Makohai

Makos: gefährdet durch Überfischung

Makohaie (Isurus), auch Makos genannt, gehören zur Gattung der Makrelenhaie und umfassen die beiden Arten des Kurzflossen-Mako (Isurus oxyrinchus) und des Langflossen-Mako (Isurus paucus). Makohaie sehen aus wie der Prototyp eines Hais: Vier Meter lang, 500 Kilogramm schwer, blau-metallische Färbung. Die beeindruckenden Tiere sind durch Überfischung stark gefährdet.
  • Status: stark gefährdet
  • Population: unbekannt
  • Lebensraum: offener Ozean, Küstennähe

Schnelle und intelligente Räuber

Makohai © NOAA M. Conlin

Makohai © NOAA M. Conlin

Makos sind große Hochseehaie, die in praktisch allen Weltmeeren vorkommen, aber gemäßigte und tropische Gewässer bevorzugen. Sie sind besonders bekannt für ihre Schnelligkeit. Der Kurzflossen-Mako gilt als der schnellste Hai der Welt, mit einer Spitzengeschwindigkeit von mehr als 70 Kilometern pro Stunde. Das liegt auch an seiner ungewöhnlich glatten Haut, die ihn reibungslos durch das Wasser gleiten lässt.

Durch seine ganz speziellen, zahnartigen Schuppen kann der Mako sehr schnell die Richtung wechseln, was ihn extrem wenig macht. Seine Haut fasziniert Forscher auf der ganzen Welt: Als Vorbild für neue Werkstoffe in der Luft- und Seefahrt.

Seine Verwandtschaft mit dem Weißen Hai sieht man dem Mako an. Auf den ersten Blick sieht er aus wie eine kleine Version des „great white“. Makos sind überaus intelligente Tiere mit einem großen Gehirn-zu-Körper-Verhältnis. Seine Intelligenz gepaart mit seiner Schnelligkeit macht den Makohai zu einem der gefährlichsten Raubtiere der Meere. Obwohl es nur sehr selten zu ernsten Angriffen auf Menschen kommt (vier tödliche Attacken seit 1980), gilt er wegen seiner Schnelligkeit und Aggressivität auch für den Menschen als gefährlich.

Natürliche Feinde haben Makohaie nicht, ihre größte Bedrohung ist der Mensch. Rund 40.000 Tonnen Mako-Fleisch und -flossen werden jährlich international gehandelt. Diese Menge entspricht in etwa 1,5 Millionen Individuen. Die meisten gefangenen Makos sind Beifänge der Thun- und Schwertfisch-Fischerei. Doch auch Flossen und Fleisch der Makos selbst wird weltweit konsumiert. In spanischen Supermärkten kostet ein Kilogramm frisches Mako-Fleisch um die 13 Euro. Makos werden auch von Sportanglern gefangen, die meisten davon in den USA. Bei Sportanglern ist die Jagd auf Makos besonders beliebt, da die Tiere groß und schnell sind und damit den Angler vor eine gewisse Herausforderung stellen. Die Überfischung beider Mako-Arten führte dazu, dass die Bestände weltweit in den vergangenen 75 Jahren um 50 bis 79 Prozent einbrachen. Im Mittelmeer sind Makos bereits so gut wie ausgestorben. Aus diesem Grund änderte die IUCN (Weltnaturschutzunion) in 2019 Jahr die  Einstufung beider Arten von „gefährdet“ (vulnerable) zu „stark gefährdet“ (endangered).

Das tut Pro Wildlife
Auf der Vertragsstaatenkonferenz der Konvention zum Schutz wandernder Arten (Bonner Konvention, englisch CMS) konnte Pro Wildlife dabei helfen, Walhaie auf Anhang I der Konvention zu listen. Mit dem „Einkaufsführer für Haifreunde“ klärt Pro Wildlife auf, in welchen Produkten überall Hai steckt; von der Schillerlocke bis zum Boroso-Leder. Das Bündnis Shark Alliance, zu dem auch Pro Wildlife gehört, erreichte, dass die EU 2012 endlich ein Gesetz verabschiedete, wonach beim Haifang die Flossen am Körper bleiben müssen. Auf internationaler Ebene kämpft Pro Wildlife gemeinsam mit WildAid für ein Ende der Transporte von Haiflossen nach Asien. Seit Anfang 2020 unterstützt Pro Wildlife gemeinsam mit 18 Organisationen eine EU-Bürgerinitiative, die die EU auffordern, den Handel mit Haiflossen zu verbieten.

Pro Wildlife und das Species Survival Network haben bei der weltweiten Unterschutzstellung von mehreren Haiarten mitgewirkt, so gelten z.B. seit 2013 Handelsbeschränkungen für Heringshai, Weißspitzenhochseehai und drei Hammerhai-Arten; bereits seit 2010 für den Weißen Hai, den Riesen- und den Walhai. Bei der Weltartenschutzkonferenz (CITES) im September 2016 kamen Seiden- und Fuchshaie hinzu, im August 2019 der Makohai.

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