wie eine Motorsäge.

Die Tiere bieten ein schier unbegrenztes Repertoire an Farben und Mustern. Am buntesten sind die bekannten Pfeilgiftfrösche (Dendrobaten) Lateinamerikas, auch Baumsteigerfrösche genannt: Der Schreckliche Pfeilgiftfrosch (Phyllobates terribilis) ist quietschgelb, der azurblaue Baumsteiger (Dendrobates tinctorius) macht seinem Namen alle Ehre, das Erdbeerfröschchen (Dendrobates pumilio) ist knallrot mit schwarzen Punkten –es gibt gestreifte, getupfte und solche mit Mustermix. Doch auch andere Frösche sehen aus wie vom Designer entworfen, so wie die Buntfrösche aus Madagaskar (Mantella spp.) oder der Rotaugenlaubfrosch (Agalychnis callidryas) aus Mittelamerika mit seinem neongrünen Körper, gelb-blauen Flanken, roten Augen und orangen Zehnen.

Die größten Gefahren für Frösche sind Lebensraumzerstörung, Klimawandel sowie Pestizide und andere Umweltgifte. Vor allem in Indonesien werden außerdem abermillionen Tiere für den internationalen Handel mit Froschschenkeln eingefangen, in Lateinamerika, Asien und Afrika stehen Frösche auf der regionalen Speisekarte. Vor allem kleinere, leuchtend bunte Arten sind als exotische Haustiere begehrt. Pro Wildlife konnte bereits für zahlreiche Amphibienarten internationale Handelsbeschränkungen oder gar -Verbote erwirken, z.B. Rotaugenlaubfrösche, Marmorkrötchen oder Zagrosmolche.

>> So hilft Pro Wildlife

Rotaugenlaubfrosch