Elfenbein

Elefantenbulle in Afrika©A.GabanyiKampf um das "weiße Gold"

Pro Wildlife kämpft für einen strengen Schutz aller Elefanten und die Bewahrung ihres Lebensraumes. Wir entlarven die Hintergründe und Falschinformationen, mit denen einige wenige Regierungen versuchen, den Elefantenschutz immer weiter zu lockern. Die Mehrheit der afrikanischen Staaten wünscht sich einen konsequenten Elefantenschutz – und Pro Wildlife unterstützt sie hierbei. Auf internationalen Konferenzen, wie dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) kämpft Pro Wildlife für ein Verbot des Elfenbeinhandels. Auf der WA-Konferenz im März 2010 setzte sich Pro Wildlife mit Erfolg gegen eine Schwächung des Elefantenschutzes ein: Wegen massiver Wilderei und Problemen im Artenschutzvollzug scheiterten die Pläne Tansanias und Sambias, über100 Tonnen Elfenbein nach Asien zu verkaufen.

Die Jagd nach dem weißen Gold dezimiert die Elefanten

Millionen Elefanten bevölkerten ursprünglich den afrikanischen Kontinent. Im Lauf des 20. Jahrhunderts wurden sie dramatisch reduziert, in manchen Regionen sogar ausgerottet. Die Elfenbeinwilderei halbierte Afrikas Elefantenbestände zwischen 1979 und 1989 von etwa 1,2 Millionen auf 600.000. Heute gilt nur ein Bestand von 470.000 Tieren als gesichert, maximale Schätzungen gehen von 670.000 aus.

1989 beschloss das Washingtoner Artenschutzübereinkommen ein Verbot des internationalen Elfenbeinhandels. Die Wilderei ging deutlich zurück: Die Elfenbeinpreise sanken ins Bodenlose, die Absatzmärkte in Europa und den USA brachen zusammen. Doch einige Regierungen forderten bereits acht Jahre später, dass der Handel wieder aufgenommen wird. Gegen den Widerstand von Pro Wildlife und anderen Artenschützern erteilte das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) die Genehmigung. Im Jahr 2000 exportierten drei afrikanische Länder 50 Tonnen Elfenbein aus staatlichen Lagerbeständen nach Japan, 2008 nochmals 108 Tonnen nach Japan und China. Darüber hinaus dürfen Simbabwe und Namibia Elfenbeinschnitzereien zu "nicht kommerziellen Zwecken" exportieren. Diese „Ausnahmen“ von dem generellen Verbot des Elfenbeinhandels torpedieren den Elefantenschutz, denn eine Unterscheidung zwischen legalem und illegalem Elfenbein ist häufig nicht möglich.

Stoßzähne©Pro WildlifeLegaler Handel heizt Schmuggel an

Elfenbeinschmuggel und Wilderei haben seit der Freigabe des Handels deutlich zugenommen. Der legale Handel bietet einen Deckmantel für illegale Händler: Für Schmuggler ist es ein leichtes, ihre blutige Ware als „legal“ auszugeben. Derzeit fallen jährlich weit über 30.000 Elefanten der Elfenbeinwilderei zum Opfer. Stoßzähne erzielen in Asien wieder Rekordpreise.

  • Im Jahr 2009 wurden mindestens 25.000 kg illegales Elfenbein beschlagnahmt, über die Hälfte davon stammte aus Tansania.
     
  • 2010 wurden mindestens 15.000 kg aufgegriffen. Darunter zahlreiche Aufgriffe von vielen Hundert Stoßzähnen bzw. mehreren Tausend kg, hinter denen kriminelle Banden stecken.
     
  • 2011 entwickelte sich zum Katastrophenjahr: Allein im November und Dezember gab es vier große Beschlagnahmen, die Kenia betrafen: Im November wurden 600 kg Elfenbein in Nairobi gefunden, am 3.12. waren es zwei Tonnen in Mombasa, am 13.12. wurden in Malaysia weitere zwei Tonnen beschlagnahmt, die aus Kenia stammten, und am 22.12. fanden die Ermittler in Mombasa erneut 772 Stoßzähne (Gesamtgewicht > 3t). Weitere bedeutende Beschlagnahmen in 2011: zwei Tonnen im April in Thailand, fast zwei Tonnen im August in China, je mehr als zwei Tonnen im August und September in Malaysia, mehr als eine Tonne im Oktober in Vietnam und 1,4 weitere Tonnen am 14.12. in Malaysia.

Doch nur ein Bruchteil des illegal gehandelten Elfenbeins wird beschlagnahmt, Experten gehen davon aus, dass bis zu 90% unentdeckt bleiben.

Pro Wildlife setzt sich deshalb für einen konsequenten Schutz aller Elefanten und ein strenges Verbot des Elfenbeinhandels ein. In verschiedenen Ländern Zentralafrikas, einem Zentrum der Wilderei, unterstützt Pro Wildlife Razzien gegen illegale Elfenbeinhändler