Afrikanischer Elefant
Status
Gefährdet
Population
ca. 415.000
Lebensraum
Savanne, Wald, Wüste

Bei den Afrikanischen Elefanten unterscheidet man zwei Arten: Steppenelefanten (auch Savannenelefant genannt) (Loxodonta africana) und Waldelefanten (Loxodonta cyclotis).
Bis noch vor etwa 100 Jahren waren Elefanten auf dem gesamten afrikanischen Kontinent verbreitet. Die Wilderei für den Elfenbeinhandel hat sie in weiten Gebieten ausgerottet: Savannenelefanten leben heute nur noch südlich der Sahara. Der größte Bestand befindet sich im südlichen Afrika, insbesondere in Botswana. Größere Bestände gibt es auch noch in Ostafrika, kleinere in Teilen Zentralafrikas. Es gibt zudem eine kleine Population von „Wüstenelfanten“ in Mali und Trockengebieten Namibias. Hierbei handelt es sich nicht um eine eigene Art, sondern eine spezielle Population, die sich im Verhalten, aber auch im Körperbau an den trockenen Lebensraum angepasst hat. Sie wandert auf alten, an die Nachkommen überlieferten Routen zu den wenigen Wasserstellen des Gebietes. Elefanten benötigen bis zu 150 Liter Wasser pro Tag.

Savannenelefanten sind die größten Landsäugetiere. Männliche Tiere (Elefantenbullen) erreichen eine Höhe von etwa 3,3 Metern und ein Gewicht von 6 Tonnen. Elefantenherden sind Familienverbände aus verwandten weiblichen Tieren (Elefantenkühen) und ihren Kälbern. Sie können sich zu komplexen Sozialverbänden, den sogenannten „Clans“ aus mehreren Dutzend Tieren, zusammenschließen. Weibliche Savannenelefanten bekommen in der Regel alle drei bis vier Jahre Nachwuchs, nach einer Tragzeit von 22 Monaten. Das Verbreitungsgebiet des Waldelefanten liegt in den tropischen Wäldern des Kongobeckens in Zentralafrika und Teilen Westafrikas. Die Bestände wurden in nur zehn Jahren um über 60 Prozent dezimiert, vor allem durch die Wilderei für den Elfenbeinhandel, in geringerem Ausmaß auch für den Handel mit sogenanntem „Buschfleisch“. Auch die zunehmende Erschließung und Zerstörung von Zentralafrikas Wäldern für die Holzindustrie stellt eine Gefahr dar. Der größte Waldelefanten-Bestand lebt heute noch in Gabun. Waldelefanten sind die kleinste Elefantenart und erreichen eine Höhe von bis zu 2,5 Metern. Sie haben dunklere Haut und kleinere, rundliche Ohren als die Savannenelefanten. Zudem haben sie an jedem Fuß eine Zehe weniger. Ihre Stoßzähne sind dunkler, gerader und härter als die ihrer Verwandten in der Steppe. Sie leben zudem in kleineren Familiengruppen und haben eine deutlich geringere Geburtenrate, mit nur einem Kalb alle fünf bis sechs Jahre.

Elefantenherden werden von einer Matriarchin angeführt. Männliche Tiere verlassen die Herde, wenn sie in die Geschlechtsreife kommen. Zum Teil schließen sie sich zu Bullengruppen zusammen. Ab einem Alter von etwa 25 Jahren tritt die sogenannte „Musht“ auf, eine Zeit erhöhter Testosteron-Produktion. In dieser Phase und mit zunehmendem Alter steigen auch die Chancen der männlichen Tiere, sich gegen Konkurrenten durchzusetzen und sich fortzupflanzen. Afrikanische Elefanten können bis zu 70 Jahre alt werden.

Elefanten sind hochintelligent und sehr sozial. Mit ihrem sprichwörtlich guten Gedächtnis behalten Elefanten Orte, Stimmen und Gerüche über Jahrzehnte in Erinnerung. Sie verständigen sich über weite Entfernungen mit für uns nicht hörbaren, niedrigfrequenten Tönen. Der Begriff „Dickhäuter“ ist irreführend: Elefantenhaut ist sehr empfindlich, insbesondere an manchen Stellen wie dem Bauch oder hinter den Ohren. Durch Schlamm und Sandbäder schützen sich die Tiere gegen Sonnenbrand und Parasiten. Im Gegensatz zu den Asiatischen Elefanten haben in der Regel sowohl männliche als auch weibliche Tiere beider afrikanischen Elefantenarten Stoßzähne. Sie benötigen sie unter anderem um Wasserlöcher und Mineralstoffe auszugraben, sich im Urwald den Weg zu bahnen und zum Kräftemessen. Die Backenzähne von Elefanten werden im Lauf des Lebens sechs mal erneuert.

Elefanten sind reine Pflanzenfresser und ernähren sich von Gräsern, Wurzeln, Ästen, Blättern, Rinde und insbesondere Waldelefanten auch von Früchten. Elefanten sind wichtige Landschaftsgärtner: Sie verbreiten unzählige Pflanzensamen und halten Savanne und Waldlichtungen offen für andere Tierarten. Außer dem Menschen haben sie wenige natürliche Feinde. Große Raubtiere können einzelne Elefantenkälber töten. In der Regel werden diese von der gesamten Herde geschützt und verteidigt.

Das Überleben aller afrikanischen Elefanten ist heute bedroht: Das Elfenbein ihrer Stoßzähne ist seit Jahrtausenden für Schnitzereien, Skulpturen, Schmuck, als Statussymbol und Wertgegenstand begehrt. Die Wilderei für den internationalen Elfenbeinhandel ist die größte Bedrohung und in Afrika wütet derzeit die größte Wildereikrise seit Jahrzehnten: Jedes Jahr werden in Afrika etwa 20.000 Elefanten getötet. Zusätzlich lassen menschliche Aktivitäten wie Acker- und Siedlungsbau, Viehzucht, Erschließung und Abholzung der Urwälder, der Abbau von Rohstoffen sowie die Zerschneidung von Wander-Routen den Lebensraum der Rüsseltiere immer kleiner werden. Pro Wildlife setzt sich intensiv für den Schutz der Elefanten ein.

>> Das tut Pro Wildlife für den Elefantenschutz

Großer afrikanischer Elefant mit Stoßzähnen