Eisbär in Not

Eisbaer(c) AnsgarWalkDer Eisbär: Eine Art geht unter

Er ist das traurige Symbol des Klimawandels: Der Eisbär. Ihm schmilzt das Eis unter den Pfoten weg. Schadstoffe aus der Nahrungskette vergiften ihn und immer noch wird er gnadenlos bejagt.

 

>> Spenden für die Letzten ihrer Art!


Hannes_Jaennicke(c)JKramerHannes Jaenicke im Kampf für die Eisbären

Jeder weiß es: Den Eisbären schmilzt der Lebensraum weg.  Bisher wenig bekannt ist, dass der „Ursus Maritimus“ zusätzlich gefährdet ist, weil jedes Jahr Hunderte Eisbären abgeschossen werden – ganz legal. Auf diese Bedrohung weist der Umweltaktivist und Schauspieler Hannes Jaenicke in einem Spot hin, mit dem er die Arbeit von Pro Wildlife unterstützt. „Unbegreiflich, dass Regierungen weiterhin die Jagd auf eine vom Aussterben bedrohte Art genehmigen“ sagt Jaenicke. Er fordert die kanadische Regierung auf, endlich die Jagd auf den bedrohten „König der Arktis“ zu verbieten.

Das können Sie für die Eisbären tun:

  1. Bitte leiten Sie das Video an alle Bekannten und Freunde weiter, teilen Sie es auf Facebook, Twitter, Google+ und Co!
  2. Spenden für Polarbären!

Eisbaer(c)Ansgar Walk Der Eisbär im Schwitzkasten

Bedrohung durch den Klimawandel

20–25.000 Eisbären sollen nach einer veralteten Schätzung der IUCN noch leben. Doch zwei Drittel der lokalen Bestände sind bereits rückläufig. Wissenschaftler haben berechnet, dass es aufgrund der menschengemachten Erderwärmung bis 2050 66 Prozent weniger Eisbären geben könnte. Seit Beginn der Messungen im Jahr 1979 ist die Eisdecke in der Arktis in den warmen Sommermonaten bereits um 30 Prozent geschrumpft. Auf den gefrorenen Eisdecken des Polarmeeres sind die Bären zu Hause: Sie sind die Kinderstube der Jungtiere, die Elterntiere nutzen das Eis für die Jagd. Mit dem Rückgang der Eisschicht in der Arktis schrumpft auch die Lebensgrundlage der weißen Giganten, sie hungern, vor allem die Sterblichkeitsrate der Jungtiere steigt rapide. Forscher konnten den kräftezehrenden Kampf einer mit einem Sender ausgestatteten Eisbärin gegen die Eisschmelze verfolgen: Sie schwamm neun Tage lang ununterbrochen, legte dabei 687 km zurück und lief dann nochmals 1.800 km. Die Gewaltaktion kostete sie 22 Prozent ihres Körpergewichts – sowie das Leben ihres einjährigen Jungen.


TrocknenVonEisbaerhaeuten(c)HannesGrobeBedrohung durch die Jagd

In den eisfreien Monaten flüchten immer mehr Eisbären auf das Festland. Das Problem: Hier lauert der Mensch. Je mehr sich der Eisbär der Zivilisation nähert, desto gefährlicher lebt er. Jedes Jahr werden etwa 1.000 Eisbären getötet. Die meisten davon ganz legal. In Kanada werden derzeit über 600 Eisbären pro Jahr erlegt, überwiegend für den weltweiten Fellhandel und Jagdtrophäen. In Grönland sind es derzeit 130 Tiere, in den USA 29. In Russland ist die Jagd offiziell verboten. Allerdings werden hier bis zu 300 Tiere jährlich gewildert. In Norwegen sind Eisbären streng schützt. 

Kanada: Eisbären als Freiwild

Eisbaer(c)BFFDie größte Gefahr, vor eine Flinte zu laufen, droht den Eisbären in Kanada. Im Jahr 2010 wurden dort 500 Tiere erlegt, 2012 waren es über 600. Erlaubt ist die Jagd auf den Polarbären nicht nur Ureinwohnern. Diese dürfen ihre Abschusslizenzen auch an Touristen weiter verkaufen: Trophäenjäger aus Deutschland, Russland und anderen Ländern können für 40.000 Euro in Kanada ganz legal einen Polarbären abschießen. Im Visier haben sie ausgerechnet die Tiere, die am größten und stärksten sind – und die für die Fortpflanzung und das langfristige Überleben des Bestandes am wichtigsten sind. Zudem floriert der kommerzielle Handel mit Eisbärfellen. Hunderte Eisbärenfelle werden jedes Jahr aus Kanada exportiert - als Bettvorleger, Eisbärmütze oder Jagdtrophäe. Auktionshändler vermelden eine nicht mehr zu sättigende Nachfrage. Während bisher Japan und die EU-Staaten Hauptabnehmer waren werden die Felle zunehmend nach China und Russland exportiert. Denn trotz rückläufiger Bestände gibt es bisher kein internationales Handelsverbot. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) fordert zwar, dass der Handel die Bestände nicht gefährden darf. Doch solange Regierungen wie Kanada Exportquoten nach eigenem Gutdünken festsetzen dürfen und nicht einmal rückläufige und kleinste Populationen schonen, läuft diese Forderung ins Leere. Trotz Warnungen von Wissenschaftlern lassen einige Provinzen wie z.B. Quebec und Nunavut sogar zu, dass noch mehr Eisbären abgeschossen werden als in den letzten Jahren. Einzig die USA haben bisher gehandelt, um diesen unverantwortlichen Aderlass zu stoppen: 2008 wurde der Eisbär dort in den Endangered Species Act Eisbaer(c)A.Wilsonaufgenommen, die Einfuhr von Eisbärfellen aus Kanada und anderen Ländern ist dort seither verboten. Kanada hingegen behauptet, die Jagd sei eine alte Tradition der Inuit und heute eine bedeutende Einnahmequelle. Doch beide Argumente sind nicht haltbar: Die Eisbärjagd begann in nennenswertem Umfang erst mit dem Gebrauch von Schusswaffen und floriert in Kanada vor allem seit 1980. Und die Gewinne aus der Trophäenjagd sind marginal: In der Provinz Nunavut, einem der Hauptjagdgebiete, machen sie weniger als 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Ist der Eisbär noch zu retten?

EisbaerUnterWasser(c)JohnEisbären sind eine aussterbende Tierart: Wissenschaftler befürchten, dass sie in nur einhundert Jahren ausgerottet sein könnten. Der Verlust jedes einzelnen Tieres wiegt also schwer. Um den Polarbär zu retten, muss an zwei Fronten gekämpft werden. Zum einen gilt es, die Freisetzung von CO2 zu verringern. Hier ist die Politik, aber auch jeder Einzelne gefragt. Zum anderen muss umgehend der verantwortungslose Abschuss von Hunderten Eisbären im Jahr und der Handel mit ihren Fellen eingestellt werden.

Pro Wildlife kämpft für einen konsequenten Schutz der Eisbären. Wir fordern ein internationales Handelsverbot für Eisbären.

Eisbaerfamilie(c)AlastairRae