Affen-Waisenhaus, Kamerun

Limbe Wildlife Centre: Auffangstation für Affen und bedrohte Tiere.

Für mehr als 200 verwaiste Schimpansen, Gorillas, Drills und andere Affenarten ist das Limbe Wildlife Centre (LWC) im Süden Kameruns zu einer neuen Heimat geworden. Die Station nimmt auch regelmäßig gewilderte Graupapageien und Reptilien auf und wildert sie wo möglich nach langer Pflege wieder aus. Das Waisenhaus ist aus einem früheren Zoo entstanden und hat sich zu einer international anerkannten Auffangstation für bedrohte Primaten entwickelt.

Affenwaisen brauchen Pflege – und viel Liebe

Die meisten Affen im LWC haben eine ähnliche Geschichte: Sie wurden von Wilderern aus den Urwäldern Kameruns gerissen, ihre Eltern fielen dem Buschfleischhandel zum Opfer – Affenfleisch gilt in Teilen Afrikas als Delikatesse. Obwohl  Primaten unter Schutz stehen, landen jeden Monat neue Affenbabys in der Auffangstation. Da die winzigen Geschöpfe wenig Fleisch geben, lassen die Wilderer sie meist zurück oder verkaufen sie als Haustiere.

Oft sind die kleinen Affen traumatisiert, krank oder verletzt. Tierärzte und erfahrene Pfleger des  LWC betreuen die Tiere, bis sie gesund sind. Das Ziel: Wenn die Tierkinder fit für die Freiheit sind, sollen sie in einem sicheren Schutzgebiet ausgewildert werden. Zunächst sind die hilflosen Schützlinge rund um die Uhr mit ihrer menschlichen Ziehmutter zusammen, bis sie wieder neuen Lebensmut gefasst haben und sich ihr Gesundheitszustand stabilisiert hat. Nach Wochen intensiver Betreuung  knüpfen die Affenkinder dann langsam Kontakt mit  ihren Artgenossen – oft adoptieren dann ältere Weibchen aus der Gruppe den Neuankömmling.

 

Bildung und Unterstützung der einheimischen Bevölkerung

  • Im Rahmen des Conservation Education Programs des LWC werden in Schulen und Universitäten jährlich etwa 1.400 einheimische Kinder und Jugendliche unterrichtet. Ziel ist die Sensibilisierung für den Umwelt- und Artenschutz, indem die Kinder alles über Primaten, die Umwelt und den Eingriff der Menschen in die Natur lernen. Dabei sind die Schüler ganz nah dran: Sie besuchen die Affen im Waisenhaus oder machen Ausflüge in den Urwald.
  • Das sogenannte Green Project hilft Mensch und Tier gleichzeitig: Das LWC stellt einheimische Frauen und ehemalige Jäger ein, um Futterpflanzen für die Affen in der Station zu sammeln. Sie erhalten dafür ein kleines Einkommen, um die Existenz für sich und ihre Familien sichern zu können. Das Projekt ist somit dreifach wirksam: Die Affen bekommen ihr Lieblingsessen, die Menschen haben bezahlte Arbeit und die Jagd geht drastisch zurück.
LWC Education Conservation Program © LWC

Junge Tierschützer © LWC

Einheimische Frauen bei der Ernte © LWC

Einheimische Frauen bei der Ernte © LWC

Unterstützung durch Pro Wildlife seit 1999

Dank unserer Spender konnten wir dem Limbe Wildlife Center seit 1999 mehr als 260.000 Euro zur Verfügung stellen – für Futter, medizinische Versorgung, neue Gehege und Aufklärungsarbeit. Das Waisenhaus ist dringend auf Spenden angewiesen, denn die Instandhaltung der Anlagen, medizinische Versorgung und 24-Stunden-Betreuung der Tiere ist kostspielig. Und immer wieder müssen neue Schützlinge untergebracht werden.

Sandra Altherr in Limbe 2008

Dr. Sandra Altherr in Limbe 2008

Weitere Informationen:

» Online spenden für das Affenschutzprogramm

» Website des Limbe Wildlife Centre

» Hintergründe zur Buschfleisch-Problematik

 

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