Rettungsaktion in Australien

Hilfe für Koalas, Kängurus und viele andere Wildtiere in den Bränden.

Die Feuer in Australien haben eine Welle der Unterstützung hervorgerufen. Pro Wildlife sammelt Spenden und leitet das Geld an unsere Partnerorganisation Humane Society International (HSI) Australien weiter. Aktuell sind die Experten von HSI auf  Kangaroo Island im Einsatz. Die Tiere auf der Insel wurden von den Feuern besonders schwer getroffen: Schätzungsweise die Hälfte der dort lebenden 50.000 Koalas ist den Flammen zum Opfer gefallen.

24. Januar 2020.

Leider gehören auch diese Geschichten dazu: Das Team von HSI hat einige Wallabies geborgen. Sie ließen sich einfach einfangen, obwohl sie sonst vor Menschen fliehen. Ihre Pfoten waren verbrannt und zum Teil hatten sie bereits Infektionen. Die Tiere konnten leider nicht gerettet werden, die Tierärzte mussten sie einschläfern. Auch, wenn es den Rettern natürlich das Herz zerreißt, wenn sie die Tiere töten müssen: Immerhin mussten sie nicht alleine und qualvoll in der Ödnis verdursten.

Eine Mitarbeiterin von HSI mit einem Wallaby © HSI

Eine Mitarbeiterin von HSI mit einem Wallaby © HSI

Die Retter suchen auch in den Bäumen nach Tieren, denn viele Koalas wurden zum Glück nur leicht oder gar nicht von den Flammen verletzt und haben sich in die Bäume zurückgezogen. Doch der Eukalyptuswald ist braun und die Blätter sind verbrannt. Auf dem Boden gibt es kein Wasser und das Team findet häufig nur Überreste von Tieren, die so verkohlt sind, dass nicht einmal die Aasvögel sie fressen. Lebende Koalas müssen mitgenommen und versorgt werden, bis sich der Wald erholt hat.

22. Januar 2020.

Video © HSI: Kolleginnen der HSI Australien retten einen Koala.

Die schlimmsten Brände auf Kangaroo Island sind im Moment vorbei. Das Einsatzteam von HSI sucht auf Kangaroo Island weiterhin intensiv nach Tieren in Not. Doch die Zeit läuft davon. Denn die Überlebenden brauchen dringend Wasser und Futter; beides ist Mangelware in den total verbrannten Wäldern. Finden die Retter einen Koala, ein Känguru oder ein anderes hilfsbedürftiges Wildtier, bringen sie es in die Auffangstation des Kangaroo Island Wildlife Park. Viele sind dehydriert, Brandwunden müssen versorgt werden. Mehr als 60 Tieren haben die Helfer von HSI binnen weniger Tage das Leben gerettet, gut 200 Koalas werden in der Auffangstation auf Kangaroo Island insgesamt gepflegt. Viele von ihnen wurden von Anwohnern gebracht, einige auch von Helfern der Armee.

Geretteter Koala © HSI

Geretteter Koala © HSI

Weil es in der Station zu wenig Platz für alle geretteten Tiere gibt, hat HSI weitere Gebäude und Behelfsunterkünfte (mit)finanziert – auch dank der Spenden, die wir bereits weiterleiten konnten. Dort konnten bereits die ersten Koala-Patienten einziehen, weitere Anlagen befinden sich noch im Bau. Außerdem bauen die Helfer weiterhin Wasserstellen für die in den Wäldern verbliebenen Tiere auf, die sie regelmäßig kontrollieren und auffüllen.

