Schimpansen-Rettung im Kongo

Affenwaisenhaus J.A.C.K.

In der Demokratischen Republik Kongo, einem der gefährlichsten und ärmsten Länder der Welt, kämpft das Team von J.A.C.K. (die französische Abkürzung für „Jungtiere, die in Katagna beschlagnahmt wurden“) um das Überleben der Schimpansen. Die Station nimmt Schimpansen auf, die an Ketten, in Verschlägen oder in winzigen Käfigen als „Haustiere“ gehalten wurden.

2006 gründeten Franck & Roxane Chantereau das Affenwaisenhaus J.A.C.K. Das französische Ehepaar kämpft um das Überleben von Schimpansen, die von Behörden aufgegriffen werden. Obwohl die vom Aussterben bedrohten Menschenaffen streng geschützt sind, werden sie als Haustiere illegal gehandelt.

Schimpansen gehören zu den stark gefährdeten Arten und sind mit einer weltweiten Population von maximal 300.000 Tieren vom Aussterben bedroht (1960: 1 Mio.). In der Demokratischen Republik Kongo (DRC) werden die Primaten gewildert und gegessen oder eingefangen und als Haustiere gehandelt. Dank der Initiative von J.A.C.K. und den Gründern der Auffangstation, greifen in der Provinzhauptstadt Lubumbashi die Behörden nun stärker durch und verfolgen Wilderer und Händler. Sie beschlagnahmen regelmäßig illegal gehandelte Schimpansen, die sie dann in das Affenwaisenhaus bringen. Dort werden sie medizinisch versorgt, aufgepäppelt, untergebracht und liebevoll gepflegt. Derzeit leben 35 Schimpansen in der Station. Die Aussicht auf Auswilderung ist gering, aber nicht ausgeschlossen. Dennoch bleiben die Affen jahrelang, der Großteil sogar lebenslang im Waisenhaus. Sie leben artgerecht in Gruppen auf einem großen Freigelände.

JACK sanctuary_Doguy sick eye

Einer der Schützlinge ist DOGUY. Er wurde als Baby aus schlechter Haltung befreit – angebunden mit einem kurzen Ledergurt, der sich tief in seinen Bauch eingeschnitten hatte. © J.A.C.K.

Schützling LYNN Schimpansen-Rettung im Kongo © J.A.C.K.

LYNN wurde im Alter von etwa einem Jahr in einem Lager von Minenarbeitern entdeckt – ihre Mutter war vermutlich als Fleischquelle gewildert worden. Das Affenmädchen war so quirlig und wild, dass sie ihren Besitzern längst lästig war und schon bald wäre auch sie im Kochtopf geendet. Das J.A.C.K. Team konnte sie quasi in letzter Minute davor bewahren. Seit 2011 lebt LYNN nun bereits in der Schimpansenstation, unter Artgenossen und in Sicherheit. © J.A.C.K.

Eine neue Tierklinik ohne Ausstattung

2017 fiel der lang ersehnte Startschuss: Der Grundstein für die dringend notwendige Tierklinik im Affenwaisenhaus J.A.C.K. wurde gelegt. Seit der Gründung der Station 2006 – also ganze elf Jahre lang – mussten kranke Schimpansen auf Tischen im Freien behandelt und sogar operiert werden. Die Station hatte kein Geld, um eine Klinik zu bauen. Aus hygienischen und medizinischen Gründen ein unhaltbarer Zustand! Dank der Unterstützung von Spendern konnte Anfang 2018 das Gebäude fertiggestellt werden, doch es gibt weder Möbel noch eine medizinische Grundausstattung oder Geräte. Bitte helfen Sie mit, dass die Affenwaisen schon bald besser medizinisch versorgt werden können » Jetzt spenden für die Klinik im Affenwaisenhaus

Affenwaisenhaus Spenden Schimpansen

Dr. Ainare Basaras operiert in der neuen Klinik auf einem alten Tisch © J.A.C.K.

Was tut Pro Wildlife?

Pro Wildlife finanzierte im September 2017 den Besuch und die Arbeit der Tierärztin Dr. Basaras (s.o.), die bereits im Affenwaisenhaus in Limbe jahrelange Erfahrung sammeln konnte. Ainare führte verschiedene veterinärmedizinische Untersuchungen, Behandlungen und Operationen durch. In 2018 soll durch verschiedene Spendenaktionen die Ausstattung der neuen Tierklinik mitfinanziert werden.

» Ausführlicher Bericht über den Einsatz von Dr. Basaras (pdf)

Operation eines Schimpansen, J.A.C.K. Sanctuary © Ainare Basaras

Operation eines Schimpansen, J.A.C.K. Sanctuary © Ainare Basaras

Weitere Informationen:

» Affen-Patenschaft

» Hintergründe zur Affenjagd

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