Plumplori-Rettung, Indonesien

Aufpäppeln verletzter Plumploris.

Die Auffangstation Ciapus auf Java, Indonesien, bietet Zuflucht für etwa 160 von den Behörden in Indonesien beschlagnahmte Plumploris. Die kleinen Affen werden meist schwer verletzt in die Station gebracht. Die meisten Neuankömmlinge müssen medizinisch behandelt werden. Viele haben Wunden im Mund, weil Wilderer und kriminelle Tierhändler die scharfen, giftigen Zähne herausreißen oder mit Nagelknipsern herausbrechen, um sie als Heimtiere verkaufen zu können. Ohne Zähne haben die Tiere keine Chance auf eine Wiederauswilderung, weil die Tiere sich nicht mehr gegen Feinde zur Wehr setzen können.

Nach intensiver und langwieriger Pflege können viele der gesund gepflegten Tiere wieder in die Freiheit entlassen werden. Plumploris, die verstümmelt wurden oder die keine gute Überlebensprognose in der Wildnis haben, wird ein möglichst tiergerechtes Leben in der Auffangstation ermöglicht.

Unterstützung durch Pro Wildlife

Die kleinen, ausschließlich in Südostasien vorkommenden Affen wurden auf Initiative von Pro Wildlife bei der CITES-Artenschutzkonferenz 2007 unter strengen Schutz gestellt und der internationale Handel mit ihnen verboten. Aber noch immer werden die nachtaktiven Äffchen illegal gefangen. Dann werden sie entweder als Haustiere verkauft oder sie werden zur Herstellung angeblicher Heilmittel getötet. Finden die Behörden illegal gefangene Plumploris, werden sie in die Auffangstation Ciapus auf Java gebracht, wo man sie medizinisch aufpäppelt und ihnen ein Zuhause gibt. Nach intensiver und langwieriger Pflege können einige der gesund gepflegten Tiere wieder in die Freiheit entlassen werden. Plumploris, die verstümmelt wurden oder die keine gute Überlebensprognose in der Wildnis haben, wird ein möglichst tiergerechtes Leben in der Auffangstation ermöglicht.

Plumplori_Release_Indonesien©IAR

Plumplori Auswilderung in Indonesien © IAR

Das Zentrum ist das einzige in Indonesien, das sich auf die Rettung und Rehabilitation von Plumploris spezialisiert hat. Die Station verfügt über eine voll ausgestattete Veterinärklinik, geräumige Anlagen für Primaten-Sozialisation, ein öffentliches Bildungszentrum, Unterkünfte für Volunteers und Besucher und eine Aussichtsplattform zur Beobachtung der Tiere. Daneben gibt es eine Quarantänestation für neue oder kranke Tiere.

Besucher können erfahren, wie sich Plumploris in freier Natur bewegen und wie sie sich gegenüber ihren Artgenossen verhalten. Die Möglichkeit, die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben, ist ein wichtiger Teil der Aufklärungsarbeit.

Dank unserer Affenpaten und Spender konnten wir der Auffangstation bisher über 28.000 Euro zur Verfügung stellen. Finanzielle Unterstützung ist nach wie vor notwendig, da immer wieder Beschlagnahmen durchgeführt und neue, verletzte Tiere in Ciapus abgegeben werden.

Plumploris © International Animal Rescue J. O'Neill

Plumploris © International Animal Rescue J. O’Neill

Aberglaube und illegaler Handel werden den Affen zum Verhängnis

Viele Menschen in Südostasien verbinden eine Reihe von abergläubischen Vorstellungen mit den Plumploris. Ihrem Fell werden heilende Kräfte nachgesagt und es heißt, ein Plumplori könne ein Schiff vor einer Flaute beschützen.

Die große Nachfrage und die Abholzung der Regenwälder in Asien haben dazu geführt, dass alle Plumplori-Arten mittlerweile gefährdet sind. In einigen Regionen sind sie schon ganz verschwunden. Seit 2007 sind sie international geschützt, doch der Schwarzmarkt mit den kulleräugigen Tieren blüht. Bis zu 700 US-Dollar zahlen Liebhaber für die Affen. Weil Plumploris an Teddybären erinnern, sind die nur 20 Zentimeter großen Baumbewohner ein gefundenes Fressen für Liebhaber exotischer Haustiere. Sie gelten als besonders zutraulich, weil sie sich ohne Gegenwehr hochheben lassen. Dieses passive Verharren ist jedoch Teil ihrer Abwehrstrategie. Das macht es allerdings sehr einfach, die kleinen Affen einzufangen. Sie werden vor allem nach China, Japan und Russland als Haustiere verkauft. Die blauäugigen Käufer wissen oft nicht, dass ihr „niedliches“ Haustier der Wildnis entrissen wurde und wie es dementsprechend gehalten werden muss. So leiden die Tiere in Gefangenschaft und verenden qualvoll vor allem durch Fehlernährung und Infektionen. In Teilen Südostasiens werden die kleinen Affen als Fotomotive für Touristen gehandelt. Da sie meist tagsüber unter den Urlaubern herumgereicht werden, leiden die nachtaktiven Baumbewohner unter großem Stress.

Weitere Informationen:

» Affen-Patenschaft

» Auffangstation für Plumploris

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