Klimawandel: Die Folgen für Wildtiere

Klimawandel: Todesfalle Treibhaus

Noch immer gibt es die Leugner des Mensch-gemachten Klimawandels – ihr bekanntester Vertreter ist derzeit US-Präsident Donald Trump. Auch wenn es in der Erdgeschichte immer wieder Wärmeperioden gab: Diesmal ist es der Mensch, der durch sein Konsumverhalten einen rasanten Klimawandel verursacht. Die Entwicklungen über die letzten Jahrzehnte und vor allem die Prognosen zur Erderwärmung lassen Schlimmes befürchten – nicht nur für uns Menschen, sondern für die gesamte Umwelt. Hier ein paar Beispiele, welche konkreten Folgen für Wildtiere und ihren Lebensraum zu befürchten bzw. bereits sogar zu beobachten sind:

Zu viele Weibchen: Die Folgen des Klimawandels für Meeresschildkröten

Zu viele Weibchen: Die Folgen des Klimawandels für Meeresschildkröten

Männermangel: Meeresschildkröten verbuddeln ihre Eier am Strand. Der Sand ist ihre Bruthöhle, seine Temperatur bestimmt die Geschlechterverteilung der Schlüpflinge: Die oberen Eier im aufgewärmten Sand werden zu Weibchen, die Eier im kühleren, darunter liegenden Sand zu Männchen. Ein System, das sich über Jahrmillionen bewährt hat. Doch wissenschaftliche Studien warnen davor, dass sich bei weiterer Erderwärmung das Geschlechterverhältnis stark verschieben wird. Kurz gesagt: Wenn es zu warm wird, kommt es bei Meeresschildkröten zum Männermangel.

Zu heiß für die Jagd: Die Folgen des Klimawandels für Wildhunde © Shannon Wild

Zu heiß für die Jagd: Die Folgen des Klimawandels für Wildhunde © Shannon Wild

Kältemangel: Afrikanische Wildhunde sind vom Aussterben bedroht – nur noch etwa 6.000 Tiere gibt es. Hauptursachen sind die Zersiedelung ihres Lebensraumes und durch Haushunde eingeschleppte Krankheiten. Doch neueste Studien zeigen: Auch der Klimawandel droht, ihnen den Garaus zu machen. Denn bei höheren Temperaturen gehen die Wildhunde weniger auf die Jagd – mit schlimmen Folgen für ihre Reproduktion: Weniger Jungtiere, die zudem geringere Überlebenschancen haben.

Klimawandel: Langstreckenflieger kommen zu spät

Langstreckenflieger kommen zu spät

Zeitmangel: Die Erderwärmung bringt den natürlichen Rhythmus und die innere Uhr der Zugvögel durcheinander. Buchfinken, Mönchsgrasmücken und Rotkehlchen kehren inzwischen deutlich früher aus ihrem südlichen Winterquartier zurück als noch vor wenigen Jahrzehnten. Für sie ist der Tisch reich gedeckt, denn viele Insekten schlüpfen durch die Wärme früher. Spätheimkehrer wie Gartenrotschwanz, Mauersegler, Störche oder Küstenseeschwalbe hingegen legen Langstreckenflüge von über 4.000 Kilometer zurück. Sie finden bei ihrer Rückkehr nicht nur ein reduziertes Futterangebot: Andere Vogelarten haben bereits die besten Reviere besetzt.

Ohne Eis keine Beute: Die Folgen der Erderwärmung für Eisbären © Shannon Wild

Ohne Eis keine Beute © Shannon Wild

Eismangel: Der Eisbär ist DAS Symbol für die Folgen des Klimawandels. Bilder von ausgezehrten Eisbären auf winzigen Eisschollen sind herzzerreißend – aber sie werden sich mehren. Denn der König der Arktis ist auf eine dicke, zusammenhängende Eisdecke angewiesen, um erfolgreich auf Robbenjagd gehen. Nur dann kann er auch seinen Nachwuchs aufziehen. Doch die Klimaerwärmung ist ausgerechnet in der Arktis doppelt so stark wie anderswo auf der Erde. Forscher warnen, dass bis 2050 zwei Drittel der Eisbären verschwunden sein, die Art bis zum Ende des 21. Jahrhunderts gar aussterben könnte.

Wassermangel: Folgen des Klimawandels für Nashörner © Peter Chadwick

Wassermangel als größte Gefahr für Nashörner © Peter Chadwick

Wassermangel: Es gibt immer wieder Dürreperioden im südlichen Afrika – doch in einigen Regionen ist in den vergangenen Jahren gar kein Regen mehr gefallen. Die Folge: Im Kampf um die Wasserlöcher unterliegen einige Arten. Ausgerechnet Nashörner, die mit ihrem plumpen Körperbau und ihrer dicken Haut so unverletzlich wirken, gehören zu den großen Verlierern: Wildhüter in Südafrika warnen, dass anhaltende Dürren für das Überleben der Rhinos eine größere Gefahr sind als die Wilderei.

Weniger Krill, weniger Fisch: Die Folgen des Klimawandels für Robben und Pinguine © Charles Kinsey

Schwere Zeiten für Pinguine & Co.: Weniger Krill, weniger Fisch © Charles Kinsey

Futtermangel: Auch für die Tierwelt am Südpol ist der Klimawandel eine große Gefahr: Die eisigen Gewässer der Antarktis sind äußerst Krill- und fischreich. Doch die Erderwärmung führt zu häufigeren und stärkeren warmen Meeresströmungen wie dem El Niño, die den Krill- und Fischbestand reduzieren – und damit die Futterquelle von Robben, Pinguinen und Blauwalen. Antarktis-Forscher befürchten, dass bis zum Ende des 21. Jahrhunderts 60 Prozent der Kolonien der Adelie-Pinguine verschwinden könnten.

Was können Sie tun?

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