Pro Wildlife im Einsatz für bedrohte Gorillas

Pro Wildlife im Einsatz für bedrohte Gorillas

2009: UN-Jahr des Gorillas. Alle Menschenaffen sind vom Aussterben bedroht. Die Bestände des Westlichen und Östlichen Gorillas schrumpfen immer weiter. Selbst ihre massive Statur und die bis zu 160 Kilogramm Körpergewicht schützen die sanften Affen nicht vor der Rodung des Regenwalds, der Wilderei und der Verdrängung für Minen. Als die Vereinten Nationen 2009 zum Jahr des Gorillas erklärten, nutzten wir das intensiv, um auf die Gefährdung dieser Primaten aufmerksam zu machen. Auf unserer eigens für das UN-Jahr erstellten Website informierten wir über das Verschwinden der Riesen und darüber, was wir in Europa für ihren Schutz tun können. In vielen elektronischen Geräten sind seltene Rohstoffe wie Tantal-Erze verarbeitet. In unseren Handys […]

Interview: Kampf gegen Elfenbeinhandel

Interview: Kampf gegen Elfenbeinhandel

2008: Experiment zum legalen Elfenbeinhandel scheitert. Interview mit der Diplom-Biologin Daniela Freyer, Mitbegründerin von Pro Wildlife: 2002 lockerte die internationale Staatengemeinschaft erneut den Elefantenschutz und stellte einen weiteren „experimentellen“ Elfenbeinverkauf in Aussicht. Da nahm das Desaster seinen Lauf. Das war eine sehr frustrierende Zeit. Was passierte, als der Handel freigegeben wurde? 2008 verkauften Simbabwe, Namibia, Botswana und nun auch Südafrika 102 Tonnen Elfenbein nach Japan und China. Insbesondere in China wurde damit ein riesiger Markt eröffnet, Schnitzfabriken und Geschäfte schossen aus dem Boden. Neben dem legal eingeführten Elfenbein wurde in den gleichen Geschäften gewildertes verkauft. Einem Stoßzahn oder einer Schnitzerei sieht ja niemand seine Herkunft an. Die Handelserlaubnis löste eine […]

Rettung für Plumploris

Rettung für Plumploris

2007: Internationaler Schutz für die kleinen Primaten. Riesige Augen, winzige Fingernägel, fluffiges Fell: Plumploris sind unglaublich niedlich. Und genau das wird ihnen zum Verhängnis. Denn in ihren Heimatländern in Asien werden die Tiere zu Tausenden aus der Wildnis gerissen und auf den Märkten als Haustiere, angebliche Medizin oder Fotomotive für Touristen verkauft. Für die nachtaktiven Primaten bedeutet dies oft das Todesurteil, denn viele überleben nur wenige Wochen oder Monate in Gefangenschaft. Bis 2007 waren die Tiere international völlig unzureichend geschützt. Pro Wildlife erfuhr durch ein Forschungsprojekt, wie schlecht es um die kleinen Äffchen bestellt war, und machte sich sofort an die Arbeit. Für die CITES-Artenschutzkonferenz 2007 arbeiteten wir gemeinsam mit […]

Von Wühltischen, Leitlinien und einem langen Atem

Von Wühltischen, Leitlinien und einem langen Atem

2006: Leitlinien für Tierbörsen veröffentlicht. Tausende Tiere, in kleine Plastikboxen gestopft und auf regelrechten Wühltischen zur Schau gestellt: Reptilienbörsen sind ein Albtraum für Tiere. Lange Jahre konnten Händler, Käufer und Schmuggler agieren, wie sie wollten. Pro Wildlife sind diese Veranstaltungen ein Dorn im Auge, allen voran Europas größte Börse „Terraristika“ in Hamm (NRW). Nicht nur der Tierschutz wird mit Füßen getreten, sondern auch der Artenschutz: In den Behältern und Schaukästen war und ist noch immer fast alles zu finden, was die Natur hergibt. Seltene Arten, Wildfänge, potentiell invasive Arten werden dort wie auf einem Flohmarkt angeboten, Schleuderpreise inklusive. Giftige Schlangen gibt es schon für 30 Euro, Skorpione für 15 Euro, […]

EU-Wildvogelimportverbot rettet Millionen Tiere

EU-Wildvogelimportverbot rettet Millionen Tiere

2005: Keine Wildvögel mehr in die EU. Bis 2005 war die EU mit Abstand der größte Importeur für wild gefangene Vögel. Allein für den europäischen Markt wurden laut Berechnungen von Pro Wildlife jedes Jahr 3,5 Millionen Wildvögel in Afrika, Asien und Lateinamerika aus der Wildnis gerissen. Ein Großteil starb bereits bei Fang und Transport, denn die Methoden sind brutal: Es werden beispielsweise Leimfallen ausgelegt, an denen die Tiere kleben bleiben. Vom Baum gepflückt werden sie zu Boden geworfen und in Säcken und Kisten verstaut. Für Pro Wildlife ein unhaltbarer Zustand, denn die Tiere leiden fürchterlich, der massenhafte Fang bedroht ganze Arten sowie die Gesundheit von Menschen und Tieren in den […]

