Schwindende Wälder, verdreckte Meere

7 Millionen Hektar Wald werden jährlich gerodet,
die Hälfte aller Tropenwälder ist bereits verschwunden. Wildtiere werden gefangen, vertrieben, vergiftet…
Orang-Utan Rahayu © IAR

Orang-Utan Rahayu © IAR

Die Ursachen für den massiven Verlust von Lebensräumen sind vielschichtig. Hauptverantwortlich ist der Rohstoffhunger der Industrienationen. Indonesiens Wälder weichen Palmöl-Plantagen, uralte südamerikanische Mahagonibäume werden massenweise zu Möbeln verarbeitet. Baumriesen auf Madagaskar werden als Holzkohle verheizt, Brasiliens Regenwald in Weideflächen umgewandelt und seltene Rohstoffe in Schutzgebieten Zentralafrikas abgebaut. Der Klimawandel gefährdet Korallenriffe, verursacht Überschwemmungen ebenso wie Dürren und bringt den Lebensraum der Eisbären zum Schmelzen.

Ein weiteres Problem ist die zunehmende Vergiftung der Natur: Der intensive Eintrag von Pestiziden und Düngemitteln in der Agrarindustrie lässt weltweit die Insektenbestände verschwinden, die wiederum als wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel und andere Insektenfresser fehlen. Jede Minute landet eine Müllwagenladung voll Plastik in den Ozeanen der Welt — und lässt Meerestiere qualvoll sterben. Millionen Wildtiere sterben durch die hochgiftige Bleimunition, die noch immer erlaubt ist.

Meeresschildkröte mit Resten von Fischernetzen © USFWS

Meeresschildkröte © USFWS

Auch in den Meeren schwindet die Artenvielfalt: Die Überfischung ist ein Desaster für die gesamte Nahrungskette im Meer, von der auch Delfine und Haie direkt und indirekt (als Beifang) betroffen sind. Pottwale, Schildkröten und Seevögel sterben, weil ihr Magen mit Plastikmüll verstopft ist. Korallenriffe sind durch Ölförderprojekte gefährdet.

Unser Planet ist unser Zuhause, unser einziges Zuhause. Wo sollen wir denn hingehen, wenn wir ihn zerstören.

Dalai Lama

Lebensraum bewahren

Wildtiere haben auf Dauer nur eine Überlebenschance, wenn ihr Lebensraum erhalten bleibt. Als Verbraucher haben wir die Macht und die Verantwortung, gegenzusteuern: Sei es Palmöl in Lebens- und Putzmitteln zu meiden, einheimische Hölzer statt Tropenholz zu kaufen oder weniger Fleisch und Fisch zu essen, Plastikverpackungen zu vermeiden – und nicht zuletzt unseren CO2-Fußabruck so klein wie möglich zu halten.

Das tut Pro Wildlife
Pro Wildlife setzt sich mit Informationskampagnen, Schutzprojekten vor Ort und politischer Arbeit dafür ein, unsere natürlichen Ressourcen zu erhalten. So unterstützte Pro Wildlife den Schutz des Kagwene-Gorilla-Waldes in Kamerun, den Kauf von Regenwald in Peru ebenso wie ein Projekt, das auf Madagaskar Solarkocher verteilt, damit die Menschen nicht mehr mit Holzkohle kochen. Wir unterstützten in Bayern das erfolgreiche Volksbegehren „Rettet die Bienen“. Wiederaufforstungen gehören zur Arbeit der von uns unterstützten Projekte in Indonesien, Peru und Kamerun. Pro Wildlife drängt in der EU auf eine Verringerung des Plastikmülls und auf ein Verbot der Bleimunition. Wir sammeln außerdem gebrauchte Handys und Smartphones und sorgen für die Wiederverwertung der enthaltenen seltenen Rohstoffe. » Pro Wildlife Handysammelaktion