Elfenbeinhandel bleibt verboten.

Johannesburg / München, 3. Oktober 2016. Artenschützer begrüßen, dass die Weltartenschutzkonferenz in Johannesburg am Montag Anträge von Namibia und Simbabwe abgelehnt hat, den Elfenbeinhandel wieder zu erlauben. „Das war die einzig richtige Entscheidung. Zehntausende Elefanten haben frühere Experimente zur Legalisierung des Elfenbeinhandels mit ihrem Leben bezahlt“, so Daniela Freyer von Pro Wildlife. Allerdings verfehlte auch ein Antrag von 29 afrikanischen Staaten, alle Elefanten unter strengsten Schutz zu stellen, die erforderliche Zweidrittelmehrheit. „Die EU hat aus diplomatischer Rücksichtnahme auf eine kleine Minderheit aus drei afrikanischen Staaten gegen einen besseren Elefantenschutz gestimmt. Sie haben Afrikas Elefanten im Stich gelassen und die Forderung der großen Mehrheit der afrikanischen Staaten, des EU-Parlaments und der europäischen Bürger in den Wind geschlagen.“ Auch die Bundesregierung hatte sich gegen die Aufnahme aller Elefanten in Anhang I, den höchsten Schutzstatus, ausgesprochen.

Große Mehrheit Afrikas für Elefantenschutz

Tshekedi Khama, Umweltminister von Botswana, hatte vor der Abstimmung an alle Staaten plädiert, für den Antrag zu stimmen. Botswana gehörte in der Vergangenheit zu den Handelsbefürwortern. Das Land hat mit 130.000 Elefanten den größten Elefantenbestand, der allerdings seit 2010 um 15 Prozent zurück gegangen ist.
Die Elefantenbestände von Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika wurden 1997 und 2000 in den Anhang II von CITES heruntergestuft, um Elfenbeinhandel zu ermöglichen. Die Bestände der übrigen 33 Länder mit afrikanischen Elefanten stehen in Anhang I. Zwar gilt derzeit ein Moratorium für den Handel mit Stoßzähnen, allerdings nur befristet. Der Antrag der 29 Staaten der African Elephant Coalition wollte ein eindeutiges, dauerhaftes Handelsverbot für alle Elefanten erzielen und Schlupflöcher schließen.

Schließung der Elfenbeinmärkte

Die Artenschutzkonferenz beschloss zudem mit großer Mehrheit, die seit neun Jahren andauernde Diskussion zur Verabschiedung eines „Entscheidungsmechanismus für einen zukünftigen Elfenbeinhandel“ zu beenden und Richtlinien für die Überwachung und Entsorgung von Elfenbein-Lagerbeständen zu entwickeln. Zudem sind zukünftig alle Staaten aufgerufen, ihre nationalen Elfenbeinmärkte zu schließen, die zu illegalem Handel oder Wilderei beitragen. „Jetzt gilt es, diese wichtige Forderung mit Leben zu füllen“, so die Pro Wildlife Sprecherin. „Auch in der EU gibt es noch große Elfenbeinmengen aus Altbeständen sowie einen regen Handel mit legalem und illegalem Elfenbein. Die EU muss hier endlich einen Riegel vorschieben“, so Freyer. Im Sommer fanden Zollbehörden in Deutschland 1,2 Tonnen Elfenbein, das aus Afrika nach Asien geschmuggelt werden sollte sowie eine illegale Elfenbein-Werkstatt. Gleichzeitig genehmigt die EU noch immer die Ausfuhr großer Mengen Elfenbein aus angeblichen Altbeständen nach Asien. Über 7 Tonnen gingen 2014 und 2015 alleine nach Hongkong, insbesondere die Ausfuhr von Elfenbeinschnitzereien hat stark zugenommen.

Alle bisherigen Beschlüsse müssen in der finalen Plenums-Sitzung der Weltartenschutzkonferenz am 4. und 5. Oktober noch bestätigt werden.

Hintergrund

Heute gibt es weniger Elefanten als je zuvor. 1980 lebten noch etwa 1,2 Millionen Tiere, heute sind es etwa 415.000. In den Savannen Afrikas sind die Bestände in den letzten Jahren um ein Drittel zurück gegangen, verantwortlich hierfür ist die Wilderei für den Elfenbeinhandel.

Von 1989 bis 1997 galt ein internationales Handelsverbot für Elfenbein – mit dem Effekt, dass die Absatzmärkte einbrachen und sich die Elefantenbestände deutlich erholten. Doch 1997 und 1999 stimmten die CITES-Vertragsstaaten zu, den Schutzstatus von Elefanten in Botswana, Namibia, Simbabwe und Südafrika zu lockern. Sie sind seither nur im Anhang II von CITES aufgeführt, während die übrigen Elefantenbestände dem Handelsverbot des Anhang I unterliegen. Anschließend genehmigte CITES 1999 den Abverkauf von Elfenbein-Lagerbeständen – zunächst nur nach Japan und 2008 nach Japan und China. Seitdem der Markt in China mit seiner unersättlichen Nachfrage angekurbelt wurde, ist der illegale Elfenbeinhandel dramatisch angestiegen.

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