München, 2. September 2020.

Organisationen aus aller Welt starten Kampagne

Natur- und Tierschutzorganisationen in Europa, Australien und den USA fordern adidas und Puma auf, den Verkauf von Schuhen aus Känguruleder zu stoppen. Sie appellieren an die Vorstände der Unternehmen, sich Bekleidungsherstellern wie Versace oder Diadora anzuschließen und zukünftig auf Produkte aus Känguruleder zu verzichten. Die beiden Marken verarbeiten nach wie vor das hoch umstrittene Leder, für das Kängurus brutal getötet werden. Deutschland ist drittgrößter Importeur von Känguruleder und -fleisch weltweit.

Känguru-Jagd in Buschfeuer-Gebieten geht weiter

Die verheerenden Buschbrände in Australien zu Beginn des Jahres haben rund 120.000 Quadratkilometer Wälder, Wiesen und Buschland verbrannt – das entspricht rund einem Drittel der Fläche Deutschlands. Die Brände haben auch den Lebensraum der Kängurus stark getroffen. Bis zu drei Milliarden Tiere wurden vertrieben oder starben  in den Feuern. Dennoch geht die kommerzielle Jagd auf 1,6 Millionen Kängurus pro Jahr unvermindert weiter – auch in von den Buschbränden zerstörten Gebieten. Klimawandel, Lebensraumverlust und die Jagd setzen die Bestände zunehmend unter Druck. „Die Jagd auf die Tiere ist besonders grausam und mit den in Deutschland und Europa geltenden Tierschutzvorschriften nicht vereinbar. Abnehmer von Känguruleder wie adidas und Puma sind dafür mitverantwortlich“, sagt Daniela Freyer von Pro Wildlife.

Organisationen appellieren an deutsche Sportartikelhersteller

Trotz dieser schwerwiegenden Vorwürfe produzieren adidas und Puma noch immer Sportschuhe aus Känguruleder (auch „K-Leather“). Beide Unternehmen arbeiten bereits mit recycelten Materialien, das Festhalten an „K-Leder“ ist eine Schwachstelle. Auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern sind Nachhaltigkeit und Einhaltung von Tierschutzstandards immer wichtiger. Sowohl adidas als auch Puma haben sich Ziele im Bereich Nachhaltigkeit und Tierwohl gesetzt. Adidas und Puma geben an, kein Leder von Tieren zu verarbeiten, die „unmenschlich“ behandelt wurden, Puma will außerdem kein Leder exotischer Tiere verwenden.  „Weshalb dennoch Leder aus der extrem grausamen Kängurujagd bezogen wird, ist nicht nachvollziehbar. Höchste Zeit, dass adidas und PUMA das Leder aus den Schuhregalen und vom Rasen verbannen“, so die Pro Widlife Sprecherin. „Angesichts der Auswirkungen der schrecklichen Brände ist der Verkauf von Känguruleder-Produkten noch weniger zu rechtfertigen.“

Immer mehr Unternehmen stellen die Produktion um

In der Branche lassen sich bereits erste Anzeichen für ein Umdenken erkennen. „Anfang August hat Prada bekannt gegeben, ab sofort auf die Verarbeitung von Känguruleder zu verzichten“, sagt Daniela Freyer. Damit folgt das Modehaus unter anderem Versace und dem italienischen Schuhhersteller Diadora, die dieses Jahr bereits den Verzicht auf Känguruleder bekannt gegeben hatten.

Diese Organisationen fordern in einem gemeinsamen Schreiben an adidas und PUMA einen Stopp der Verarbeitung von Känguruleder                               

animal public e.V., Bundesverband Tierschutz (BVT) e.V., Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt) e.V., Deutscher Naturschutzring (DNR), GAIA – Global Action in the Interest of Animals, Kangaroos Alive, PETA Deutschland e.V., VIER PFOTEN Deutschland

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