Verzicht auf Tropenholz statt fragwürdige Siegel

Verzicht auf Tropenholz statt fragwürdige Siegel

2004: Greenwashing mit Siegeln aufgedeckt. Eigentlich war das Credo seit den 1980ern klar: Kauft kein Tropenholz! Doch ab den 1990ern waren Einrichtungshäuer und Bau-märkte wieder voll davon, in den Gärten standen Teak-Liegen und Mahagoni-Schreibtische zierten die Arbeitszimmer. Auf den Möbeln und Holzstücken prangten Siegel, die Nachhaltigkeit versicherten. Was war passiert? Wo immer die Holzindustrie Straßen und Trassen baut, haben auch Wilderer leichtes Spiel und können immer tiefer in die Wälder eindringen. Sie versorgen dann die Holzfällercamps mit Fleisch; auch Menschenaffen gehören zur Beute, denn sie liefern besonders viel Fleisch pro Kugel. Wir fanden heraus, warum Tropenholz plötzlich wieder angesagt war. Viele Verbraucher vertrauten angeblichen Nachhaltigkeitssiegeln wie FSC oder PEFC. Doch […]

Wildtiere sind keine Wunderheilmittel

Wildtiere sind keine Wunderheilmittel

2002: Kampagne zur Traditionellen Asiatischen Medizin. Rheuma, Geisteskrankheit, Triefauge? Knochen, Hirn, Haut oder der Penis von Tigern sollen helfen. Bei Gicht und Fieber wird Rhino-Horn verabreicht und Schildkrötenpanzer beugt angeblich Vergesslichkeit vor. Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ist Jahrtausende alt und wird bis heute in großen Teilen Asiens angewandt. Die meisten Inhaltsstoffe sind aus Artenschutzsicht unbedenklich, einige aber höchst problematisch. Immer mehr Menschen mit immer mehr Geld suchen in der traditionellen Medizin Linderung für alltägliche Leiden oder ernsthafte Krankheiten. Viele nutzen Nashorn-Pulver und andere, besonders teure Inhaltsstoffe auch als Statussymbol. Für einige Tierarten, denen heilende Kräfte zugesprochen werden, bedeutet das eine ernste Bedrohung. Tiger, Nashorn und Seepferdchen sind nur einige […]

Pro Wildlife deckt Delfin-Massaker in Japan auf

Pro Wildlife deckt Delfin-Massaker in Japan auf

2000: Delfinjagden in Taiji und Futo. Bei diesen Bildern kann sich schnell der Magen umdrehen: Hunderte Delfine liegen in blutrotem Wasser, Fischer töten sie mit Eisenhaken und Messern – ein Massaker. Was uns die Organisation EIA aus Japan schickte, war kaum zu glauben. Denn vor der Veröffentlichung dieser Videos wusste niemand in Europa, was in den japanischen Fischerorten wie Taiji oder Futo vor sich ging. Die Jagd auf Delfine war unbekannt, bis Pro Wildlife das Material der Presse zur Verfügung stellte. Die laute, internationale Kritik zeigte Wirkung und das Fischerörtchen Futo stellte die Jagd auf Delfine ein. In ganz Japan gingen seither die Fangzahlen stark zurück, von anfänglich fast 19.000 […]

Limbe Wildlife Centre

Limbe Wildlife Centre

2000: Unser erstes Projekt vor Ort. Im Westen Afrikas finden Schimpansen und Gorillas einige der letzten Zufluchtsorte. Leider dringen Menschen immer tiefer in die Regenwälder ein, jagen die Affen und verkaufen die Jungtiere als Haustiere. Für Pro Wildlife stand deshalb schon sehr früh fest, dass Tier- und Artenschutz auch vor Ort stattfinden muss. Auf der Suche nach guten Partnern wählten wir als unser erstes Schutzprojekt das Limbe Wildlife Centre (LWC) in Kamerun aus. Wichtig war für uns von Anfang an ein vielschichtiger und nachhaltiger Ansatz: Das LWC nimmt Affen und andere Wildtiere in Not auf und arbeitet mit den Menschen vor Ort. Zahlreiche Wildtiere können nach ihrer Rehabilitation wieder ausgewildert […]

Tierquälerei im Frachtraum

Tierquälerei im Frachtraum

1999: Kampf gegen Wildtiertransporte bei Lufthansa Cargo. Pro Wildlife war erst wenige Monate alt, schon deckten wir einen massiven Skandal auf. Uns erreichten erschreckende Videoaufnahmen aus Südafrika. Tierschützer hatten bei einem Flug der Lufthansa Cargo bis auf die Knochen abgemagerte, tote und bereits verweste Wüstenfüchse, Kraniche und Tauben entdeckt. Wir recherchierten und fanden bald heraus, welches Martyrium die Tiere hinter sich hatten: Sie wurden in der Wildnis eingefangen und auf einer aberwitzigen Flug-route von Sudan über Frankfurt nach Südafrika verfrachtet. Der Verwesungsgrad eines Tieres deutete darauf hin, dass es bereits am Flughafen der Main-Metropole tot gewesen sein musste. Die Abfertigung dort bescheinigte den Tieren dennoch einen „guten Gesundheitszustand“ und schickte […]