Pelz wächst nicht auf Bäumen

Pelz: Eine antiquierte Mode ist zurück.

Bis vor wenigen Jahren war das Tragen von Pelz ein absolutes „No Go“, kaum jemand mehr zeigte sich fellbekleidet in der Öffentlichkeit. Doch der grausame Modetrend feiert sein Comeback – die Pelzbranche bejubelt Umsatzsteigerungen.
Koyote in der Falle

Koyote in der Falle © Dick Randall/HSUS

Geschickt machte die Pelzindustrie Fell dem Konsumenten wieder schmackhaft, nicht als komplettes Kleidungsstück, sondern vor allem als Accessoire: Kragenbesatz und Mützen-Bommel scheinen mittlerweile wieder akzeptiert und wecken beim Träger keinerlei schlechtes Gewissen. Besonders häufig sind an Kapuzen und Bommeln Felle von Marderhund und Fuchs zu sehen. Marderhund erkennt man am eher struppigen Fell mit den typischen längeren Strähnen; der Fuchskragen ist meist besonders dicht und üppig.

Blutiges Milliardengeschäft

Pelz, Marderhund © Piotr Kuczynski

Marderhund © Piotr Kuczynski

2013 bis 2014 wurden weltweit 87,2 Millionen Felle im Wert von 3,7 Milliarden Euro hergestellt. 2001 bis 2011 verzeichnete die Pelzindustrie ein Produktionsplus um mehr als 42%, dabei betrug Fellbesatz anteilig 70% des Gesamtumsatzes. 

Fast 85 Prozent der heute verwendeten Fellarten stammen aus Zucht und Farmhaltung (v.a. Marderhund, Fuchs, Chinchilla, Nerz), 15% aus Jagd und Fallenstellerei (z.B. Kojote, Wolf). Manche Hersteller werben mit der angeblichen „Tierfreundlichkeit“ von Wildfängen im Gegensatz zu Fellen von Pelzfarmen. Doch mitnichten: Koyoten, Schakale, Füchse und andere Wildtiere werden in Fallen gefangen, in denen sie oft schwer verletzt tagelang ausharren müssen, bis der Trapper sie findet und tötet. China als weltweit größter Fellproduzent schafft es mittlerweile, echten Pelz günstiger anzubieten als Webpelz. Den Preis allerdings, den die Tiere dafür zahlen müssen, ist ein grausamer Tod.

Immenses Tierleid

Nerz im Käfig auf einer Pelzfarm

Nerz auf einer Pelzfarm © Christine Hafner

Monatelang vegetieren Nerze, Marderhunde, Waschbären, Kaninchen, Füchse, Chinchillas sowie Hunde und Katzen in winzigen, verdreckten Drahtkäfigen. Ihr Leid ist so groß, dass sich die Tiere selbst verstümmeln und Beißwunden an Haut, Schwänzen und Füßen zufügen.

Vor der Häutung werden sie aus ihren Käfigen gezerrt, auf den Boden geworfen und mit Knüppeln erschlagen. Ermittlungen haben bewiesen, dass viele Tiere während der Häutung noch leben. Aber auch freilebende Wildtiere wie Graufüchse, Biber und Nutrias, die mit Hilfe von Fallen gefangen werden, sterben häufig einen langsamen, qualvollen Tod.

Verbraucher wissen meist über das Leiden der Tiere nicht Bescheid. Auch die Nachfrage beim Verkäufer bezüglich Art oder Herkunft des Felles kann meist nicht beantwortet werden. Die Kennzeichnungspflicht in Deutschland ist lückenhaft, ein Schild mit der Aufschrift “Enthält nichttextile Anteile tierischen Ursprungs“ ist ein Hinweis – jedoch bei weitem nicht an allen Pelzartikeln zu finden.

Wie kann Pelz von Webpelz unterschieden werden?

  • Pusten: Echter Pelz bewegt sich oft schon bei einem „leichten Lüftchen“. Kunstpelz bewegt sich schwerfälliger.
  • Fühlen: Echter Pelz ist weicher, „fluffiger“ und gleitet durch die Finger.
  • Anschauen: Bei Echtpelz enden die Haare in einer Lederhaut, bei Kunstpelz sind sie in Stoff eingewebt.
  • Riechen: Verbrannte Tierhaare riechen ähnlich wie verbrannte Menschenhaare.
Aufgrund der schweren Unterscheidbarkeit raten wir auch von Kunstpelz ab. Hinzu kommt, dass auch in vermeintlichem Webfell oftmals Echtfellanteile verarbeitet sind - dies haben Analysen ergeben. Ebenso problematisch sind sogenannte Vintage-Pelze von Oma & Co. oder aus Secondhandläden: Mit dem Tragen jeder Art von Pelz wird für eine Mode geworben, die auf Kosten der Tiere geht.

Mehr Informationen:

Pelz

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Blog: „Ich setze einen Schritt vor die Tür und da sind sie: Massenhaft Felle, jedes von ihnen bedeutet den sinnlosen und grauenvollen Tod eines Tieres…“ » Blutiges Milliardengeschäft – Pelz in Häppchen
Polarfuchs

Polarfuchs

Falls Sie Pelzträger (bitte freundlich!) ansprechen wollen: Infokärtchen zum Ausdrucken und Überreichen » Infokärtchen
Fur Free Retailer

Fur Free Retailer

Viele Modedesigner, Hersteller und Händler haben sich mittlerweile der sogenannten Fur Free Alliance angeschlossen und verkaufen keinen Echtpelz mehr: » Fur Free Retailer
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