Ein verletzter Koala mit Verband © HSI

Ein verletzter Koala mit Verband © HSI

13. Januar 2020.

Aus verbranntem Gebiet geretteter Koala © HSI Australia

Aus verbranntem Gebiet geretteter Koala © HSI Australia

Das HSI Einsatzteam, in dem auch Experten für Such- und Rettungsaktionen im Katastrophenfall* mitarbeiten, durchkämmt gemeinsam mit den lokalen Tierschützern die Insel auf der Suche nach überlebenden Tieren. Erica Martin, CEO von HSI Australien:

„Wir laufen durch eine Gegend, die von verheerenden Feuern heimgesucht wurde. Wir können den Tod in der Luft riechen. Betroffen sind vor allem Koalas, aber auch Kängurus. Wir suchen Tiere, die Hilfe brauchen; viele haben fürchterliche Verletzungen erlitten“.
Koala auf verbranntem Baum © HSI Australia

Koala auf verbranntem Baum © HSI Australia

Das Team arbeitet unter anderem mit den Mitarbeitern des Kangaroo Island Wildlife Park zusammen, um die Regionen auf der Insel zu identifizieren, die am schnellsten Hilfe benötigen. Martin erklärt: „Die Erzählungen der Mitarbeiter, die zuvor noch tapfer gegen die Feuer gekämpft haben, sind furchtbar; das Ausmaß an toten Wildtieren ist verstörend. Ein Gebiet, das vor etwa einer Woche abbrannte, bezeichnen sie als apokalyptisch. Es sei unmöglich, fünf oder zehn Meter zu laufen, ohne auf ein totes Tier zu stoßen. Koalas, Kängurus, andere Beuteltiere und sogar Vögel – es ist ein fürchterlicher Anblick“. In einer Region konnte das Team nur einen lebenden Koala unter tausenden Toten Tieren retten.

Toter Koala © HSI Australia

Toter Koala © HSI Australia

Zum Glück können viele Tiere gerettet werden, darunter Koalas, Kängurus, Beutelsäuger und Warane. Sie sind traumatisiert und stark dehydriert, viele verletzt. Jedes Mal muss die Entscheidung getroffen werden, ob die Tiere in der Region bleiben können oder mitgenommen werden müssen. Wenn sie keine schwerwiegenden Verletzungen haben und noch ausreichend Nahrung zur Verfügung steht, installiert HSI eine Wasserstation. Diese wird von den Mitarbeitern regelmäßig kontrolliert.

Geborgenes Wallaby © HSI

Geborgenes Wallaby © HSI

Die Auffangstationen mit tierärztlicher Versorgung vor Ort arbeiten rund um die Uhr. HSI bringt gerettete Tiere zu ihnen und fährt direkt wieder zurück, um weitere Überlebende zu finden. Das Team rettet vor allem verletzte Kängurus, dehydrierte Koalas und kleinere Beutelsäuger. „Manche Tiere müssen wir auch einschläfern. Wir fanden ein Känguru, das so schlimm verbrannt war, dass es schreckliche Schmerzen hatte. Immerhin musste es nicht langsam, qualvoll und alleine sterben, als wir es von den Qualen erlösten“, schildern die Helfer. Immer wieder flammen zudem neue Brände auf, vor denen Tiere fliehen müssen. 

Seit November versorgt HSI Australia die betroffenen Gebiete mit LKW-Ladungen voll Wasser und Nahrung für gerettete Tiere wie Koalas, Wombats und Flughunde. Sie unterstützen damit auch die vielen ehrenamtlichen Helfer, die verletzte Tiere aufpäppeln. Außerdem finanzieren sie zusätzliche Notfall-Stationen für die Versorgung von Koalas und andere Tiere.
Koala an einer Wasserstelle © HSI Australia

Koala an einer Wasserstelle © HSI Australia

Natürlich ist das Ziel, so viele Überlebende wie möglich in der Wildnis zu belassen. In vielen Gebieten sind ganze Landschaften derart zerstört, dass eine Versorgung nicht sichergestellt ist und die Tiere zu Pflegestellen gebracht werden müssen. Traurigerweise müssen auch einige schwerverletzte Tiere einschläfert werden.

Video © HSI: Kolleginnenn der HSI Australien suchen und retten überlebende Wildtiere.

*Das Katastrophen-Team war zuvor unter anderem bereits nach Überflutungen in Indien, nach Erdbeben in Mexiko und nach einem Vulkanausbruch in Guatemala eingesetzt und ist spezialisiert auf Notfallsituationen.

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