45 Zwergwale in drei Wochen getötet: Norwegens Walfangsaison startet mit Rekordtempo 

Pro Wildlife fordert Ende des kommerziellen Walfangs

München, 23. April 2026. – Seit Beginn der norwegischen Walfangsaison Anfang April wurden bereits 45 Zwergwale getötet – im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres waren es lediglich neun Tiere. „Norwegen jagt Wale, die kaum jemand essen will, und exportiert das Fleisch fast ausschließlich nach Japan – das ist keine Tradition, das ist eine subventionierte Industrie ohne Zukunft“, kritisiert Dr. Mona Schweizer, Meeresschutzexpertin bei Pro Wildlife. „Dieser dramatische Anstieg der Tötungszahlen zeigt: Es wird höchste Zeit, dass Norwegen diese überholte und grausame Jagd beendet.“ 

Norwegen missachtet internationales Walfangmoratorium

Seit 1986 gilt das Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC), das den kommerziellen Walfang weltweit verbietet. Norwegen hatte jedoch bereits im selben Jahr offiziell Widerspruch eingelegt – und seitdem über 17.500 Zwergwale mit Explosivharpunen getötet. Die norwegische Regierung hat die Fangquote für 2026 sogar auf 1.641 Tiere erhöht.

Kaum Inlandsnachfrage, Export nach Japan

Dass der Walfang in Norwegen noch betrieben wird, ist kaum zu rechtfertigen: Nur zwei Prozent der norwegischen Bevölkerung konsumiert regelmäßig Walfleisch; unter 35-Jährigen laut einer Umfrage von 2022 keiner der Befragten. Die norwegischen Walfänger sind deshalb auf den Export angewiesen: Seit 2013 hat Norwegen rund 2.000 Tonnen Walfleisch exportiert – 97 Prozent davon nach Japan. „In einem der weltweit modernsten und wohlhabendsten Länder ist der Walfang nicht mehr zeitgemäß und schadet dem internationalen Ansehen des Landes“, so Dr. Schweizer. „Wir von Pro Wildlife sind daher Gründungsmitglied der End Commercial Whaling Coalition, einer internationalen Koalition aus NGOs, die ein Ende des kommerziellen Walfangs fordert. Mit der Petition auf endcommercialwhaling.org sammeln wir weltweit Unterstützung für diese Forderung.”

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