Eisbär in Not
Der Eisbär: Eine Art geht unter
Er ist das traurige Symbol des Klimawandels: Der Eisbär. Ihm schmilzt das Eis unter den Pfoten weg. Schadstoffe aus der Nahrungskette vergiften ihn und immer noch wird er gnadenlos bejagt.
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Hannes Jaenicke im Kampf für die Eisbären
Jeder weiß es: Den Eisbären schmilzt der Lebensraum weg. Bisher wenig bekannt ist, dass der „Ursus Maritimus“ zusätzlich gefährdet ist, weil jedes Jahr Hunderte Eisbären abgeschossen werden – ganz legal. Auf diese Bedrohung weist der Umweltaktivist und Schauspieler Hannes Jaenicke in einem neuen Spot hin, mit dem er die Arbeit von Pro Wildlife unterstützt. „Unbegreiflich, dass Regierungen weiterhin die Jagd auf eine vom Aussterben bedrohte Art genehmigen“ sagt Jaenicke. Er fordert die kanadische Regierung auf, endlich die Jagd auf den bedrohten „König der Arktis“ zu verbieten.
Das können Sie für die Eisbären tun:
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- Nehmen Sie an unserer Protestaktion teil!
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Der Eisbär im Schwitzkasten
Bedrohung durch den Klimawandel
20–25.000 Eisbären sollen nach einer veralteten Schätzung der IUCN noch leben – doch tatsächlich dürften es merklich weniger sein. Zwei Drittel der lokalen Bestände sind bereits rückläufig. Wissenschaftler haben berechnet, dass es aufgrund der menschengemachten Erderwärmung bis 2050 rund 70 Prozent weniger Eisbären geben könnte. Seit Beginn der Messungen im Jahr 1979 ist die Eisdecke in der Arktis in den warmen Sommermonaten bereits um 30 Prozent geschrumpft. Auf den gefrorenen Eisdecken des Polarmeeres sind die Bären zu Hause: Sie sind die Kinderstube der Jungtiere, die Elterntiere nutzen das Eis für die Jagd. Mit dem Rückgang der Eisschicht in der Arktis schrumpft auch die Lebensgrundlage der weißen Giganten, eine Gefahr auch für den kleinen Eisbär. Die Mütter können ihre Jungen nicht mehr versorgen, sie sterben einen elendigen Hungertod. Der Kampf gegen den Klimawandel schwächt die Populationen zunehmend, vor allem die Sterblichkeitsrate der Jungtiere steigt rapide. Forscher konnten den kräftezehrenden Kampf einer mit einem Sender ausgestatteten Eisbärin gegen die Eisschmelze verfolgen: Sie schwamm neun Tage lang ununterbrochen, legte dabei 687 km zurück und lief dann nochmals 1.800 km. Die Gewaltaktion kostete sie 22 Prozent ihres Körpergewichts – sowie das Leben ihres einjährigen Jungen.
Bedrohung durch die Jagd
In den eisfreien Monaten flüchten immer mehr Eisbären auf das Festland. Das Problem: Hier lauert der Mensch. Je mehr sich der Eisbär der Zivilisation nähert, desto gefährlicher lebt er. Jedes Jahr werden vermutlich über 1.000 Eisbären getötet. Die meisten davon ganz legal, vor allem in Kanada. In Grönland werden derzeit pro Jahr etwa 140 Tiere legal getötet, in den USA 29. In Russland ist die Jagd offiziell noch verboten. Allerdings werden hier bis zu 300 Tiere jährlich gewildert, und die Regierung erwägt derzeit, den Abschuss von 29 Tieren zu erlauben. Norwegen ist daz einzige Land, das Eisbären streng schützt.
Kanada: Eisbären als Freiwild
Die größte Gefahr, vor eine Flinte zu laufen, droht den Eisbären in Kanada. Die Provinzregierungen geben Jahr für Jahr fast 700 Eisbären zum Abschuss frei. Erlaubt ist die Jagd auf den Polarbären nicht nur Ureinwohnern. Diese dürfen ihre Abschusslizenzen auch an Touristen weiter verkaufen: Trophäenjäger aus Deutschland, Russland und anderen Ländern können für 40.000 Euro in Kanada ganz legal einen Polarbären abschießen. Im Visier haben sie ausgerechnet die Tiere, die am größten und stärksten sind – und die für die Fortpflanzung und das langfristige Überleben des Bestandes am wichtigsten sind. Zudem floriert der kommerzielle Handel mit Eisbärfellen. Hunderte Eisbären werden in Kanada jedes Jahr getötet und als Bettvorleger oder Eisbär - Mütze verkauft. Auktionshändler beklagen eine nicht mehr zu sättigende Nachfrage, insbesondere aus Asien und Russland. Denn trotz rückläufiger Bestände gibt es bisher kein internationales Handelsverbot. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) fordert zwar, dass der Handel die Bestände nicht gefährden darf. Doch solange Regierungen wie Kanada Abschussquoten nach eigenem Gutdünken festsetzen dürfen und nicht einmal rückläufige und kleinste Populationen schonen, läuft diese Forderung ins Leere. Trotz Warnungen von Wissenschaftlern lassen einige Provinzen wie z.B. Quebec und Nunavut sogar zu, dass noch mehr Eisbären abgeschossen werden als in den letzten Jahren. Einzig die USA haben bisher gehandelt, um diesen unverantwortlichen Aderlass zu stoppen: 2008 wurde der Eisbär dort in den Endangered Species Act
aufgenommen, die Einfuhr von Eisbärfellen aus Kanada und anderen Ländern ist dort seither verboten. Kanada hingegen behauptet, die Jagd sei eine alte Tradition der Inuit und heute eine bedeutende Einnahmequelle. Doch beide Argumente sind nicht haltbar: Die Eisbärjagd begann in nennenswertem Umfang erst mit dem Gebrauch von Schusswaffen und floriert in Kanada vor allem seit 1980. Und die Gewinne aus der Trophäenjagd sind marginal: In der Provinz Nunavut, einem der Hauptjagdgebiete, machen sie weniger als 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.Ist der Eisbär noch zu retten?
Eisbären sind eine aussterbende Tierart: Wissenschaftler befürchten, dass sie in nur einhundert Jahren ausgerottet sein könnten. Der Verlust jedes einzelnen Tieres wiegt also schwer. Um den Polarbär zu retten, muss an zwei Fronten gekämpft werden. Es gilt, die Freisetzung von CO2 zu verringern. Hier ist die Politik, aber auch jeder Einzelne gefragt. Ob und wie schnell der Klimawandel eingedämmt werden kann, ist fraglich. Klar aber ist, dass der verantwortungslose Abschuss von Hunderten Eisbären im Jahr und der Handel mit ihren Fellen umgehend eingestellt werden müssen.
Pro Wildlife kämpft für einen konsequenten Schutz der Eisbären. Bitte unterstützen Sie unsere Protestaktion an die kanadische Regierung!



