Jagd, Wilderei und Lebensraumverlust

  • Status: Gefährdet
  • Population: unter 20.000 bis maximal 30.000
  • Lebensraum: Savanne, Busch- und Grasland, Wüste und tropischen Regenwald
Der Löwe (Panthera leo) ist die sozialste aller Katzenarten. Löwen leben meist in Rudeln aus vier bis zwölf verwandten Weibchen mit ihren Nachkommen und ein oder zwei Männchen zur Revierverteidigung. Die Größe der von Löwenrudeln beanspruchten Reviere können selbst innerhalb einer Region stark variieren. Je nach Größe des Löwenrudels und je nach Beuteangebot kann ein Löwenrudel ein Gebiet von 20 bis 4.000 Quadratkilometern beanspruchen.

Afrikanische und Asiatische Löwen

Löwen kommen insgesamt in 28 Ländern vor, in mindestens 27 Ländern sind sie bereits ausgestorben, möglicherweise auch in acht weiteren. Ursprünglich waren Löwen in ganz Afrika, auf der arabischen Halbinsel sowie in Teilen Asiens verbreitet. Außerhalb Afrikas leben heute nur noch in Indien etwa 600 Tiere. Bisher unterschieden Wissenschaftler zwischen Afrikanischem und Asiatischem (bzw. Persischem oder Indischem Löwen). Heute wird diskutiert, dass die Tiere in Indien, Nord- West- und Zentralafrika einer Unterart angehören (Panthera leo leo) und diejenigen in Süd- und Ostafrika einer anderen Unterart (Panthera leo melanochaita).

Löwen jagen im Rudel

Männlicher Löwe

Männlicher Löwe

Löwen sind nachtaktiv und jagen meist im Schutz der Dämmerung oder Dunkelheit. Löwen sind keine besonders schnellen oder ausdauernde Läufer, jedoch Meister im Anschleichen. Sie nutzen jede Form der Deckung, um sich ihrer Beute unbemerkt zu nähern, bevor sie schließlich in einem kraftvollen Sprint losschlagen. Da Löwen im Rudel jagen, können sie Beutetiere reißen, die deutlich größer sind als sie selbst.
Löwen fressen vor allem größere Tiere, wie beispielsweise Büffel, Gnus, und Zebras, aber ausnahmsweise können auch einzelne, junge Elefanten oder Giraffen auf ihrem Speiseplan stehen. Zudem fressen Löwen Aas und können auch anderen Raubtieren, wie Tüpfelhyänen, die Beute stehlen. Entgegen der vorherrschenden Meinung, dass männliche Löwen vom Jagderfolg der Weibchen profitieren, jagen männliche Tiere selbst häufig und erfolgreich.

Leben als Junggesellen

Löwe Steppe, Trophäenjagd

Männlicher Löwe

Männchen, die noch kein eigenes Rudel erobert haben, leben und jagen häufig in Junggesellengruppen. Männliche Löwen haben eine Mähne, die sie größer und imposanter erscheinen lassen, als sie in Wirklichkeit sind. Wenn die männlichen Nachkommen die Geschlechtsreife erreicht haben, verlassen sie ihr Rudel, um ein eigenes zu erobern.

Bei der Paarung beißen Männchen den Weibchen in den Nacken; die dann still halten. Die Beiden paaren sich bis zu 40 Mal pro Tag über einen Zeitraum von etwa fünf Tagen. Die Jungtiere haben dunkle Flecken auf ihrem Fell; so sind sie in der Savanne besser getarnt.

Löwenbestände dezimiert

Löwen im Southluangwa Nationalpark in Sambia

Löwen in Sambia

Afrikas Löwenbestände haben dramatisch abgenommen: Zwischen 1993 und 2014 sind die Bestände um 43 Prozent gesunken, in manchen Regionen sogar noch stärker. Verantwortlich dafür sind der Verlust an Lebensraum und Beutetieren, Konflikte mit Viehzüchtern, Krankheiten, Jagd und Wilderei.
Löwen gehören zu den beliebtesten Trophäen der Großwildjäger – Hunderte Tiere werden von ihnen jedes Jahr abgeschossen, Teils in freier Natur, Teils in umzäunten Jagdfarmen. In den letzten Jahren hat zudem der Handel mit Löwenknochen für die Traditionelle Asiatische Medizin stark zugenommen – als Ersatz für Tigerknochen, die einem internationalen Handelsverbot unterliegen. Wissenschaftler befürchten, dass heute weniger als 20.000 Löwen in ganz Afrika leben.

Das tut Pro Wildlife
Pro Wildlife kämpft gegen den Abschuss von Löwen für Jagdtrophäen sowie den internationalen Handel mit Knochen, Fellen und anderen Körperteilen. Wir setzen uns für internationale Handelsverbote ein. Zudem unterstützt Pro Wildlife das EAGLE-Netzwerk, das in mehreren afrikanischen Ländern aktiv gegen illegalen Handel, Wilderei und Korruption vorgeht.

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Löwe Käfig quadratisch

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