Kragenbär

Kragenbär

Opfer der Traditionellen Asiatischen Medizin

Kragenbär, Asiatischer Schwarzbär, Mondbär oder Tibetbär: Das alles sind Bezeichnungen für den gleichen Bären (Ursus thibetanus) und umschreiben sein außergewöhnliches Aussehen und seinen Lebensraum. Der Kragenbär hat eine sichelförmige weiße Fellfärbung auf der Brust, die aussieht wie ein Halbmond, und stark verlängerte Haare im Bereich des Halses, die wie ein Kragen wirken.

  • Status: gefährdet
  • Population: unbekannt
  • Lebensraum: Wälder

Der Körper der Kragenbären ist sehr massiv: Wenn er sich auf die Hinterbeine stellt, erreicht er eine Größe von bis zu 1,80 Meter. Der Bär bewegt sich jedoch meist auf allen Vieren und streift abhängig vom Nahrungsangebot sowohl bei Tag als auch bei Nacht durch die Wälder. Kragenbären können gut klettern und hervorragend schwimmen. Die knopfartigen Augen sind relativ zur Körpergröße recht klein.

Der Kragenbär kommt in vielen Ländern Ost- und Südasiens vor. Anders als sein Verwandter, der Amerikanische Schwarzbär, hat er fast ausschließlich schwarzes Fell. Kragenbären sind Einzelgänger und halten in den nördlichen Gebieten ihres Verbreitungsgebiets Winterruhe. Im Herbst fressen sich die Bären eine dicke Fettschicht an und suchen sich einen Bau zum Überwintern.

Einen großen Teil ihres Lebens verbringen sie auf Bäumen, wo sie auch überwiegend ihr Futter suchen. Kragenbären sind Allesfresser, der Großteil der Nahrung besteht aus Früchten, Knollen und Sprösslingen. Sie fressen aber auch Insekten, Eier, Schlangen, Frösche und besonders gerne Honig. Manchmal verzehren Kragenbären auch Aas. Sie erlegen auch Weidetiere, was zu Konflikten mit Nutztierhaltern führt.

Gequält für eine zweifelhafte Medizin

In freier Natur zählen die Zerstörung ihres Lebensraums, Konflikte mit Menschen, Jagd und Wilderei zu den Hauptgefahren.

In der traditionellen asiatischen Medizin gilt seit Jahrtausenden die Gallenflüssigkeit der Kragenbären mit dem Wirkstoff Ursodeoxycholsäure als heilsam. Das führte dazu, dass in einigen Ländern wie beispielsweise China und Vietnam Bärenfarmen errichtet wurden.

Die Zahl der eingesperrten Bären geht in die Tausende, laut IUCN gibt es alleine in China 67 registrierte Bärenfarmen. Die Bären werden dort ohne jegliche Bewegungsfreiheit eingesperrt und ihnen wird bei vollem Bewusstsein mittels eines Katheters täglich Gallenflüssigkeit abgezapft. Der Wirkstoff, dem eine Heilwirkung zugesprochen wird, kann seit 1955 auch im Labor hergestellt werden – doch viele Kunden bevorzugen das Originalprodukt. Eine weitere Verwendung von Bärengalle ist der sogenannte Bärengallenwein. In einigen Ländern Asiens ist der Kragenbär bereits ausgestorben (zum Beispiel Pakistan, Korea).

Das tut Pro Wildlife

Pro Wildlife setzt sich ein gegen Jagd und Wilderei und kämpft für Handelsverbote für bedrohte Tierarten. Wir klären die Öffentlichkeit auf über die Nutzung  bedrohter Arten in der traditionellen asiatischen Medizin und zeigen unbedenkliche Alternativen auf.

Was aktuell geschieht

Trophäenjagd auf bedrohte Arten

Deutsche Jagdgäste reisen für Trophäen ins Ausland – und führen die Körperteile bedrohter Arten wie Elefant, Löwe und Nashorn anschließend legal nach Deutschland ein. 2025 registrierte das Bundesamt für Naturschutz 679 solcher Einfuhrvorgänge, und in drei Jahren wurde kein einziger Antrag abgelehnt. Als größter Trophäen-Importeur der EU hätte Deutschland einen wirksamen Hebel, dieses Geschäft zu beenden – bislang nutzt es ihn nicht.

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Eisbären – bedroht durch Klimawandel und Jagd

Dem Eisbären schmilzt das Eis unter den Pfoten weg – so weit bekannt. Weniger bekannt: Jedes Jahr werden rund 800 Tiere getötet, ganz legal, für Felle und Trophäen. Wer dahinter steckt, welche Rolle Deutschland spielt und warum sich dieser zusätzliche Druck auf die ohnehin bedrohte Art sofort beenden ließe.

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