Plumplori-Rettung, Indonesien

Aufpäppeln verletzter Plumploris.

Die Auffangstation Ciapus auf Java, Indonesien, bietet Zuflucht für etwa 160 von den Behörden in Indonesien beschlagnahmte Plumploris. Die kleinen Affen werden meist schwer verletzt in die Station gebracht.

Die meisten Neuankömmlinge müssen medizinisch behandelt werden. Viele haben Wunden im Mund, weil Wilderer und kriminelle Tierhändler die scharfen, giftigen Zähne herausreißen oder mit Nagelknipsern herausbrechen, um sie als Heimtiere verkaufen zu können. Ohne Zähne haben die Tiere keine Chance auf eine Wiederauswilderung, weil die Tiere sich nicht mehr gegen Feinde zur Wehr setzen können.

Ihr Verhängnis: Aberglaube und illegaler Handel

Plumplorirettung September 2017
Viele Menschen in Südostasien verbinden eine Reihe von abergläubischen Vorstellungen mit den Plumploris. Ihrem Fell werden heilende Kräfte nachgesagt und es heißt, ein Plumplori könne ein Schiff vor einer Flaute beschützen. Die große Nachfrage und der Verlust des Lebensraums durch die Abholzung der Regenwälder haben dazu geführt, dass alle Plumplori-Arten mittlerweile gefährdet sind.

Bis zu 700 US-Dollar zahlen Liebhaber für die Affen. Weil Plumploris an Teddybären erinnern, sind die nur 20 Zentimeter großen Baumbewohner ein gefundenes Fressen für Liebhaber exotischer Haustiere. Sie gelten als besonders zutraulich, weil sie sich ohne Gegenwehr hochheben lassen. Dieses passive Verharren ist jedoch Teil ihrer Abwehrstrategie. Das macht es allerdings sehr einfach, die kleinen Affen einzufangen. Sie werden vor allem nach China, Japan und Russland als Haustiere verkauft.

Albino Plumplori © IAR

Albino Plumplori © IAR

Die blauäugigen Käufer wissen oft nicht, dass ihr „niedliches“ Haustier der Wildnis entrissen wurde und wie es dementsprechend gehalten werden muss. So leiden die Tiere in Gefangenschaft und verenden qualvoll vor allem durch Fehlernährung und Infektionen. In Teilen Südostasiens werden die kleinen Affen als Fotomotive für Touristen gehandelt. Da sie meist tagsüber unter den Urlaubern herumgereicht werden, leiden die nachtaktiven Baumbewohner unter großem Stress.

Streng geschützt – Dank Pro Wildlife

Plumplorirettung September 2017
Die kleinen, ausschließlich in Südostasien vorkommenden Affen wurden auf Initiative von Pro Wildlife bei der CITES-Artenschutzkonferenz 2007 unter strengen Schutz gestellt und der internationale Handel mit ihnen verboten. Aber noch immer werden die nachtaktiven Äffchen illegal gefangen. Dann werden sie entweder als Haustiere verkauft oder sie werden zur Herstellung angeblicher Heilmittel getötet.

Finden die Behörden illegal gefangene Plumploris, werden sie in die Auffangstation Ciapus auf Java gebracht, wo man sie medizinisch aufpäppelt und ihnen ein Zuhause gibt. Das Zentrum ist das einzige in ganz Indonesien, das sich auf die Rettung und Rehabilitation von Plumploris spezialisiert hat. Die Station verfügt über eine voll ausgestattete Veterinärklinik, geräumige Anlagen für Primaten-Sozialisation, ein öffentliches Bildungszentrum, Unterkünfte für Volunteers und Besucher und eine Aussichtsplattform zur Beobachtung der Tiere. Daneben gibt es eine Quarantänestation für neue oder kranke Tiere. Besucher können erfahren, wie sich Plumploris in freier Natur bewegen und wie sie sich gegenüber ihren Artgenossen verhalten. Die Möglichkeit, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben, ist ein wichtiger Teil der Aufklärungsarbeit.

Zurück in die Freiheit

Oberstes Ziel ist es, die Tiere wieder auszuwildern. Nach intensiver und langwieriger Pflege können viele der gesund gepflegten Tiere wieder in die Freiheit entlassen werden. Plumploris, die verstümmelt wurden oder die keine gute Überlebensprognose in der Wildnis haben, wird ein möglichst tiergerechtes Leben in der Auffangstation ermöglicht.

Das tut Pro Wildlife
Dank unserer Affenpaten und Spender konnten wir der Auffangstation bisher über 28.000 Euro zur Verfügung stellen. Finanzielle Unterstützung ist nach wie vor notwendig, da immer wieder Beschlagnahmen durchgeführt und neue, verletzte Tiere in Ciapus abgegeben werden.

Weitere Informationen:

Orang-Utan Baby

Affenschutz

Pro Wildlife setzt sich seit der Gründung für den Affenschutz ein. Wir helfen dabei, illegal gehaltene Affen zu befreien. Wir kämpfen gegen den Verlust ihres Lebensraums und kümmern uns um verwaiste Primaten

» Pro Wildlife Affenschutzprogramm

Auswilderung © LWC

Auswilderung © LWC

Wie geht es zurück in die Freiheit?

» Auswilderung: Chancen und Grenzen

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