16 Tier- und Naturschutzverbände fordern: Kein kommerzielles Hai-Aquarium in Sinsheim.

München, 16. Dezember 2016. Das umstrittene Großprojekt Shark City in Sinsheim sorgt über die Region hinaus für Kritik bei Umweltschützern. In einem gemeinsamen Brief appellieren 16 Tier- und Naturschutzverbände an Oberbürgermeister Jörg Albrecht, das geplante kommerzielle Hai-Aquarium Shark City in Sinsheim zu verhindern. Zu den Unterzeichnern gehören Verbände wie der Deutsche Tierschutzbund, Pro Wildlife und der Deutsche Naturschutzring. Sie befürchten unter anderem, dass für den Besatz Haie aus dem Meer gefangen werden könnten – zumal die Betreiber keine Angaben darüber machen, welche Arten sie genau ausstellen wollen.

Noch im Sommer gaben die Betreiber an, 40 verschiedene Hai-Arten präsentieren zu wollen. Nach Kritik an der Haltung von Hochseehaien rudern die Betreiber mittlerweile zurück und versprechen, zum Beispiel keine Weißen Haie, Walhaie oder Tigerhaie zu präsentieren. „Doch auf der Website wird noch immer mit einem Tigerhai geworben – einem schwer zu haltenden Hochseehai“, sagt Dr. Sandra Altherr von Pro Wildlife. „Und die Betreiber versprechen nach wie vor, man könne in Shark City die größten Haie Europas erleben.“ Wie viele und welche Arten aber nun gehalten werden sollen, darüber wollte oder konnte Shark City auf Anfrage von Pro Wildlife keine Angaben machen.

Tier-und Naturschützer halten die meisten Hai-Arten für eine Aquarienhaltung ungeeignet

Die 16 Organisationen sehen das Projekt kritisch und sprechen sich klar gegen ein kommerzielles Groß-Aquarium mit Haien aus. Sie halten die allermeisten Hai-Arten aufgrund ihrer Lebensweisen und ihres Aktionsradiuses für eine Haltung in Aquarien für nicht geeignet. Im gemeinsamen Brief heißt es: „Die Überlebensrate vieler Hai-Arten in Gefangenschaft ist außerordentlich niedrig: Viele sterben bereits im ersten Jahr. Aufgrund der immensen Haltungsprobleme gibt es bei vielen Hai-Arten keine Nachzuchten.“ Selbst Zoos halten deshalb nur wenige Arten. Im Verbändeschreiben heißt es deshalb weiter: „Es ist alarmierend, dass die künftigen Betreiber von Shark City bis heute keinen Besatzplan veröffentlicht haben – Beim fortgeschrittenen Stadium der Bauplanung sollte bekannt sein, welche Tiere hier einmal leben sollen, v.a. wenn man die verschiedenen Haltungsansprüche diverser Hai-Arten bedenkt.“

Shark City hatte angekündigt, seinen Besatz „größtenteils“ aus anderen Aquarien zu beziehen. Die Betreiber wollen sich nicht festlegen, bei welchen Arten und in welchem Umfang Wildentnahmen erforderlich sind. Diese schwammigen Angaben können die Skepsis der Tier- und Naturschützer nicht auszuräumen.

Unterzeichner des Briefes sind:
Aktionsgemeinschaft Artenschutz, Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Animal Public, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Deutscher Naturschutzring, Deutsche Stiftung Meeresschutz, Deutscher Tierschutzbund, Fondation Franz Weber (Schweiz), Gesellschaft zur Rettung der Delfine, Menschen für Tierrechte Nürnberg, Naturschutzbund (NABU) Sinsheim, OceanCare (Schweiz), Pro Wildlife, Rettet den Regenwald, SAVE Wildlife Conservation Fund sowie Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz.

» Verbändebrief zu Shark City, Dezember 2016

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