Zwei Elefantenarten in Afrika

Afrikanischer Elefant ist nicht gleich Afrikanischer Elefant: Es gibt zwei Arten: Savannenelefanten (Loxodonta africana) und die kleineren Waldelefanten (Loxodonta cyclotis).

Afrikanischer Savannenelefant

  • Status: Stark gefährdet
  • Population: ca. 350.000
  • Lebensraum: Savanne, Busch, Wüste
  • Verbreitung: südliches Afrika, Ost- und Zentralafrika
Savannenelefanten

Savannenelefanten

Die jahrhundertelange Jagd für den Elfenbeinhandel hat sie in weiten Gebieten ausgerottet: Savannenelefanten leben heute nur noch südlich der Sahara. Zur Kolonialzeit gab es noch mehrere Millionen, die letzte Schätzung aus dem Jahr 2016 geht von etwa 350.000 Tieren aus. Sie gelten als stark gefährdet, ihr Bestand ist in 50 Jahren um mehr als 60 Prozent zurück gegangen. Alleine Zwischen 2006 und 2013 schrumpfte er vermutlich um 111.000 Tiere. Hauptverantwortlich ist die Wilderei für den illegalen Elfenbeinhandel. Besonders die Bestände Ostafrikas waren sowohl in historischer Zeit als auch in den letzten Jahren besonders stark betroffen – alleine in Tansania wurden zwischen 2007 und 2013 etwa 60.000 Savannenelefanten gewildert.

Das südliche Afrika war von der Wilderei länger verschont, deshalb lebt dort der größte verbliebene Bestand, insbesondere in Botswana. Es gibt zudem eine kleine Population von „Wüstenelefanten“ in Mali und Trockengebieten Namibias, die sich im Verhalten, aber auch im Körperbau an den trockenen Lebensraum angepasst hat.

Afrikanische Savannenelefanten – die größten Landsäugetiere

Afrikanischer Savannenelefant © Pixabay

Savannenelefant

Savannenelefanten sind die größten Landsäugetiere. Männliche Tiere (Elefantenbullen) erreichen eine Höhe von mehr als drei Metern und ein Gewicht von sechs Tonnen. Savannenelefanten können sich zu komplexen Sozialverbänden aus mehreren Dutzend Tieren, sogenannten „Clans“, zusammenschließen. Weibliche Savannenelefanten bekommen in der Regel alle drei bis vier Jahre Nachwuchs, nach einer Tragzeit von 22 Monaten.

Leben im Matriarchat

Savannenelefanten leben in Familienverbänden aus verwandten weiblichen Tieren (Elefantenkühen) und ihren Jungen (Kälbern). Elefantenherden werden von einer Matriarchin angeführt. Männliche Tiere verlassen die Herde, wenn sie in die Geschlechtsreife kommen. Zum Teil schließen sie sich zu Bullengruppen zusammen. Ab einem Alter von etwa 25 Jahren tritt bei den Bullen die sogenannte „Musht“ ein, eine periodisch wiederkehrende Zeit erhöhter Testosteron-Produktion und Aggressivität. In dieser Phase und mit zunehmendem Alter steigen auch die Chancen der männlichen Tiere, sich gegen Konkurrenten durchzusetzen und sich fortzupflanzen.

Afrikanischer Waldelefant

  • Status: Vom Aussterben bedroht
  • Population: unbekannt – Schätzungen gehen von 40.000- 65.000 Tieren aus
  • Lebensraum: tropische Regenwälder
  • Verbreitung: Zentral- und Westafrika
Waldelefanten

