Artenschutz mit den Menschen vor Ort
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11. September 2019.

Aufklärungsarbeit im J.A.C.K. Affenwaisenhaus.

Artenschutz geht immer Hand in Hand mit Aufklärung. Denn wenn sich die Bevölkerung vor Ort nicht darüber im Klaren ist, welchen Bedrohungen die Tiere ausgesetzt sind, wird das Artensterben weitergehen. Die Affenauffangstation J.A.C.K. in der Demokratischen Republik Kongo setzt auf Aufklärungsarbeit, um die Aufmerksamkeit für den Artenschutz zu erhöhen.

Besucher der Auffangstation © J.A.C.K.

Schimpansen werden immer noch wegen ihres Fleischs getötet. Auch ihr Lebensraum schwindet zunehmend, so dass die Tiere mehr und mehr in die Gebiete der Bevölkerung vordringen. So geraten die Tiere immer wieder in gefährliche Konfilktsituationen mit den Menschen. Das Aufklärungsprogramm von J.A.C.K. wendet sich an Kinder und Jugendliche ebenso wie an Erwachsene. Erreicht werden damit vor allem diejenigen, die eine unmittelbare Gefahr für Schimpansen darstellen. Dies sind zum Beispiel Menschen, die sich Primaten als Haustiere anschaffen wollen. Angesprochen werden jedoch auch Personengruppen, die helfen können, die Gefahren für Menschenaffen im Kongo zu verringern. Dazu gehören auch Mitarbeiter von Behörden.

Roxane beim spielerischen Lernen mit den Kleinsten © J.A.C.K.

Aufklärungsarbeit in der Station

Über die gesamte Auffangstation verteilt finden sich kurze Informationen über Schimpansen. Hinzu kommen vier kleine Hütten, jede von ihnen steht für die Antwort auf eine grundsätzliche Frage:

  • Was unterscheidet Menschenaffen wie Schimpansen von anderen Primaten?
  • Was genau sind Schimpansen? Wo leben sie? Wie sehen sie aus? Wovon ernähren sie sich? Wie ist ihr Gruppenverhalten, wie vermehren sie sich? Sind es intelligente Tiere?
  • Warum sind diese Tiere überhaupt bedroht? Welchen Gefahren sind Schimpansen und andere Menschenaffen täglich ausgesetzt und warum gehören sie zu den bedrohten Tierarten? Welche nationalen und internationalen Institutionen setzen sich für den Schutz der Schimpansen ein?
  • Was ist eine Auffangstation? Wozu gibt es J.A.C.K.? Was ist der Unterschied zwischen einem Zoo und einer Auffangstation?

Schüler an einer Infotafel © J.A.C.K.

Infotafeln in einer der Hütten © J.A.C.K.

Zusammenarbeit mit Besuchern

Zu den Besuchern der Station zählen unter anderem Touristen, Schüler und Studenten, Behörden und Fernsehteams. Um zudem die Aufmerksamkeit zu erhöhen, gestattet J.A.C.K. folgenden Personengruppen Zugang zur Station:

  • Tiermedizinstudenten, die bei verschiedenen Behandlungen (wie beispielsweise Sedierungen, Gesundheitschecks, etc.) teilnehmen können, um sie mit der Tierwelt in ihrem Land vertraut zu machen. Normalerweise kennen sie diese nur aus den Büchern und durch den direkten Kontakt zu den Schimpansen lernen sie nicht nur, dass diese Tiere dem Menschen sehr ähnlich sind, sondern auch, dass sie vom Aussterben bedroht sind.
  • Menschen aus der Umgebung oder der Provinzhauptstadt Lubumbashi, die Freiwilligenarbeit leisten wollen: durch Mitarbeit im Gewächshaus, Instandhaltung des Geländes, Bäume stutzen, Laub zusammenkehren, Malerarbeiten und einiges mehr.

Tiermedizin-Studenten bei einer Untersuchung © J.A.C.K.

Freiwillige Helfer bei der Feldarbeit © J.A.C.K.

Aufklärungsarbeit außerhalb der Station

J.A.C.K. nimmt an lokalen Events wie zum Beispiel Schul-, Tourismus- und Umweltmessen, Weihnachtsmärkten und vielen mehr in Lubumbashi teil. Nach Möglichkeit wird auch versucht, an Veranstaltungen im Ausland teilzunehmen.

Die Aufklärungsarbeit von J.A.C.K. läuft äußerst erfolgreich. Seit 2014 wurden keine Schimpansen mehr in Lubumbashi gehandelt, was bedeutet, dass J.A.C.K. den illegalen Handel mit Schimpansen im Süden der Demokratischen Republik Kongo gestoppt hat.

Mehr Informationen

Schimpanse J.A.C.K. © Ainare Basaras

Die Station J.A.C.K. nimmt Schimpansen auf, die an Ketten, in Verschlägen oder in winzigen Käfigen als „Haustiere“ gehalten wurden.

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Schimpansen_2015_ChinoiseBillyhpp(c)LWC

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