Elfenbeinhandel – Geschäft mit Elefanten

Tödlicher Elfenbeinhandel.

Blutige Geschichte

Der Elfenbeinhandel hat eine jahrtausendelange, blutige Geschichte. In Teilen Asiens und Afrikas hat er Elefanten bereits ausgerottet. Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch mehrere Millionen Elefanten in Afrika lebten waren es 1981 noch ca. 1,2 Millionen. Heute gilt ein Bestand von nur noch 415.000 Tieren als gesichert.

Im Jahr 1989, nach vergeblichen jahrelangen Versuchen, einen kontrollierten legalen Handel zu etablieren, verbot das Washingtoner Artenschutzübereinkommen den grenzüberschreitenden Elfenbeinhandel. Elfenbein wurde zum Tabu, die damals bedeutendsten Absatzmärkte in Europa und den USA brachen zusammen, die Elfenbeinpreise sanken ins Bodenlose. Illegaler Handel und Wilderei kamen weitgehend zum Erliegen.

Leider war das internationale Handelsverbot jedoch nicht von langer Dauer: Auf Betreiben von vier Staaten im südlichen Afrika wurde es bereits wenige Jahre später wieder ausgehöhlt – gegen erbitterten Widerstand der Mehrheit afrikanischer Staaten: 1999 durften zunächst 50 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen nach Japan verkauft werden, 2008 verkauften Südafrika, Simbabwe, Namibia und Botswana nochmals 108 Tonnen nach Japan und China. Während die afrikanischen Staaten lediglich 127 US $ pro kg Elfenbein erhielten, waren die Gewinnspannen der asiatischen Elfenbeinhändler um so größer: In China stieg der Preis für Rohelfenbein auf bis zu 2.100 US$ pro Kilo. Gleichzeitig schossen in China staatlich lizenzierte Elfenbeingeschäfte und Schnitzfabriken ebenso aus dem Boden wie illegale Geschäfte. Über sie wurde das Elfenbein von Zehntausenden gewilderten Elefanten in Umlauf gebracht, China und Hongkong entwickelten sich zu den größten Absatzmärkten für legales sowie illegales Elfenbein.

Statistik Rückgang Afrikanischer Elefanten

Savannen- Elefanten um ein Drittel dezimiert

Seitdem töten schwer bewaffnete Wilderer ganze Elefantenherden, mit Äxten hacken sie die Stoßzähne heraus. Drahtzieher sind global organisierte kriminelle Banden, die in Afrika Wilderer anheuern  und sie mit automatischen Waffen ausstatten. Sie bestechen Politiker, Behörden und Frachtunternehmen und schaffen das „weiße Gold“ in Containern, Luftfrachtsendungen und persönlichem Gepäck versteckt über verschiedene Zwischenstationen in die Hauptabsatzmärkte in Asien.

Statistiken zeigen, dass Wilderei und Elfenbeinschmuggel seit 2008 ein blutiges Comeback erlebt haben: Insbesondere der rasante Anstieg der Nachfrage in China, kombiniert mit steigender Kaufkraft, führten dazu, dass alleine in den Jahren 2010 bis 2012 etwa 100.000 Elefanten in Afrika gewildert wurden. In Afrikas Savannen ging der Bestand in nur sieben Jahren um ein Drittel zurück. In manchen Ländern, wie z.B. im ostafrikanischen Tansania, sowie in Zentralafrika war die Wilderei besonders massiv – hier wurden über 60 Prozent des Bestandes ausgelöscht. Trotz der Wildereikrise, die längst auch das südliche Afrika erreicht hat, gibt es immer wieder Versuche Südafrikas, Namibias und Simbabwes, das derzeit geltende internationale Handelsverbot für Elfenbein aufzuheben. Zuletzt stellten diese Länder 2016 entsprechende Handelsanträge – sie erhielten aber nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit, auch Dank des entschiedenen Widerstands der großen Mehrheit afrikanischer Staaten.