Waldelefanten

Obwohl sich die Wege der noch lebenden Elefantenarten und des Mammuts aus genetischer Sicht bereits vor 5 bis 6 Millionen Jahren trennten und Wissenschaftler immerhin seit 2010 von zwei Arten in Afrika ausgehen, wurden Waldelefanten von der Weltnaturschutzunion (IUCN) erst 2021 als eigene Art bestätigt – und sofort in die höchste Bedrohungskategorie eingestuft: Sie gelten als vom Aussterben bedroht, ihr Bestand ist in 31 Jahren um mehr als 86% zurück gegangen, ihr Verbreitungsgebiet auf ein Viertel zusammengeschrumpft. Verantwortlich ist vor allem die Wilderei für den Elfenbeinhandel, in geringerem Ausmaß auch für den Handel mit sogenanntem „Buschfleisch“. Die zunehmende Erschließung und Abholzung von Zentralafrikas Wäldern für Holz, Bodenschätze (z.B. Erdöl) und Landwirtschaft stellen weitere Gefahren dar. Wie viele Waldelefanten noch leben ist nicht genau bekannt, weil sie im dichten Regenwald kaum gezählt werden können. Der größte verbliebene Waldelefanten-Bestand lebt heute in Gabun. Von der ehemals größten Population in der Demokratischen Republik Kongo sind noch maximal wenige Tausend Tiere am Leben.

Waldelefanten leben in den dichten tropischen Wäldern des Kongobeckens in Zentralafrika, auch in Teilen Westafrikas sind sehr kleine Populationen verblieben. Sie sind deutlich kleiner als Savannenelefanten und erreichen eine Höhe von bis zu 2,5 Metern. Sie haben dunklere Haut und kleinere, rundliche Ohren als die Savannenelefanten, was ihnen auch ihren lateinischen Namen eingebracht hat. Zudem haben sie an jedem Fuß einen Zehennagel weniger. Ihre Stoßzähne sind dunkler , dünner und gerader als die ihrer Verwandten in der Savanne. Sie leben zudem in kleineren Familiengruppen, die zum Teil nur aus Mutter und Kind bestehen. Zusammenkünfte von mehreren Tieren finden vor allem in Waldlichtungen, den sogenannten „bais“ statt, wo das Nahrungsangebot größer ist.

Zudem haben Waldelefanten mit einer längeren Tragzeit und der Geburt nur eines Kalbes alle fünf bis sechs Jahre eine noch geringere Fortpflanzungsrate als ihre größeren Verwandten, was die Erholung der Bestände erschwert. Verhalten und Lebensweise der versteckt lebenden Waldelefanten sind wesentlich weniger erforscht als das der bekannteren Savannenelefanten.

Waldelefanten wurden in den letzten Jahren noch stärker gewildert als ihre großen Verwandten. Das hat verschiedene Ursachen: Das Elfenbein ihrer Stoßzähne hat eine besonders hohe Dichte, ist also härter und erzielt deshalb die höchsten Preise auf dem Schwarzmarkt. Zudem bietet ihr Lebensraum, der tropische Regenwald, Wilderern Deckung – und auch getötete Elefanten sind schwerer auffindbar. Zudem befeuert auch die politisch instabile Lage und die teils mangelnde Strafverfolgung in manchen Ländern Ost- und Westafrikas die Wilderei.

Elefanten: sozial und intelligent

Elefanten können bis zu 70 Jahre alt werden. Sie sind hochintelligent und sehr sozial. Mit ihrem sprichwörtlich guten Gedächtnis behalten Elefanten Orte, Stimmen und Gerüche über Jahrzehnte in Erinnerung. Sie verständigen sich über weite Entfernungen mit für uns nicht hörbaren, niedrigfrequenten Tönen. Der Begriff „Dickhäuter“ ist irreführend: Denn Elefantenhaut ist sehr empfindlich, insbesondere an manchen Stellen wie dem Bauch oder hinter den Ohren. Durch Schlamm und Sandbäder schützen die Tiere ihre sensible Haut gegen Sonnenbrand und Parasiten.

Im Gegensatz zu den Asiatischen Elefanten haben bei beiden afrikanischen Elefantenarten auch die weiblichen Tiere Stoßzähne. Allerdings kommen infolge der Wilderei vermehrt Tiere mit kleineren bzw. sogar ganz ohne Stoßzähne zur Welt. Die Stoßzähne werden benötigt, um Wasserlöcher und Mineralstoffe auszugraben, sich im Urwald den Weg zu bahnen und um mit Rivalen Kräfte zu messen. Während die Stoßzähne erst im Kindesalter sichtbar werden und im Lauf des Elefantenlebens immer länger werden, werden die Backenzähne von Elefanten insgesamt sechs mal erneuert.

