Überfischte und verschmutzte Meere

Einsatz für gesunde Ozeane

Unser Planet ist blau: Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt, 97 Prozent davon sind Salzwasser. Auch wenn die Weltmeere und die Ressourcen darin unendlich erscheinen, zeigt der seit Jahrzehnten andauernde Raubbau dramatische Folgen: Ein Drittel der weltweiten Fischbestände sind bereits überfischt, marine Ökosysteme kollabieren vielerorts, Plastikmüll vergiftet Meeresbewohner oder lässt sie qualvoll verhungern. Der Schutz der Ozeane vor Überfischung und Vermüllung ist unser Ziel und hierzu arbeiten wir mit Partnern und Experten weltweit zusammen.
Große Haiarten sind ein Indikator für die Gesundheit der Meere

Große Haiarten sind ein Indikator für die Gesundheit der Meere

Fatale Folgen der Überfischung

Weltweit werden jährlich etwa 179 Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte angelandet, die Hälfte davon noch immer als Wildfang aus dem Meer. Vor allem im Mittelmeer, dem Schwarzen Meer und im gesamten Atlantik ist laut einer Studie der Welternährungsorganisation FAO die Überfischung am dramatischsten.

Wirtschaftlich wertvolle Arten wie Sägerochen oder Makohai werden systematisch in die Ausrottung getrieben. Einige Fischereimethoden haben zudem horrende Beifangquoten – der ungewünschte mitgefangene Fisch wird entweder wieder über Bord geworfen (mit einem Großteil der Fische bereits erstickt, zerdrückt oder schwer verletzt) oder zu Fischmehl verarbeitet. Somit wird oft nicht nur die gewünschte Art überfischt, sondern das ganze Ökosystem stark beschädigt.

Trawler in Aktion - Ein Drittel der Fischbestände ist bereits überfischt

Ein Drittel der Fischbestände ist bereits überfischt

Desaströse Subventionspolitik fördert Überfischung

Fast zwei Drittel der weltweit auf mehr als 22 Milliarden Euro geschätzten Subventionen für die Fischerei fördern Maßnahmen, die die Fangkapazitäten weiter erhöhen und so die Überfischung der Meere noch weiter befeuern. Hierzu gehören u.a. Förderungen von Hochleistungs-Fischtrawlern und industriellen Fischernetzen, aber auch Kraftstoff-Zuschüsse, die auch das Fischen in weit entfernten Gewässern erlauben. Lokale Küstenfischer in Entwicklungsländern können mit diesen Techniken nicht mithalten und gehen leer aus.

Dornhaie gehören zu den begehrten Arten in der kommerziellen Fischerei

Dornhaie gehören zu den begehrten Arten in der kommerziellen Fischerei

Weniger Fischereisubventionen, dafür deutlich mehr Meeresschutzgebiete sind unsere Ziele. Um dies zu erreichen, arbeiten wir mit Naturschützern aus allen Erdteilen zusammen, appellieren an politische Entscheidungsträger – von der Europäischen Union bis zur Welthandelsorganisation WTO.

Jagd auf Haie

Haie und die nahverwandten Rochen haben eine Schlüsselrolle im Ökosystem Meer, die meisten großen Haiarten (stehen an der Spitze der Nahrungspyramide und sie sind ein Indikator für die Gesundheit der Meere. Dennoch werden sie erbarmungslos verfolgt – als vermeintlicher Menschenkiller, aber auch vor allem, weil Haiflossen und Rochenreusen in der asiatischen Küche und Medizin sehr begehrt sind. In den letzten 50 Jahren hat sich die Haifischerei nahezu verzwanzigfacht, mit katastrophalen Folgen für die Bestände: Die Bestände der Hai- und Rochenarten auf hoher See sind seither um 71 Prozent zurückgegangen.

Anlandung von Haien in Vigo, Spanien © SharkProject

Anlandung von Haien in Vigo, Spanien © SharkProject

Vermüllte Meere

Bis zu 80 Prozent des Meeresmülls wird heute vom Land eingetragen und die Menge steigt rasant: Aktuell beträgt der Eintrag von Plastik in die Meere geschätzte 4-13 Mio. Tonnen jährlich; das entspricht einer LKW-Ladung pro Minute. Und binnen der nächsten Jahre könnte sich das noch verzehnfachen. Über die gesamte Nahrungskette der Ozeane lässt sich Plastik inzwischen nachweisen und reichert sich in den Organismen an.

Bilder von verhungerten Seevögeln, Delfinen oder Meeresschildkröten, deren Mägen randvoll mit Plastikmüll waren, schockieren – doch sie zeigen nur den Gipfel des Eisbergs. Die Europäische Union ist nach China der zweitgrößte Plastikproduzent. Zwar hat die EU ab 2021 bestimmte Einwegplastikartikel verboten und die Auflagen für ihre Plastikmüllexporte verschärft. Aber letztlich reicht dies nicht aus. Es bleibt inakzeptabel, dass die Verantwortung für den hier produzierten Müll abgeschoben wird. Reduce – Reuse – Recycle muss die Reihenfolge sein, also 1) weniger Plastik verwenden 2) wiederverwenden und dann erst 3) Recycling als letzte Option.

Was tut Pro Wildlife zum Schutz der Meere?
Wir konnten helfen, dass das CITES-Artenschutzübereinkommen für immer mehr bedrohte Hai- und Rochenarten weltweite Handelsbeschränkungen beschlossen hat. In diversen internationalen Bündnissen kämpft Pro Wildlife gegen die unverantwortlichen Fischereisubventionen, für größere Meeresschutzgebiete und für ein Ende der Jagd auf Wale, Delfine, Haie und andere Meeresbewohner, so z.B. aktuell für den Erhalt des Haifangverbotes auf den Malediven. Mit politischen Eingaben und mit Aufklärungskampagnen setzt sich Pro Wildlife gegen die Plastikflut in den Ozeanen ein. Zudem helfen wir, CleanUp-Aktionen zu organisieren.

Dieses Projekt wird freundlicherweise von der Stiftung Zukunft Jetzt! unterstützt.

Mehr Informationen

Makohai © Tomas Kotouc

Makohai © Tomas Kotouc

Jede dritte Haiart ist inzwischen gefährdet – und nur wenige Arten stehen bislang unter Schutz.

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Pro Wildlife Wal- und Delfinschutzprogramm

Wir stellen uns auf die Seite der Gejagten und kämpfen dafür, dass die Harpunen ruhen, die Becken geleert und die Haie in Ruhe gelassen werden. Für konsequenten Walschutz, für beharrlichen Delfinschutz.

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