Neue Hoffnung: China verbietet Elfenbeinhandel

Jahrelange internationale Kritik hat mittlerweile dazu geführt, dass die chinesische Regierung angekündigt hat, bis Ende 2017 alle Geschäfte und Schnitzfabriken zu schließen. Auch die Regierung der Sonderverwaltungszone Hongkong will den Elfenbeinhandel verbieten, allerdings erst bis 2021. Diese Ankündigungen bedeuten neue Hoffnung für das Überleben der Elefanten. In China haben sich die Nachfrage und der Preis für Elfenbein bereits deutlich verringert, allerdings werden in Afrika noch immer über 20.000 Elefanten pro Jahr wegen ihrer Stoßzähne gewildert. Um die Wildereikrise zu stoppen wird es jetzt darauf ankommen, weltweit Handelsverbote zu erlassen – und sie zügig und konsequent umzusetzen. Denn es besteht die Gefahr, dass sich der Handel lediglich in andere Länder verlagert. In vielen asiatischen Ländern wie z.B. Laos, Vietnam und Kambodscha wird Elfenbein vermehrt offen zum Verkauf angeboten. Die Käufer kommen häufig aus China und schmuggeln das Elfenbein über die Grenze.

Elfenbeinschnitzereien Elfenbein Elfenbeinhandel

Elfenbeinschnitzereien

Legale Absatzmärkte: Bedrohung für Elefanten

Eine der größten Hypotheken für Elefanten ist, dass in vielen Ländern Elfenbein weiterhin offen verkauft wird: Obwohl der internationale Handel (mit den zwei oben genannten Ausnahmen) seit fast 30 Jahren verboten ist, erlauben viele Regierungen noch immer, dass Elfenbein aus angeblich legalem Altbestand gehandelt werden darf. Ob es sich um legales oder gewildertes Elfenbein handelt und wie alt Produkte aus Elfenbein tatsächlich sind, lässt sich allerdings nicht mit Sicherheit fest stellen. Zudem gibt es kaum Kontrollen. Der legale Handel bietet damit den idealen Deckmantel um Elfenbein gewilderter Elefanten einzuschleusen. Die freie Verfügbarkeit signalisiert Verbrauchern zudem, dass es akzeptabel ist, Elfenbein zu kaufen und stimuliert damit die Nachfrage. Die wenigsten Menschen haben Interesse daran, illegale Produkte bedrohter Tierarten zu kaufen. Handelsverbote sind deshalb nicht nur ein wichtiges Signal an die Verbraucher – sie schaffen auch klare Regeln, die leicht umzusetzen und zu kontrollieren sind.

Verschiedene Beschlüsse und Resolutionen fordern die Regierungen deshalb seit einigen Jahren auf, ihre Elfenbeinmärkte zu schließen. Dazu gehören Entschließungen des Europäischen Parlaments ebenso wie des Weltnaturschutzkongresses der Weltnaturschutzunion (IUCN), der Weltartenschutzkonferenz (Washingtoner Artenschutzübereinkommen, Engl. CITES) sowie der Vereinten Nationen.

Nicht nur in vielen Ländern Asiens sondern auch in Europa wird Elfenbein trotz solcher internationalen Beschlüsse weiterhin online, in Auktionshäusern und auf Märkten gehandelt. Die EU genehmigt nicht nur den Handel mit Elfenbein, das angeblich vor dem Jahr 1990 erworben wurden, sie war in den letzten zehn Jahren auch der bedeutendste Exporteur solcher Stoßzähne und Elfenbeinprodukte nach Asien. Die EU unterminiert damit die weltweiten Bemühungen, alle Elfenbeinmärkte zu schließen, um Wilderei und Schmuggel zu unterbinden.

Elfenbeinhandel betrifft den afrikanischen Elefant © Pixabay

Elfenbeinhandel bedroht Afrikanische Elefanten © Pixabay

Pro Wildlifes Einsatz für Elefanten

Pro Wildlife setzt sich dafür ein, dass Elefanten in Freiheit, in ihrem natürlichen Lebensraum eine Zukunft haben. Wir kämpfen an der Seite afrikanischer Staaten für ein dauerhaftes, weltweites Handelsverbot und einen strengen gesetzlichen Schutz aller Elefanten. Auf politischer Ebene setzen wir uns dafür ein, alle gesetzlichen  Schlupflöcher zu schließen, die den Verkauf von gewildertem Elfenbein ermöglichen und ddie Nachfrage anheizen. Pro Wildlife unterstützt in Afrika den Kampf gegen Korruption, kriminelle Elfenbeinhändler und Wilderei. In Sambia und auf Sri Lanka retten wir Elefantenwaisen, deren Mütter häufig Opfer der Wilderei wurden. Wir helfen sie gesund zu pflegen und sie in sicheren Gebieten wieder auszuwildern.

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