Vegetarier und Klimaschützer

Elefant beim Fressen

Elefanten sind Pflanzenfresser und ernähren sich von Gräsern, Wurzeln, Ästen, Blättern, Rinde und insbesondere Waldelefanten auch von Früchten. Ein Savannenelefant frisst am Tag etwa 200 bis 300 Kilogramm und benötigt bis zu 150 Liter Wasser. Elefanten sind Schlüsselarten für ihr Savannen- bzw. Regenwaldökosystem und wichtige Landschaftsgärtner: Sie verbreiten unzählige Pflanzensamen über weite Distanzen, verhelfen ihnen dazu, besser zu keimen und sie halten Savanne und Waldlichtungen offen für andere Tierarten. Studien zeigen, dass Waldelefanten die Artenvielfalt in tropischen Wäldern erhöhen, und dadurch deren Speicherkapazität für Kohlenstoff vergrößern – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Auch Afrikas Savannen sind bedeutende Kohlenstoffsenken.

Bedroht durch Wilderei und Elfenbeinhandel

Abgesehen vom Menschen haben Elefanten kaum natürliche Feinde. Große Raubtiere wie Löwen können zwar einzelne Elefantenkälber töten. Im Normalfall werden diese jedoch von ihrer Mutter und ihrer Herde geschützt und verteidigt.

Das Überleben aller afrikanischen Elefanten ist durch den Menschen bedroht: Das Elfenbein ihrer Stoßzähne ist seit Jahrtausenden für Schnitzereien, Skulpturen, Schmuck, als Statussymbol, Wertgegenstand und Trophäe begehrt. Die Wilderei für den internationalen Elfenbeinhandel ist nach wie vor die größte Bedrohung und in Afrika wütet eine große Wildereikrise: Jedes Jahr werden dort etwa 20.000 Elefanten wegen ihrer Stoßzähne getötet. Zusätzlich lassen Konflikte mit Landwirten und menschliche Aktivitäten wie Acker- und Siedlungsbau, Viehzucht, Erschließung und Abholzung der Wälder, der Abbau von Rohstoffen sowie die Zerschneidung von Wander-Routen den Lebensraum der Rüsseltiere immer kleiner werden.

Das tut Pro Wildlife
Pro Wildlife setzt sich intensiv für den Schutz der Elefanten ein. Wir kämpfen gegen Elfenbeinhandel und Wilderei sowie die Trophäenjagd auf Elefanten und setzen uns für einen weltweiten strengen Schutz der Tiere ein. Pro Wildlife unterstützt das in West- und Zentralafrika aktive Netzwerk EAGLE, das gegen Artenschutzkriminalität vorgeht. Im südlichen Afrika unterstützen wir die Rettung und Wiederauswilderung von Elefantenwaisen und Projekte zur Koexistenz von Menschen und Elefanten und in Ostafrika (Tansania) ein Schutz- und Forschungsprogramm zum Erhalt wichtiger Wanderrouten und Lebensräume.

Mehr Informationen

Elefantenschutzprogramm

Elefantenschutzprogramm

Wir helfen den Elefanten, kämpfen gegen Elfenbeinhandel und gegen den Missbrauch als Reittier oder Freizeitvergnügen für Touristen.

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Elefantenwaisenhaus Sambia

Elefantenwaisenhaus Sambia

Das Elefantenwaisenhaus in Sambia rettet Jungtiere und wildert sie wieder aus.

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Elefantenschutzprojekt Tansania

Elefantenschutzprojekt Tansania

Elefanten haben keine Angst vor Mäusen, sie haben Angst vor Bienen. Das nutzt das von Pro Wildlife unterstützte Southern Tanzania Elephant Program (STEP), um den Konflikt zwischen Bauern und Elefanten zu lösen, indem es Bienenstöcke zur Verfügung stellt.

» Elefantenschutzprojekt Tansania

Rohelfenbein © privat

Elfenbeinhandel © privat

Etwa 20.000 Elefanten werden jedes Jahr für den Elfenbeinhandel gewildert. Grund ist die Gier nach Elfenbein.

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Spenden für Elefantenwaisen

Elefantenpatenschaft

Helfen Sie Leben retten: Mit einer Pro Wildlife Elefantenpatenschaft

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