Protestbrief gegen die Delfinjagd in Japan
Sehr geehrter Herr Fischereiminister Yamada,
In Ihrem Land findet die weltweit größte Jagd von Delfinen und Kleinwalen statt. Derzeit werden bis zu 15.000 Delfine, Hafenschweinswale und andere Kleinwale jährlich in Japans Präfekturen Chiba, Hokkaido, Iwate, Miyagi, Okinawa und Wakayama getötet. Seit Inkrafttreten des kommerziellen Walfangverbots 1986 wurde die Zahl der getöteten Delfine und Kleinwale stark erhöht, offenbar um den Mangel an Walfleisch auszugleichen. Im Jahr 2000 schockierten Videos der grausamen Treibjagd in Futo die Weltöffentlichkeit; Japanische Botschaften in diversen Ländern sahen sich mit einer Protestflut konfrontiert. Als Ergebnis wurde seither in Futo die Delfinjagd weitgehend eingestellt – mit Ausnahme weniger Tiere in 2004. Nun zeigt der Kinofilm „The Cove – Die Bucht“ die Massaker in Taiji und den Zusammenhang zwischen der Jagd und dem Fang lebender Delfine für die Delfinarium-Industrie. Der Film zeigt auch, dass die meisten Bürger Japans nichts über die Delfinmassaker wissen.
Diese Jagden sind nicht nur extrem grausam, sie verursachen auch ein immenses Gesundheitsrisiko für Ihre Bevölkerung: Insbesondere Delfine und Kleinwale stehen als Beutegreifer an der Spitze einer komplexen Nahrungskette und häufen hierüber hohe Giftstoffkonzentrationen an. Entsprechend fanden japanische Wissenschaftler in Delfinfleisch, das auf dem japanischen Markt zum Verkauf angeboten wurde, Quecksilberwerte, die die nationalen Grenzwerte um das bis zu 5.000-Fache überschritten! Die japanische Öffentlichkeit ist hierüber nicht ausreichend informiert.
Deshalb ist der sofortige Stopp der Delfinjagd in Japan der einzig verantwortungsvolle Weg angesichts der Gesundheitsrisiken und des Tierschutzaspekts. Deshalb fordere ich die japanische Regierung auf, künftig keine Fangquoten mehr für die Jagd auf Kleinwale und Delfine auszustellen.
Mit freundlichen Grüßen,
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